Menschenrechtsinstitut kritisiert geplante Erhöhung der Ehebestandszeit als Gefahr für Opfer von Z

Menschenrechtsinstitut kritisiert geplante Erhöhung der Ehebestandszeit als Gefahr für Opfer von Zwangsverheiratung und Gewalt

ID: 363959
(ots) - Anlässlich der für Montag (14. März) geplanten
Bundestagsanhörung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur
Bekämpfung der Zwangsheirat (Bundestagsdrucksache 17/4401) kritisiert
das Deutsche Institut für Menschenrechte die geplante Erhöhung der
Ehebestandszeit von bislang zwei auf drei Jahre. Nach dem Entwurf
muss eine eheliche Lebensgemeinschaft drei Jahre bestehen, bevor der
nachgezogene Ehepartner ein eigenständiges Aufenthaltsrecht erhalten
kann.

"Wer Opfer von Zwangsverheiratung besser schützen will, muss die
Erhöhung der Ehebestandszeit aus dem Gesetzentwurf streichen",
erklärt Petra Follmar-Otto, Leiterin der Abteilung
Menschenrechtspolitik Inland/Europa am Deutschen Institut für
Menschenrechte. Das ehegattenabhängige Aufenthaltsrecht werde in
Fällen von Zwangsverheiratung und Ehehandel zum Teil gezielt
eingesetzt, um insbesondere Frauen in erzwungenen Ehen und
Gewaltsituationen zu halten, so Follmar-Otto. "Auf diesen
Zusammenhang hat der UN-Frauenrechtsausschuss CEDAW Deutschland
bereits mehrfach hingewiesen und die Absenkung der Ehebestandszeit im
Jahr 2000 ausdrücklich begrüßt." Zwar gebe es eine gesetzliche
Härtefallklausel. Diese greife in der Praxis aber in vielen Fällen
aufgrund von Beweisschwierigkeiten, restriktiver Behördenpraxis und
Angst der betroffenen Frauen vor Abschiebung nicht. Zudem sei die
geplante Verschärfung gegenüber türkischen Migrantinnen und Migranten
aufgrund eines Urteils des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH)
von Dezember 2010 auch europarechtlich nicht haltbar.

Follmar-Otto begrüßt die Erweiterung des Wiederkehrrechts für
zwangsweise ins Ausland verheiratete Frauen und Mädchen. "Es ist sehr
wichtig, dass der Entwurf vorsieht, auf den Nachweis der
eigenständigen Sicherung des Lebensunterhalts für diese Gruppe zu
verzichten", so Follmar-Otto. Allerdings greife der Gesetzentwurf


insofern zu kurz, als er den Behörden bei der Erteilung des
Wiederkehrrechts Ermessenspielräume einräume.

Die Zwangsverheiratung vor allem von jungen Frauen sei in den
vergangenen Jahren zu Recht als weit reichende Verletzung von
Menschenrechten in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt, so
Follmar-Otto. Eine Bewertung des derzeit verhandelten Gesetzentwurf
der Bundesregierung nimmt sie in einem 'aktuell' des Deutschen
Instituts für Menschenrechte vor.

aktuell 01/2011: Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Zwangsheirat
greift zu kurz:
http://www.presseportal.de/go2/Gesetzentwurf_Zwangsheirat



Pressekontakt:
Bettina Hildebrand, Pressesprecherin
Telefon 030 25 93 59 - 14, Mobil 01 60 96 65 00 83
E-Mail: hildebrand@institut-fuer-menschenrechte.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  12. März 2011: Welttag gegen Internetzensur / ROG-Bericht Welttag gegen Internetzensur: Tunesisches Blog
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 10.03.2011 - 08:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 363959
Anzahl Zeichen: 2974

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Menschenrechte



Diese Pressemitteilung wurde bisher 285 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Menschenrechtsinstitut kritisiert geplante Erhöhung der Ehebestandszeit als Gefahr für Opfer von Zwangsverheiratung und Gewalt"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsches Institut für Menschenrechte (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Presseeinladung: Menschenrechte als Kompass - 25 Jahre Deutsches Institut für Menschenrechte / Veranstaltung am 22. April 2026 | 16:00 - 19:00 Uhr | Berlin (Futurium) ...
Rechtsstaatlichkeit, staatliche Handlungsfähigkeit und eine lebendige Zivilgesellschaft stehen vor erheblichen Herausforderungen. Zugleich sind sie die tragenden Säulen einer freiheitlichen Demokratie. Wie können sie unter veränderten politischen, gesellschaftlichen und internationalen Rahmenbed

Deutschland muss endlich barrierefrei werden ...
Seit dem 26. März 2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland in Kraft und sichert Menschen mit Behinderungen ihre Rechte zu. Doch bei der Umsetzung bleibt viel zu tun. Das Deutsche Institut für Menschenrechte fordert deshalb von Politik und Wirtschaft mehr Einsatz für Barrierefrei

Digitale Gewalt gegen Frauen bedroht auch die Demokratie ...
Mädchen verlassen die Schule, weil sie im Klassenchat systematisch gedemütigt werden. Anwältinnen ziehen sich aus sozialen Netzwerken zurück, nachdem sie dort diffamiert werden. Politikerinnen geben ihr Amt auf, weil Drohungen ihren Alltag bestimmen: Geschlechtsspezifische Gewalt in ihrer digita


Weitere Mitteilungen von Deutsches Institut für Menschenrechte


12. März 2011: Welttag gegen Internetzensur / ROG-Bericht "Feinde des Internets" (Achtung, neue Sperrfrist: 11. März, 18 Uhr) ...
Das dritte Jahr in Folge ruft Reporter ohne Grenzen (ROG) zum "Welttag gegen Internetzensur" am 12. März auf. Der Jahrestag wurde von ROG initiiert, um auf das weltweit große Ausmaß der Internetzensur aufmerksam zu machen. Auch in diesem Jahr wird ROG anlässlich des Aktionstages

Deutsches Institut für Menschenrechte feiert 10-jähriges Bestehen ...
Das Deutsche Institut für Menschenrechte wird am 8. März 2011 zehn Jahre alt. Es wurde am 8. März 2001 auf einstimmigen Beschluss des Deutschen Bundestages hin gegründet. Hierzu erklärt der Vorsitzende des Kuratoriums des Deutschen Instituts für Menschenrechte, Prof. Dr. Eibe Riedel:

Plan befreit Kamalari-Mädchen in Nepal Kinderhilfswerk kämpft erfolgreich für Rechte von Mädchen und jungen Frauen ...
Der internationale Frauentag jährt sich am 8. März zum 100. Mal. Trotz wirtschaftlicher, politischer und sozialer Errungenschaften für Frauen, müssen Millionen Mädchen in Entwicklungsländern noch immer in sklavenähnlichen Verhältnissen arbeiten. Plan International kämpft für die Rechte

Terminhinweis 12. März 2011: Welttag gegen Internetzensur / Neuer ROG-Bericht "Feinde des Internets" / Vergabe "Netizen-Preis" ...
Das dritte Jahr in Folge ruft Reporter ohne Grenzen (ROG) zum "Welttag gegen Internetzensur" am 12. März auf. Der Jahrestag wurde von ROG initiiert, um auf das weltweit große Ausmaß der Internetzensur aufmerksam zu machen. Der Einsatz für freie Meinungsäußerung im Internet ist


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z