Wasserqualität: Wie gut ist das Wasser aus der Leitung?
Ohne Wasser geht nichts, es ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt. Entsprechend streng wird es in Deutschland von der Quelle bis zum Wasserzähler kontrolliert – was in den Haushaltsleitungen passiert, ist hingegen Privatsache. Hier kommt es häufig zu Verunreinigungen – doch gegen Qualitätsmängel in den eigenen „Hoheitsgewässern“ kann man etwas tun.
© Fotolia.com/Ralf_Noehmer(firmenpresse) - Auch wenn’s pathetisch klingt: Wasser bedeutet Leben. Ein Erwachsener hat einen Bedarf von zwei bis drei Litern täglich. Bei einer mangelhaften Versorgung werden Stoffwechselprodukte nicht ausreichend abtransportiert – der Körper vergiftet. Das kostbare Gut ist in der Bundesrepublik deshalb das am intensivsten kontrollierte Lebensmittel überhaupt – für Leitungswasser gelten strengere Qualitätsanforderungen als für industriell abgepackte Mineral- und Tafelwasser. Die Auflagen zeigen Wirkung: Eine Untersuchung der Wasserqualität durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in den Jahren 2005 bis 2007 bewies, dass die deutschen Wasserunternehmen gute bis sehr gute Qualität liefern.
Gründe für mangelnde Wasserqualität
Leider nimmt die Güte das Wassers häufig noch auf den letzten Metern des Transportweges ab: Verantwortlich dafür sind zum einen veraltete Leitungen aus gesundheitsschädlichen Materialien. Zum anderem sorgt Stagnationswasser, das zu lange in den Leitungen und Armaturen steht, für einen unangenehmen Geschmack. Solches H2O ist unter Umständen mit Stoffen kontaminiert, die von den Leitungsmaterialien abgegeben werden. Für Speisen und Getränke eignet sich solches Wasser nicht, besonders kritisch gilt es bei der Zubereitung von Babynahrung zu sein.
Auch wenn’s den Umweltbewussten widerstrebt, sollte man das Trinkwasser ruhig ein paar Sekunden aus dem Hahn laufen lassen, bevor man es abzapft. Wird die Temperatur nach einer Weile deutlich kühler, ist das ein Zeichen dafür, dass das Stagnationswasser abgeflossen ist. Verchromte Armaturen können bei Menschen, die auf Nickel sensibel reagieren, Hautreaktionen auslösen – solchen Nutzern sei geraten, selbst vor dem Händewaschen etwa einen Viertelliter abfließen zu lassen.
Kritisch wird es, wenn die Leitungen aus Blei sind, was in nicht wenigen Bauten aus den 60er Jahren der Fall. Vor allem Schwangere und Säuglinge sollte solches Nass grundsätzlich nicht als Lebensmittel verwenden. Heutige Leitungen werden übrigens überwiegend aus Kupfer, Stahl oder Edelstahl sowie Kunststoffen hergestellt. Hausbauer machen mit diesen Materialien in der Regel nichts falsch.
Leitungswasser – so bleibt es schmackhaft und gesund
Weitere Maßnahmen zur Qualitätssicherung in den eigenen „Hoheitsgewässern“:
•Ein direkt hinter dem Wasserzähler installierter Feinfilter hält kleinste Partikel auf, die aus dem zentralen Versorgungsnetz angeschwemmt werden könnten. Meist ist es ein Kohlefilter, der Pestizide, Eisen, Kalk und Chlorverbindungen aussiebt. Nitrate und Schwermetalle erfasst er nicht.
•Ionenaustauschgeräte entziehen unerwünschte Mineralien und enthärten das Wasser.
•Bei der Umkehrosmose wird das Wasser durch halbdurchlässige Membranen gedrückt und so gereinigt. Allerdings werden ihm auf diese Weise ebenfalls viele wertvolle Mineralien entzogen.
•Gleiches gilt für Destilliergeräte: Sie filtern Schadstoffe, aber auch Mineralien heraus.
•An die Reinigung des Wassers durch Magnetfelder muss man glauben – die Methode ist umstritten. Die Theorie: Durch Aktivierung der Magnetfelder des Wassers soll das Verkalkungsrisiko verringert werden.
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Datum: 09.05.2011 - 10:52 Uhr
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