Kampf gegen die Cyber-Zombies - EU-Agentur geht gegen Botnetze vor
ID: 362227
veröffentlichte heute eine umfassende Studie über die Bedrohung durch
Botnetze (Netzwerke gewöhnlicher Computer, die durch Cyberkriminelle
gesteuert werden) und wie darauf reagiert werden kann. Der Bericht
behandelt die Zuverlässigkeit der Schätzungen von der Grösse der
Botnetze und gibt allen betroffenen Gruppen Empfehlungen, wie
Botnetze bekämpft werden können. Die Agentur hat neben dem
eigentlichen Bericht für Entscheidungsträger eine Liste der 10
wichtigsten Probleme erarbeitet: "Botnetze: 10 unangenehme Fragen"
Botnetze sind Netzwerke von Computern, die ohne Wissen ihrer
Besitzer genutzt werden für Cyberkriminalität wie Spamming und
automatisierten Diebstahl wertvoller Daten wie
Kreditkarteninformationen und sogar für politisch motivierte
Cyberattacken.
"Botnetze: 10 unangenehme Fragen"
(http://www.enisa.europa.eu/botnets-10Q ) ist eine für die politische
Ebene gedachte Kurzfassung der Beratungen, die ENISA mit führenden
Experten der verschiedenen Aspekte über den Kampf gegen Botnetze
hielt. Dazu gehörten Internet Service Providers (ISPs),
Sicherheitsforscher, Polizei und Strafverfolgungsbehörden, Computer
Emergency Response Team (CERTs) und Vertreiber von Antivirustechnik.
Es werden Fragen erörtert wie:
- Wie stark können wir auf die veröffentlichten Zahlen zu
Botnetzen vertrauen?
- Worin besteht beim Kampf gegen Botnetze die Aufgabe von
Regierungen?
- Welche Notwendigkeiten bestehen hinsichtlich der Gesetzgebung?
- Wo können wir die effizientesten finanziellen Investitionen
vornehmen?
"Die Zahl der Botnetze bestimmt die politische Agenda. Sie
verschlingen Hunderte von Millionen Euro an Sicherheitsinvestitionen
- wir müssen wissen, was sich dahinter verbirgt.", erklärt Dr. Giles
Hogben, der Herausgeber des Berichts. Immernoch kommt zu dem Schluss,
dass viele der Zahlen über Botnetze wahrscheinlich ungenau sind.
Sogar Bots in geringer Zahl können erheblichen Schaden anrichten.
"Grösse ist nicht alles - die Anzahl der infizierten Geräte allein
ist keine angemessene Messgrösse für die Relevanz der Bedrohung",
meint Dr. Hogben.
"Botnetze: Messung, Erkennung, Beseitigung und Verteidigung"
(http://www.enisa.europa.eu/botnets) ist ein umfassender Bericht, wie
die Bedrohungen von Botnetzen bewertet und neutralisiert werden
können. Er umfasst:
- Eine Umfrage und Analyse der Methoden zur Ermittlung der
Botnetzgrösse und wie die von Botnetzen gegenüber verschiedenen
Betroffenen ausgehende Bedrohung am besten bewertet werden kann.
- Eine Umfrage und Analyse der Massnahmen gegen Botnetze.
- Eine umfassende Aufstellung der 25 verschiedenen und bewährten
Verfahren, um Botnetze aus allen Richtungen anzugreifen:
Neutralisierung bestehender Botnetze, Vorbeugung vor neuen
Infektionen und Minimalisierung der Ertragskraft von Botnetzen, die
für Cyberkriminalität genutzt werden.
Die Empfehlungen erstrecken sich auf rechtliche, politische und
technische Aspekte des Kampfes gegen Botnetze und geben gezielte
Hinweise für die verschiedenen betroffenen Gruppen. Dazu gehören:
- Die Klärung, welche Abwehrmassnahmen in dem jeweiligen
Mitgliedsland zulässig sind.
- Massnahmen, um Nutzer zu motivieren, ihre Computer botnetzfrei
zu halten.
- Hilfreiche Schemata für die Benachrichtigung der befallenen
Kunden durch ISPs.
Der Bericht hebt die Notwendigkeit einer engen internationalen
Kooperation zwischen Regierungen und Institutionen hervor, die
technisch ausgerichtet oder an der Gesetzgebung beteiligt sind.
"Globale Kooperation ist unabdingbar bei einer erfolgreichen
Verteidigung gegen Botnetze", sagt Prof. Udo Helmbrecht, der
Geschäftsführende Direktor der ENISA.
Beide Berichte werden am Mittwoch, dem 9. März, auf der Konferenz
in Köln vorgestellt. Ein dritter Bericht, bei dem es
schwerpunktmässig um die rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit dem
Kampf gegen Botnetze gehen wird, folgt im 2. Quartal.
Die vollständigen Berichte erhalten Sie hier:
http://www.enisa.europa.eu/botnets -
http://www.enisa.europa.eu/botnets-10Q
Englisch ist die einzige gültige Sprachversion.
Pressekontakt:
Für Interviews oder weitere Angaben wenden Sie sich bitte an:Ulf
Bergström, Pressesprecher, ENISA, press@enisa.europa.eu,
Handy:+30-6948-460-143; oder Dr. Giles Hogben, Experte,
ENISA,giles.hogben@enisa.europa.eu
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Datum: 08.03.2011 - 01:04 Uhr
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