Anwälte für Entwicklung
Eine wichtige Aufgabe von Entwicklungshelfern beginnt nach ihrer Rückkehr (Bonn, 22.11.07) Entwicklungshelfer – das sind die, die Bauern in Afrika erklären, wie sie ihre Ernte verbessern können, so die landläufige Vorstellung. Doch das ist falsch. Für die Entwicklungshilfe werden heute Profis mit Berufserfahrung gesucht. Und eine ihrer wichtigen Aufgaben beginnt nach der Rückkehr in die Heimat: Sie erklären hier in Deutschland die Ursachen für Armut und weltweite Strukturprobleme. Damit leisten sie einen großen Beitrag zur entwicklungspolitischen Bildungsarbeit.
Der größte Schatz im Gepäck eines Rückkehrers sind seine Erfahrungen. Zwei Jahre lang oder mehr hat er den Alltag von Menschen in Afrika, Asien oder Lateinamerika geteilt. Jährlich kehren ca. 450 Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer nach Deutschland zurück. In Vereinen, Aktionsgruppen und Kirchengemeinden sind sie gefragte Referenten, um einen Vortragsabend zu „ihrem“ Land zu gestalten.
Politische Entscheidungen, die die Armut in Afrika, Asien und Lateinamerika lindern, wirken sich auch auf die Menschen in Deutschland aus. Ein wesentlicher Grund für die geringen Erlöse für die Produkte der Entwicklungsländer auf dem Weltmarkt etwa sind die Agrarsubventionen der Industrieländer. Wenn die Europäische Union in einem vorbildlichen Schritt ihre Unterstützung für Europas Zuckerbauern senkt, dann erleichtern sie damit Zuckerproduzenten in Afrika und der Karibik den Absatz. Rückkehrende Entwicklungshelfer können vermitteln, warum dieser Schritt richtig ist, auch wenn deutsche Zuckerrübenbauern dann ihre Produktion umstellen müssen. Sie schaffen also Verständnis und Akzeptanz für Maßnahmen der Entwicklungspolitik.
Entsendeorganisationen wie der EED (Evangelischer Entwicklungsdienst), der DED (Deutscher Entwicklungsdienst) oder die AGEH (Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe) unterstützen bewusst diese Informationsvermittlung aus erster Hand. Sie schreiben sogar eigens Stellen aus für die sogenannte „Inlandsarbeit“. Der EED etwa finanziert die Mitarbeit einiger Rückkehrer in konkreten Projekten bei Verbänden, kirchlichen Einrichtungen oder Solidaritätsgruppen für anderthalb bis zwei Jahre. Die Entsendeorganisationen haben Verständnis dafür, dass die Bildungsarbeit nicht ausschließlich ehrenamtlich geleistet werden kann. Der DED hat regionale Bildungsstellen geschaffen, um in den einzelnen Bundesländern präsent zu sein.
Doch nicht jeder ehemalige Entwicklungshelfer ist auch ein geborener Redner. Deshalb unterstützen Entsendeorganisationen die Rückkehrer durch Schulungen bei ihrer Bildungsarbeit. Der DED hat mit dem Berliner Senat vereinbart, dass eine Lehrerin dafür abgestellt wird, ein Bildungsprogramm zum Thema „Globales Lernen“ für Berliner Schulen zu organisieren, bei dem zurückgekehrte Entwicklungshelfer als Referenten auftreten.
Entwicklungspolitische Bildungsarbeit ist auch Thema einer Podiumsdiskussion beim 2. bundesweiten Fachforum zur personellen Entwicklungszusammenarbeit „ENGAGEMENT WELTWEIT“, das der Arbeitskreis „Lernen und Helfen in Übersee“ am 1. Dezember in Bonn ausrichtet. www.engagement-weltweit.de
Links zur Vermittlung von Referenten für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit:
www.ageh.de/informationen/referenten/referenten.htm www.ded.de/cipp/ded/custom/pub/content,lang,1/oid,63/ticket,g_u_e_s_t/~/Referenten.html Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Der Arbeitskreis „Lernen und Helfen in Übersee“ (AKLHÜ) ist ein gemeinnütziger Verein mit 27 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen personelle Entwicklungszusammenarbeit, internationale Freiwilligendienste und entwicklungsbezogene Bildungsarbeit. Sitz und Geschäftsstelle des AKLHÜ sind in Bonn
Arbeitskreis „Lernen und Helfen in Übersee“ e.V. (AKLHÜ) Thomas-Mann-Str. 52 53111 Bonn Tel. 0228-9089910 aklhue(at)entwicklungsdienst.de www.entwicklungsdienst.de
Datum: 23.11.2007 - 11:47 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 38940
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Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Meldungsart: bitte
Versandart: eMail-Versand
Freigabedatum: 22.11.2007
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