ANAKON 2011: eine Konferenz auf Erfolgskurs
ID: 369859
ANAKON 2011: eine Konferenz auf Erfolgskurs
Am 22. März wird an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich ? und damit erstmals in der Schweiz ? die ANAKON 2011 eröffnet. An dieser von der Fachgruppe Analytische Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) 1985 ins Leben gerufenen, alle zwei Jahre stattfindenden Analytiker-Konferenz beteiligten sich binnen Kürze die entsprechenden Gesellschaften aus Österreich und aus der Schweiz. Den diesjährigen Organisatoren kann es als großer Erfolg angerechnet werden, dass rund 500 Wissenschaftler nach Zürich kommen werden.
Bioanalytik und Akutdiagnostik, Umweltanalytik und Nano-Analytik, Bio- und Chemosensoren sowie Miniaturisierung stehen neben klassischen Themen wie Trennmethoden, Spektroskopie, Prozessanalytik sowie Element- und Isotopenanalyse auf dem Konferenzprogramm. Dass die Interessen und Arbeitsfelder der Analytischen Chemiker sehr vielfältig sind und ihr Know-how in vielen wissenschaftlichen Disziplinen benötigt wird, zeigt unter anderem der Plenarvortrag des Geologen Professor Dr. Gerald H. Haug, der seit 2007 Professor für Klimageologie an der ETH Zürich ist. Ohne analytische Chemie gäbe es die moderne Klimaforschung nicht.
Den chemischen Part der Klimaforschung übernehmen vor allem die Atmosphärenchemiker, die mit ihren analytischen Methoden zur Aufklärung der Prozesse und der Zusammensetzung der Atmosphäre beitragen. So analysiert im Labor für Atmosphärenchemie am Paul Scherrer Institut im Schweizer Villigen Professor Dr. Urs Baltensperger atmosphärische Aerosole. Das sind kleine flüssige oder feste Partikel, die in der Atmosphäre suspendiert vorkommen und das Klima beeinflussen, weil sie den Strahlenhaushalt der Erde beeinflussen. Sie stammen aus einer Vielzahl von Quellen ? entweder direkt emittiert, beispielsweise aus Dieselfahrzeugen, oder erst in der Atmosphäre gebildet durch Reaktionen von gasförmigen Vorläufersubstanzen. Chemische Analysen ermöglichen es herauszufinden, aus welchen Quellen die Teilchen stammen. Für die anorganischen Komponenten gibt es bereits eine Zeitlang gesicherte analytische Methoden, und in den vergangenen Jahren hat es auch hinsichtlich der Analyse organischer Bestandteile große Fortschritte gegeben.
Viele Verfahren zur Analyse organischer Aerosole basieren auf den Prinzipien der Massenspektrometrie. Dabei unterscheidet man zwei Methoden: die offline- und die online-Analyse. Typisch für die offline-Technik sind Filter, auf denen die Aerosol-Proben gesammelt werden und die organischen Bestandteile von dort extrahiert werden oder thermisch desorbiert werden. Nach chromatographischer Auftrennung findet die massenspektrometrische Analyse statt.
Online-Techniken zur Charakterisierung organischer Aerosole nutzen Aerosol-Massenspektrometer (AMS), die es ermöglichen, quantitativ den größten Teil der Massen- und Größenverteilung zu erfassen. Man erhält also zunächst Informationen über die Gesamtzusammensetzung des organischen Aerosols, die mit Hilfe einer statistischen Analyse Aussagen über die individuellen Quellen möglich macht. Diese in der Entwicklung befindliche Methode kann schneller zu genaueren Ergebnissen führen, wie Baltensperger in seinem Vortrag erläutert.
Den Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAKs) gilt schon lange das Interesse der Atmosphärenchemiker. Sie sind unerwünschte Nebenprodukte bei aller Art von Verbrennungsprozessen. Sie werden den POPs zugerechnet (persistent organic pollutants) und bergen Gesundheitsgefahren. Wie ihr Ferntransport in und ihre Abscheidung aus der Atmosphäre vonstatten geht, ist noch nicht ausreichend verstanden. Das liegt daran, dass die PAKs sowohl gasförmig als auch aerosolgebunden vorliegen können, dass sie sensibel auf Veränderungen der Temperatur, der Feuchtigkeit und der Partikelzusammensetzung reagieren und dass bei ihnen ein "Multihopping" beobachtet wird, ein Absetzen auf dem Boden und erneutes Verflüchtigen in die Atmosphäre. All diese Prozesse lassen sich nur mit Hilfe analytischer Verfahren herausfinden und beobachten. Wie und wo man dazu weltweit am besten Proben nimmt, erläutert Professor Dr. Gerhard Lammel, Masaryk-Universität, Brno, Tschechische Republik, und Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz. Die Ergebnisse globaler Multikompartiment-Modellierung stellt er in Zürich zur Diskussion.
