Wer hat Angst vor den bösen Spekulanten? / Einschränkungen im Agrarhandel führen nicht zu Preisstabilität und Versorgungssicherheit
ID: 333184
Schuldigen beginnt. Zunächst wurden Biokraftstoffe als vermeidliche
Preistreiber identifiziert, nun sollen Spekulationen an den
Agrarmärkten die Ursache für hohe Preise und in Folge für Hunger in
Entwicklungs- und Schwellenländern sein", so Wilhelm F. Thywissen,
Vorsitzender von OVID, dem Verband der ölsaatenverarbeitenden
Industrie in Deutschland, zu der politischen Diskussion um eine
Beschränkung der Agrarmärkte. Bundesministerin Ilse Aigner hat das
Thema Spekulationen mit landwirtschaftlichen Rohstoffen auf die
Tagesordnung der Agrarministerkonferenz gesetzt, die während der
Internationalen Grünen Woche an diesem Wochenende stattfindet.
Hintergrund sind die steigenden Lebensmittelpreise, besonders in
Entwicklungs- und Schwellenländern.
"Die Sündenbock-Rhetorik, die in regelmäßigen Abständen bemüht
wird, ist kurzsichtig. Die Teller-Tank Argumentation, der Einsatz von
Biomasse jenseits der Lebensmittelproduktion, beispielsweise als
Bioenergie, gehe auf Kosten der Entwicklungsländer, treibe die Preise
nach oben und sei damit verantwortlich für den Hunger in der Welt,
verzerrt die Realitäten ebenso wie der Ruf nach Einschränkungen der
Börsengeschäfte beim Handel mit agrarischen Rohstoffen, um so für
mehr Preisstabilität zu sorgen", erklärt der Vorsitzende von OVID.
Vielmehr nutzten die meisten Marktteilnehmer die Börse, um durch
Preisabsicherung ihr Risiko zu minimieren - beispielsweise
wetterbedingte Ernteausfälle - und nicht, um die Preise nach oben zu
treiben. Besonders das Einführen von Limits und das Begrenzen des
Handelsvolumens, wie sie derzeit diskutiert werden, hätten
schwerwiegende negative Konsequenzen für den Agrarhandel. Börsen
funktionieren nur dann zur Absicherung der Rohstoffgeschäfte, wenn
genügend Handelsvolumen vorhanden ist. Nur so ergeben sich
ausreichend Verkaufs- und Kaufmöglichkeiten. Dafür braucht es neben
den regelmäßigen Händlern aus dem Agrarbereich auch Finanzinvestoren,
die gerade durch ihre großen Handelsvolumina die dringend benötigte
Liquidität in den Markt bringen.
Schlüssel für die Bekämpfung des Hungers ist hingegen die
Entwicklung der ländlichen Räume. Laut Experten gibt es jetzt und für
die absehbare Zukunft ausreichend Nahrungsmittel. Hunger sei demnach
nicht die Folge von zu wenig Nahrungsmitteln, sondern eine Folge von
Armut, verursacht durch fehlende Beschäftigung und durch fehlende
Demokratie, Sozial- und Rechtsstaatlichkeit. Arbeit und Einkommen von
Kleinbauern sorgten dafür, dass Eltern ihre Familie ernähren und
Kinder zur Schule gehen können. Der Anbau von Biomasse über die
Lebensmittelproduktion hinaus kann das Einkommen sowie eine gewisse
Energieautarkie von Kleinbauern sichern und in Phasen überschüssiger
Agrarproduktion eine zusätzliche Einkommensquelle bilden.
Gleichzeitig profitieren Kleinbauern von höheren Preisen, die einen
Anreiz für die Steigerung der Produktion über die
Subsistenzwirtschaft hinaus bilden. Voraussetzung muss jedoch eine
nachhaltige Produktion der Biomasse sein.
Sie finden OVID im Rahmen der Internationalen Grünen Woche auf der
nature.tec - Fachschau Nachwachsende Rohstoffe in Halle 4.2 am Stand
"Biokraftstoffe" (125).
Pressekontakt:
OVID
Kirstin Karotki
karotki@ovid-verband.de
Tel: +49(0)30/72625930
Mobil: +49(0)171/6550467
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Datum: 21.01.2011 - 14:30 Uhr
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