SEPA-Studie: Banken noch nicht ausreichend auf SEPA-Umstellung vorbereitet

SEPA-Studie: Banken noch nicht ausreichend auf SEPA-Umstellung vorbereitet

ID: 380453

Banken empfinden die von der EU-Kommission vorgesehenen Umstellungsfristen als zu kurz. Hohe Aktivität auf dem Sourcing Markt für Zahlungsdienste erwartet.



(firmenpresse) - Frankfurt a.M., 4. April. 2011: Europaweit sind Banken noch nicht ausreichend auf die vollständige Umstellung auf die SEPA-Überweisung und -Lastschrift vorbereitet. Dies geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Capco, einem der führenden globalen Anbieter von Beratungs- und Transformationsdienstleistungen für die Finanzdienstleistungsbranche, hervor. Im Hinblick auf die erwartete Festlegung eines verbindlichen Umstellungsdatums seitens der EU-Kommission droht vielen Banken die Zeit davon zu laufen.


"Readiness Gap" und mangelnde Akzeptanz seitens der Banken

Die Capco-Studie identifiziert dabei eine Lücke, eine so genannte "Readiness Gap", im Hinblick auf die Bereitschaft der Banken, ihre Systeme, Kapazitäten und Angebote vollständig auf SEPA umzustellen: Derzeit werden im Euroraum lediglich 13 Prozent der Überweisungen im SEPA-Format prozessiert, bei den Lastschriften liegt der Anteil bei noch nicht einmal einem Prozent. Gründe hierfür sehen die Capco-Experten v.a. in der mangelnden Akzeptanz des Formates - viele Finanzinstitute stünden SEPA immer noch skeptisch gegenüber. So rechneten rund 50 Prozent der Banken mit negativen Auswirkungen auf ihre Gewinn- und Verlustrechnung, unter anderem aufgrund des Wegfalls von Gebühren im europäischen Zahlungsverkehr und des kostenintensiven, parallelen Betriebs zweier Systeme während der Umstellungsphase.

Auch empfänden viele Banken den avisierten Zeitraum für die finale Umstellung als zu kurz - derzeit wird davon ausgegangen, dass die verbindliche Implementierung für SEPA-Überweisungen (SEPA Credit Transfer) zum Ende 2012, die der SEPA-Lastschriften (SEPA Direct Debit) zum Ende 2013 zu erfolgen hat. Nach ihrem Wunschtermin gefragt, spricht sich ein Großteil der Finanzinstitute für ein späteres Fristende aus - für SEPA-Überweisungen bis Ende 2014 und für SEPA-Lastschriften bis Ende 2016. "Vor dem Hintergrund, dass die finale Entscheidung seitens der EU voraussichtlich im Herbst 2011 erfolgen wird, wird der Zeitdruck für die Banken sehr groß", so Christoph Auer, Zahlungsverkehrsexperte bei Capco.



"Eine wichtige Erkenntnis aus unseren Analysen ist aber auch die absolute Notwendigkeit, ein verbindliches Enddatum für die Umstellung zu setzen. Nur mit diesem Druck kann sichergestellt werden, dass SEPA ein Erfolg wird. Eine Umsetzung auf freiwilliger Basis würde nicht funktionieren", so Auer weiter.

SEPA-Readiness verschafft Wettbewerbsvorteil

Anhand der Studienergebnisse hat Capco Maßnahmen identifiziert, die für eine erfolgreiche Umstellung auf SEPA entscheidend sind: "Die Einführung moderner ITSysteme und Bereitstellung entsprechender Kapazitäten für Zahlungsverkehrstransaktionen sind die Grundvoraussetzung", erläutert Bernd Richter, Partner beim Beratungsunternehmen und Autor der Studie.

Ein weiterer entscheidender Faktor für die Banken ist die frühzeitige Information der Endkunden über das SEPA-Format und die damit verbundenen Vorteile. "Banken, die dies bereits getan haben oder entsprechende Pläne zur Hand haben, können sich so einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen", führt Richter weiter aus.

Viel Bewegung auf dem Sourcing-Markt erwartet

Die Zahlungsexperten von Capco erwarten eine Vielzahl von Aktivitäten auf dem Sourcing-Markt: Durch das Hinauszögern der Umstellung verfügen viele Banken noch nicht über ausreichende Kapazitäten. Diese werden darauf angewiesen sein, zumindest Teile ihrer Wertschöpfungskette im Zahlungsverkehr auszulagern. Banken, die bereits entsprechende Systeme und Kapazitäten haben, verschaffen sich über ein Insourcingangebot einen weiteren Vorteil. Capco erwartet hier einen Wettbewerb der "Big Player" um Insourcing-Volumina. Je näher das verabschiedete Enddatum dabei rücke, desto größer sei die Möglichkeit, für Insourcer sich auf dem Markt zu positionieren, so Capco.

Aufbau der Studie

Die SEPA-Studie basiert auf zwei Säulen, zum einen auf der Analyse des Feedbacks von Finanzdienstleistern auf das "Working Paper on SEPA migration end-date" der Europäischen Kommission (EC), veröffentlicht auf der Website der EC. Zum anderen auf einer Befragung großer europäischer Banken von Seiten Capcos. Diese umfasste sowohl eine Vertiefung der im Working Paper behandelten Punkte als auch Themen, denen in der derzeitigen SEPA-Debatte nach Ansicht von Capco zu wenig Bedeutung beigemessen wird.

Die vollständige Studie kann über den Pressekontakt angefordert werden.
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Datum: 04.04.2011 - 16:15 Uhr
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