Am Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Mainz wird über Iodspezies gearbeitet, die eine wichtige Rolle bei der Partikelneubildung und beim troposphärischen Ozonabbau in der marinen Grenzschicht spielen. Zahlreiche Labor- und Feldstudien zeigen, dass molekulares Iod und iodorganische Verbindungen, die von Algen und Phytoplankton in die Atmosphäre emittiert werden, die wichtigsten Vorläufersubstanzen für die Bildung neuer iodhaltiger Partikel in der Atmosphäre über den Meeren sind. Die Identifizierung und Quantifizierung dieser Iodspezies stellt noch immer eine große Herausforderung für die analytischen Chemiker dar, wie Michael Kundel berichtet. Auch hier geht man zur online-Technik mit AMS über, um die Partikelgrößen, und ?massen sowie deren chemische Zusammensetzung mit großer Empfindlichkeit in Echtzeit messen zu können. Die AMS-Methode wurde zum ersten Mal auch in Atmosphärensimulationsexperimenten eingesetzt, um die Iod-Emissionen von Algen unter dem Einfluss von Ozon zu untersuchen.
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 30.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Fachgruppe Analytische Chemie mit fast 2200 Mitgliedern. Die Fachgruppe sieht ihre Hauptaufgabe in der Zusammenfassung aller an der analytischen Chemie im weitesten Sinne interessierten Wissenschaftler und Praktiker zum Zwecke der Förderung dieses Wissensgebietes. Für die unterschiedlichen analytischen Disziplinen unterhält die Fachgruppe zehn Arbeitskreise.
GDCh-Öffentlichkeitsarbeit
Postfach 90 04 40
D-60444 Frankfurt /Main
Tel: 069/ 7917 493
Fax: 069/ 7917 1493
E-Mail: pr@gdch.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 18.03.2011 - 13:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 369859
Anzahl Zeichen: 6405
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 257 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"ANAKON 2011: eine Konferenz auf Erfolgskurs"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Meyer-Galow-Preis für Wirtschaftschemie geht an Andreas Lutz und Stefan Schmatloch Entwicklung neuer Klebstoffe für den Fahrzeugbau Dr. Andreas Lutz und Dr. Stefan Schmatloch, bei Dow für Forschung und Entwicklung neuer Klebstofftechnologien verantwortlich, werden am 2. Dezember mit dem M
European Detergents Conference ...
Eine saubere Sache: Reinigen mit biobasierten Komponenten Schneller, kälter, sauberer - der moderne Waschgang muss effizient sein. Er soll die Umwelt schonen und den Energieverbrauch reduzieren. Wodurch diese Ziele erreicht werden können, stellen Waschmittelchemiker am 14. Oktober auf der Eur
2. Forum Junger Umweltwissenschaftler ...
Austausch erweitert den Horizont Nach dem großen Erfolg der Pilotveranstaltung im Jahr 2013 findet vom 22. bis 24. Juni das 2. Forum Junger Umweltwissenschaftler auf der Burg Blomberg im Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen, statt. Dort treffen sich Nachwuchswissenschaftler aus allen Bereichen der
Weitere Mitteilungen von Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)
Vier Analytiker/innen werden ausgezeichnet ...
Mit der Verleihung der Clemens-Winkler-Medaille anlässlich der ANAKON 2001am 23. März 2011 in Zürich würdigt die GDCh-Fachgruppe Analytische Chemie das Lebenswerk von Professor Dr. Reiner Salzer, Leipzig. Salzer ist einer der herausragendsten Analytiker im deutschsprachigen Raum. Seine Arbeitsge
Der Frankenfürst im Acker ...
Im September 2008 pflügt Landwirt Karl Berekhoven mit dem Traktor ein Feld in Nettersheim bei Euskirchen. Plötzlich tut sich unter seinem Traktor ein Loch auf - ein alter Wasserleitungsschacht, denkt er zunächst. Aber unter Kartoffeln und Rüben hat Karl Berekhoven das seit über 1300 Jahren unbe
Vernissage im Hamburger ARCOTEL Rubin ...
Bereits zum zweiten Mal fand die Veranstaltungsreihe "Kunst & Kultur" im Hamburger ARCOTEL Rubin statt. Bei der gestrigen Vernissage wurden Skulpturen des Bildhauers Piero Strada und Bilder von Lucio Greco ausgestellt. Noch bis zum 8. Juni 2011 sind die Werke in der crystal bar des ARC
Kosmosklang - Neuer Verlag in Leipzig mit neuer CD ...
Patrick Becker vom Leipziger Tonstudio Bromologic und die Leipziger Klangkünstlerin Pina Rücker haben ein neues Musiklabel gegründet. Seit kurzer Zeit ist die erste CD - Produktion auf dem Markt. Der neue Kosmosklang Verlag ist ein Label, das für die stille Seite von Musik steht. Stille heißt




