Einmalige Flusslandschaft an der Save in Kroatien gefährdet / Save-Konferenz von EuroNatur bringt I

Einmalige Flusslandschaft an der Save in Kroatien gefährdet / Save-Konferenz von EuroNatur bringt Interessenvertreter zusammen

ID: 390652
(ots) - Naturschützer und Schifffahrtsvertreter an
einem Tisch: Auf der von EuroNatur veranstalteten Fachkonferenz "Die
Zukunft der Save als Schifffahrtsstraße und Natura 2000 Gebiet" vom
13. bis 14. April im Goethe-Institut in Zagreb suchten Vertreter
unterschiedlicher Interessensgruppen gemeinsam nach Lösungen, die
Schifffahrt auf der Save naturverträglich zu gestalten. "Das
Schicksal der Save und ihrer einmaligen Flusslandschaft ist weiterhin
unsicher. Mit der Konferenz ist es uns jedoch gelungen, eine
Plattform für eine breite öffentliche Debatte zu schaffen. Erfreulich
ist die offizielle Bestätigung der Save-Kommission, auf die
ursprünglich geplanten Durchstiche von 18 Mäandern zu verzichten",
fasst Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer der Naturschutzstiftung
EuroNatur, die Ergebnisse der Fachtagung zusammen.

Auf der Konferenz plädierte der Sekretär der Internationalen
Save-Kommission dafür, den Flusslauf der Save nicht zu verändern.
Nach den derzeitigen Planungen des kroatischen Schifffahrtsamts soll
die Fahrrinne durch Buhnen und Uferbefestigungen fixiert werden.
Erfahrungsberichte von anderen Flüssen wie etwa der Donau zeigen aber
klar, wie negativ sich derartige Eingriffe auf den
Grundwasserhaushalt und die Lebensräume vieler Pflanzen- und
Tierarten auswirken können.

EuroNatur betont, dass es auch gemeinsame Interessen von
Schifffahrt und Naturschutz an der Save gibt. Denn Schifffahrt und
Natur leiden unter extremem Niedrigwasser und sinkenden Pegelständen
im Sommer. "Der Fluss muss dringend vor weiterer Kiesentnahme
geschützt werden. Zudem sollte die Optimierung des Wasserhaushalts im
Einzugsgebiet eine der Schwerpunktaufgaben der Save-Kommission sein",
fordert EuroNatur-Projektleiter Martin Schneider-Jacoby. Insbesondere
in Trockenzeiten können Schiffe die Save aufgrund des Niedrigwassers


nicht mehr befahren.

Voraussetzung für alle weiteren Eingriffe an der Save ist nach
Auffassung von EuroNatur eine umfassende Untersuchung zur Ökologie
des Flusses und eine genaue Folgenabschätzung jeder geplanten
Maßnahme. Doch genau daran hapert es bei den Plänen für den Ausbau
der Save. Immer noch sind viele Fachfragen ungeklärt und die
Umweltverträglichkeitsprüfung stützt sich auf eine unzureichende
Datengrundlage.

Die Save-Auen sind das größte Auengebiet Europas. Über
tausendfünfhundert Quadratkilometer Auenlandschaft schützen Zagreb,
Belgrad und viele andere Städte vor Hochwasser. Schätzungen zufolge
beträgt der volkswirtschaftliche Wert der Auwälder zum Beispiel für
den Klima- und Hochwasserschutz mehr als 4,5 Milliarden Euro. "Jeder
Eingriff in ein Flusssystem muss den ökonomischen und ökologischen
Wert der Auwälder berücksichtigen", betont EuroNatur-Projektleiter
Martin Schneider-Jacoby.

Aufgrund ihres großen Artenreichtums hat das kroatische
Naturschutzamt die Save und ihre Auen für die Aufnahme in das
europäische Schutzsystem "Natura 2000" nominiert. Schon jetzt gilt
das Verschlechterungsverbot der EU-Richtlinie: Technische Eingriffe,
die das Flusssystem negativ beeinträchtigen, sind damit untersagt
oder müssen durch Schutzmaßnahmen ausgeglichen werden.

EuroNatur wird sich auch künftig in den Diskussionsprozess über
die Zukunft der Save einbringen und wird einen Beitrag zur
Erarbeitung von naturverträglichen Lösungen leisten. Im Vordergrund
steht dabei der Schutz der über Jahrhunderte gewachsenen Natur- und
Kulturlandschaft an der Save. Eingriffe in den überwiegend
natürlichen Flusslauf der Save zur Ausweitung der Schifffahrt dürfen
nach Auffassung von EuroNatur nur erfolgen, wenn es keine besseren
Alternativen wie etwa die Eisenbahn gibt.



Für Rückfragen und Interviewpartner wenden Sie sich bitte an:
EuroNatur
Konstanzer Straße 22
78315 Radolfzell
Tel.: 07732 - 92 72 24
Fax: 07732 - 92 72 22
E-Mail: info@euronatur.org
www.euronatur.org
Pressekontakt: Angie Rother
Ansprechpartner: Dr. Martin Schneider-Jacoby

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