DHB-Pokal: THW will am Mittwoch in Berlin ins Final Four einziehen
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DHB-Pokal: THW will am Mittwoch in Berlin ins Final Four einziehen
Das "Lufthansa Final Four", welches seit 2003 in der Heimstätte des HSV Hamburg, die seit etwa einem Jahr auf den Namen "O2-World" hört, ausgetragen wird, findet in dieser Saison am Wochenende des 7. und 8. Mai statt. Es ist die 19. Auflage des Finalturniers, welches längst zum Kultevent des deutschen Vereinshandballs avanciert ist. Der THW Kiel gehörte bislang fast schon zum Inventar, elf Mal mischte der Rekordmeister und -pokalsieger bislang in einem "Final Four"-Turnier um den DHB-Pokal mit. Nachdem die "Zebras" in der vergangenen Saison kurz nach der EM-Pause sang- und klanglos am VfL Gummersbach scheiterten und damit erstmals seit 2003 wieder die Finalrunde verpassten, will sich die Mannschaft von Alfred Gislason am Mittwoch in Berlin unbedingt die 12. Teilnahme sichern, um zum siebten Mal in diesem Wettbewerb zu triumphieren.
Von so einer glorreichen Pokalhistorie können die Füchse Berlin, als Tabellendritter der TOYOTA Handball-Bundesliga das Überraschungsteam der Saison, bislang nur träumen. Noch nie konnten sich die Hauptstädter, die nach ihrem Abstieg aus der Bundesliga 1986 (als Reinickendorfer Füchse) bis zur Rückkehr 2007 hauptsächlich ein Schattendasein in Amateurligen fristeten, für ein "Final Four" qualifizieren. Als sie 1984 in damals noch zwei Endspielen um den DHB-Pokal nur knapp dem TV Großwallstadt unterlagen und ein Jahr drauf immerhin noch einmal das Halbfinale erreichten, dort aber ebenfalls am fränkischen Traditionsclub scheiterten, gab es noch kein solches Finalturnier. Seitdem erreichten die Füchse nie mehr auch nur die Runde der letzten Acht - bis zu dieser Saison, in der den Berlinern lange Zeit nahezu alles gelingen wollte.
Nur fünf Punkte gab die Mannschaft des isländischen Trainers Dagur Sigurdsson, die wir Ihnen bereits im Vorbericht zum Liga-Hinrundenspiel ausführlich vorstellten, in der Hinrunde ab. Nur in Göppingen und Hamburg musste man letztlich in knappe Niederlagen einwilligen, weshalb sich die Berliner völlig zurecht auf dem zweiten Platz in die WM-Pause verabschiedeten. Besonders im eigenen "Fuchsbau" sind Bartlomiej Jaszka, Alexander Petersson, Sven-Sören Christophersen und Co. nur schwer zu schlagen. Seit 19 Heimspielen und damit knapp über einem Jahr sind die Füchse in der 9.000 Zuschauer fassenden Max-Schmeling-Halle nun schon ungeschlagen. Auch der THW Kiel musste sich in der Liga in der Hinrunde mit 23:26 geschlagen geben, und für den Pokal-Titelverteidiger und HBL-Tabellenführer HSV Hamburg war Mitte Dezember im Achtelfinale nach einer 27:31-Pleite Endstation.
Doch der Kräfteverschleiß im in der Breite noch nicht qualitativ auf Champions-League-Niveau besetzten Berliner Kader fordert so langsam Tribut. Da insbesondere Jaszka und Petersson auch während der Weltmeisterschaft in Schweden sehr viel Einsatzzeit bekamen, sind die Füchse in ihrer ersten Mini-Krise dieser Saison angekommen: 2:4 Punkte gab es nur aus den letzten drei Liga-Partien, nach dem 26:35 im rasanten Spitzenspiel in der Sparkassen-Arena-Kiel verschenkten die Hauptstädter zwei Siege jeweils in den Schlusssekunden. Beim 22:22 in Melsungen kam Berlin mit der offensiven 4:2-Abwehr der Hessen nicht zurecht und verschenkte eine zwischenzeitliche 21:17-Führung, um durch einen Freiwurf von Jens Schöngarth mit dem Schlusspfiff noch den Ausgleich zu kassieren. Am vergangenen Sonntag beendete dann die ersatzgeschwächte SG Flensburg-Handewitt, am 17. Februar 2010 die letzte Mannschaft, die in Berlin gewinnen konnte, beinahe den Heimnimbus der Füchse. Die Hauptstädter liefen in der ausverkauften Max-Schmeling-Hatte lange Zeit einem Rückstand hinterher, ehe sie die Partie zwei Minuten vor Schluss beim 24:22 scheinbar doch noch zu ihren Gunsten drehen konnten. Doch Flensburgs Boesen und Fahlgren glichen noch einmal aus, und nachdem Linksaußen Konrad Wilczynski nach der Sirene mit einem Siebenmeter an Dan Beutler scheiterte, war das 24:24-Unentschieden und der zweite Heim-Punktverlust der Berliner nach dem 28:28 im Oktober gegen die Rhein-Neckar Löwen perfekt. Trainer Sigurdsson schien so etwas geahnt zu haben, dämpfte er die Erwartungen doch bereits nach der Pleite in Kiel: "Es wird eine schwierige Rückrunde für uns, nachdem durch die gute Hinrunde die Erwartungen erhöht wurden. Aber wenn wir unserer Linie treu bleiben, werden wir zu Hause schwer zu schlagen sein und auswärts auch einige Punkte holen. Wo wir dann im Juni stehen, weiß ich auch nicht. Es kann viel passieren, denn wir spielen viel mit den gleichen Spielern.
Silvio Heinevetter spielt eine überragende Saison bislang.
Wenn wir Glück haben, kommen wir durch, aber es kann sich auch schnell ändern." Mit 37:9 Zählern belegt Berlin aber trotz der jüngsten Punktverluste weiterhin einen hervorragenden dritten Platz in der TOYOTA Handball-Bundesliga (siehe Tabelle) und hat damit weiterhin sehr gute Karten auf die im Vorfeld anvisierte erste Europapokalteilnahme.
Der Handball ist in der Metropole auf jeden Fall längst angekommen. Für den Pokalkracher gegen den THW Kiel sind nur noch wenige Restkarten erhältlich, am Mittwoch werden erneut 9.000 Zuschauer, darunter dann auch mehrere hundert Kieler Schlachtenbummler, in die Max-Schmeling-Halle strömen. Beide Mannschaften werden sicherlich alles dran setzen, um am ersten vollen Maiwochenende in der Hamburger O2-World um den DHB-Pokal zu spielen. Die Schiedsrichter am Mittwoch sind Holger Fleisch und Jürgen Rieber.
Bereits am Dienstag werden Frisch Auf Göppingen und der SC Magdeburg in der EWS-Arena den ersten "Final Four"-Teilnehmer ausspielen. Am Mittwoch treffen die Rhein-Neckar Löwen auf MT Melsungen, die letzte Viertelfinal-Partie zwischen dem Nord-Zweitligisten VfL Bad Schwartau und der SG Flensburg-Handewitt findet erst am kommenden Sonntag statt.
Kontakt: www.thw-provinzial.de
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Datum: 01.03.2011 - 14:45 Uhr
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