Staatsministerin Kühne-Hörmann: Historische Schauräume des Bad Homburger Schlosses müssen zur statischen Sicherung geschlossen werden
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Staatsministerin Kühne-Hörmann: Historische Schauräume des Bad Homburger Schlosses müssen zur statischen Sicherung geschlossen werden
Die Gesamtkosten der statischen Sicherung lassen sich nach den Worten der Ministerin zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht konkret beziffern. "Allererste grobe Schätzungen rechnen mit bis zu zwei Millionen Euro", sagte Kühne-Hörmann.
Das Bad Homburger Schloss, einst Sitz der Landgrafen von Hessen-Homburg, stammt in seiner heutigen Gestalt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. 1866 fiel es an Preußen und wurde bis 1918 von den preußischen Königen und deutschen Kaisern als Sommerresidenz genutzt. Das Schloss beherbergt damit heute die einzige original erhaltene Wohnung der kaiserlichen Familie in Deutschland.
Bei Umbauten zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch den Architekten Georg Moller und weiteren Veränderungen in der Kaiserzeit wurde mit der Schaffung großer weitspannender Räume im ersten Obergeschoss ? Speisesaal und Empfangssalon mit bis zu zehn Metern Spannweite ? empfindlich in das konstruktive Gesamtsystem eingegriffen. Hinzu kommen weitere Umbauten im zweiten Obergeschoß in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Dort gehen von einem sehr breiten Mittelflur Büroräume zur Garten- und zur Hofseite ab.
"In den vergangenen Wochen haben sich die Risse und Setzungen optisch deutlich verschlimmert, und in den Schauräumen mit Publikumsverkehr rieselte verstärkt Putz herab", erläuterte der Direktor der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, Karl Weber. Das Karlsruher Ingenieurbüro Professor Pfeiffer und Partner, das früher schon einmal die Situation begutachtet hatte, sei deshalb unmittelbar beauftragt worden, die Veränderungen zu untersuchen.
Bei der probeweisen Öffnung des Fußbodens an verschiedenen Stellen habe sich gezeigt, dass man es wohl nicht mit einem einheitlichen statischen System der Decke zu tun habe. Vielmehr seien unterschiedliche, teils "gebastelt" aussehende Befunde zutage getreten, sagte Weber.
So hat sich beispielsweise gezeigt, dass eine Längswand im zweiten Obergeschoss nicht, wie ursprünglich angenommen, direkt über einer darunterliegenden Wand steht, sondern etwa 40 Zentimeter daneben. Auch besteht die statische Wirksamkeit der Fachwerkwände an einer Reihe von Stellen nicht mehr, weil die Holzverbindungen zur Deckenkonstruktion hin abgerissen sind. Die Hohlräume der Decken sind mit schwerem Bauschutt gefüllt, eine in der Vergangenheit übliche Methode. Dieses Gewicht führt allerdings dazu, dass der menschliche Schritt die Decke in Schwingungen versetzt, während die dort angebrachten Stuckdekorationen starr sind.
Um die wertvollen Decken sanieren zu können, müssen die Schauräume im ersten Stockwerk ebenso vollständig geräumt werden wie das zweite Obergeschoss, in dem auf 750 Quadratmetern die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen untergebracht ist. 24 Mitarbeiter werden von dort in andere Räume im Schloss umziehen; die Direktion bezieht Container im unteren Schlosshof.
Zunächst werden nun weitere umfangreiche statische Untersuchungen und Messungen vorgenommen, deren Ergebnisse in das Sanierungskonzept einfließen. In den Schauräumen muss die historische Decke gesichert und auf ein Gerüst gebettet werden, damit kein Stuck oder Putz der zum Teil auch bemalten Decken abfällt. Die genannten schweren Schüttungen im Boden sind zu entfernen. Die statisch wirksamen Wände werden ebenfalls freigelegt, um die notwendigen Ertüchtigungen vornehmen zu können. Punktuell sind auch Eingriffe in das Dachwerk des Schlosses notwendig.
Auch während der Bauzeit bleibt der "Englische Flügel" des Schlosses mit der originalen Wohnung der Landgräfin Elizabeth (1770?1840) geöffnet. Auch der Weiße Turm bleibt zugänglich, und die Schlosskirche steht für Veranstaltungen zur Verfügung.
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Datum: 14.02.2011 - 12:15 Uhr
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