Mehr als nur ein Gefühl an der Zapfsäule - Auto-Experte bestätigt: Diesel ist „krass überteuert“
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Bonn/Bamberg – Jeder Diesel-Fahrer hat das Gefühl schon seit einiger Zeit an der Zapfsäule. Jetzt bestätigt Wolfgang Meinig, Leiter der Bamberger Forschungsstelle Automobilwirtschaft http://www.faw-bamberg.de, dass Diesel „krass überteuert“ ist. Es sei vermutlich Strategie der Mineralölkonzerne, den Preis von Diesel und Super zu vereinheitlichen, zitiert die Tageszeitung Die Welt http://www.welt.de den Autoforscher. Jeder Verbraucher solle nun über die Anschaffung eines Autos mit Erdgas-Antrieb nachdenken. Zudem seien Kleinwagen mit möglichst geringem Verbrauch zu empfehlen, da es noch keine echte Alternative zu Mineralölprodukten gebe: „Egal, ob Wasserstoff, Brennstoffzellen, Rapsöl oder Hybrid-Antrieb: Diese Möglichkeiten sind nicht reif für die Massenproduktion“, so Meinig. Außerdem forderte er die Bundesregierung auf, die Mineralölsteuer zu senken, weil 87 Cent je Liter an das Finanzamt gehen.
Meinig vermutet, dass die Mineralölkonzerne bald Normalbenzin vom Markt nehmen könnten und an den Zapfsäulen neben Gas künftig nur noch Super-Benzin und Diesel anbieten werden. Dass der Kostennachteil von Benzin-Autos immer mehr schwindet, bestätigt auch das Kölner Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) http://www.iw-koeln.de. Während Benzin sich seit 1991 inflationsbereinigt um gut 30 Prozent verteuerte, stieg der Dieselpreis im gleichen Zeitraum um rund 50 Prozent. „Die Schere zwischen Benzin- und Dieselpreis hat sich langsam geschlossen, weil immer mehr Dieselfahrzeuge zugelassen wurden“, sagte IW-Experte Thomas Puls gegenüber dem Berliner Tagesspiegel http://www.tagesspiegel.de. Auch der Auto Club Europa http://www.ace-online.de warnte vor einer Angleichung von Diesel- und Benzinpreisen, da die Verunsicherung der Diesel-Kundschaft schon deutlich spürbar werde.
„Konrad Adenauer soll einmal gesagt haben: Kinder bekommen die Leute sowieso. Die Debatte über den demographischen Wandel zeigt, wie sehr sich der Gründungskanzler der Bundesrepublik hier geirrt hat. Zurzeit verfahren Politiker, Verbandsvertreter und Mineralölkonzerne nach dem Motto: Auto fahren die Leute sowieso. Doch man kann eine Zitrone nicht unendlich auspressen. Irgendwann ist kein Saft mehr drin. Dies sollten sich alle mal hinter die Ohren schreiben. Wer Autofahren immer teurer macht, vernichtet Arbeitsplätze und Marktanteile und kämpft letztlich gegen eine mobile Gesellschaft“, kommentierte der Automobilexperte Uwe Röhrig, Inhaber der Hannoveraner Automobilberatung International Car Concept (ICC) http://www.icconcept.de und Mitglied des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmw.de, die aktuelle Diskussion über die „Autofahrer-Abzocke“.
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Datum: 12.12.2007 - 15:04 Uhr
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