Aigner mit neuer Waldstrategie in der Kritik / Umweltverbände: Wald ist kein Rohstofflager
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Aigner mit neuer Waldstrategie in der Kritik / Umweltverbände: Wald ist kein Rohstofflager
"Der vorliegende Entwurf zur Waldstrategie ist auf maximale Holzerzeugung ausgelegt, von Klima- und Naturschutz keine Spur. Das muss man erstmal hinkriegen", sagte WWF-Vorstand Eberhard Brandes.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium habe es versäumt, wichtige übergeordnete Themen wie den Buchenwaldschutz in den Strategieentwurf zu integrieren. "Mit dem Entwurf missachtet Frau Aigner die besondere Verantwortung Deutschlands für die Buchenwälder und ignoriert den vom Bundestag einvernehmlich gefassten Beschluss, bis 2020 fünf Prozent der Waldfläche einer natürlichen Entwicklung zu überlassen", erklärte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.
Ein weiteres Problem seien die schon seit Jahrzehnten schwelenden Konflikte zwischen Jägern, Naturschützern und Förstern. Hier hätten sich die Umweltverbände in der "Waldstrategie 2020" eine Entschärfung erwartet. "Frau Aigner scheut die Konfrontation mit den Jägern, damit duldet sie die ökologische Verarmung unserer Wälder durch zu hohen Wildverbiss und verantwortet einen volkswirtschaftlichen Schaden in Millionenhöhe", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Allein der Bau von Wildschutzzäunen im Wald koste den Steuerzahler jährlich 90 Millionen Euro. Nur durch eine umfassende Reform der Jagdgesetze könne man diese Konflikte lösen.
Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens kritisierte die Pläne der Bundesregierung, den Holzeinschlag in den nächsten zehn Jahren erheblich auszuweiten. "Frau Aigner spricht von Klimaschutz, opfert aber gleichzeitig den wichtigen CO2-Speicher Wald dem Energie- und Rohstoffhunger der Industrie", sagte Behrens. Das Konzept der Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft werde damit mit Füßen getreten.
"Mit ihrem Entwurf zur Waldstrategie 2020 ist Frau Aigner auf dem völlig falschen Weg. Wir fordern sie auf, den Entwurf umfassend zu überarbeiten oder komplett zurückzuziehen", fasste DNR-Präsident Hubert Weinzierl die Kritik der Verbände zusammen. Dazu brauche es einen transparenten Prozess, an dem alle Akteure beteiligt seien. Alles andere könne nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen.
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Datum: 20.01.2011 - 19:15 Uhr
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