Weniger Lebensmittel in den Müll: Strategien gegen die tägliche Verschwendung
ID: 403004
Weniger Lebensmittel in den Müll: Strategien gegen die tägliche Verschwendung
Das Bundesverbraucherministerium entwickelt Strategien, um Nahrungsmittelabfälle zu reduzieren und will Hersteller, Händler und Verbraucher dabei unterstützen, weniger Lebensmittel wegzuwerfen. In Deutschland landen nach Schätzungen jedes Jahr bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll.
Schätzungen zufolge liegt der weltweite Nahrungsmittelverlust je nach Art des Lebensmittels zwischen 20 und 75 Prozent, mit einem Gesamtvolumen von jährlich mehr als 1,2 Milliarden Tonnen. Laut FAO gehen ungefähr ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion als Abfall verloren. "Wir müssen die Verschwendung stoppen. Industrie und Handel, aber auch jeder einzelne Verbraucher kann einen Beitrag leisten, Lebensmittelabfälle zu vermeiden", so Bundesministerin Ilse Aigner. "Wer Abfall vermeidet, hilft der Umwelt und dem Klima, und spart außerdem eine Menge Geld." Nach Hochrechnungen, die auf Angaben aus anderen EU-Staaten basieren, werden in Deutschland pro Kopf jährlich Nahrungsmittel im Wert von 330 Euro weggeworfen.
Untersuchungen zeigen: Viele der weggeworfenen Lebensmittel stammen aus Privathaushalten und sind oft noch originalverpackt. Eine Forsa-Umfrage des Bundesverbraucherministeriums liefert erste Erkenntnisse über das Wegwerfverhalten deutscher Konsumenten: Rund 84 Prozent der Deutschen werfen Lebensmittel weg, weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen oder die Ware verdorben ist. 19 Prozent nennen zu große Packungen als Hauptgrund. 16 Prozent der Bürger werfen Lebensmittel weg, weil sie ihnen nicht schmecken. Und rund ein Viertel gibt an, zu viel gekauft zu haben. In der Umfrage geben 58 Prozent an, dass in ihrem Haushalt regelmäßig Lebensmittel weggeworfen werden. 69 Prozent der Bürger haben beim Wegwerfen von Lebensmitteln ein schlechtes Gewissen (die vollständige Umfrage finden Sie im Internet unter www.bmelv.de)
Das Bundesverbraucherministerium lässt eine umfassende Untersuchung erstellen, die erstmals konkrete und belastbare Zahlen über die Art und Menge der Nahrungsmittel liefern soll, die in Deutschland Jahr für Jahr auf dem Müll landen. Auch die Gründe für die europaweit steigenden Wegwerfraten sollen aufgedeckt werden. Bis Ende 2011 sollen erste Ergebnisse vorliegen. Ziel der Bundesregierung ist es, weitere Vorschläge zur Abfall-Verringerung zu erarbeiten.
"Lebensmittel sind wertvoll ? wir sollten sie mehr schätzen. Zwar sind bei uns Produktionsverfahren und Systemabläufe so weit optimiert, dass vergleichsweise wenig Verluste auftreten. Aber wenn ich sehe, was etwa im Handel alles weggeworfen wird, dann ist das erschreckend", so Bundesministerin Aigner. "Wir müssen weniger Lebensmittelabfälle produzieren und die sinnvolle Nutzung von Reststoffen ausweiten, auch bei der Erzeugung von Bioenergie." Gerade im privaten Haushalt bieten sich viele Möglichkeiten, um einer Verschwendung von Lebensmitteln vorzubeugen. Wenn Gemüse oder Obst richtig lagert wird, bleibt es länger frisch. Auch kann man aus Resten leckere Gerichte kochen - für die Resteküche gibt es sogar spezielle Kochbücher. Aigner: "Im Grunde ist es ganz einfach: Mahlzeiten richtig planen, Notizen machen für den Einkauf, regelmäßig die Vorräte etwa in der Tiefkühltruhe oder im Keller auf Haltbarkeit kontrollieren sowie Reste verwerten."
Ausführliche Verbraucher-Informationen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen gibt es im Internet unter www.jedesmahlwertvoll.de. Die wichtigsten Tipps sind auf einer Service-Checkkarte zusammengefasst, die Verbraucher und Print-Redaktionen kostenlos unter www.bmelv.de herunterladen können.
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner wird am Montag, 16. Mai 2011, in der Messe Düsseldorf gemeinsam mit Vertretern der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) den Fachkongress "Save Food" eröffnen. Im Zentrum des internationalen Kongresses stehen die Themen Ernährung, Verpackung und Nachhaltigkeit. Der Kongress beleuchtet Ausmaß und Gründe der globalen Nahrungsmittelverluste (http://www.save-food.org ).
Ihre Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner
Dienstsitz Berlin, Wilhelmstraße 54, 10117 Berlin
Telefon: 0 30 / 1 85 29 - 31 74 / - 32 08
Telefax: 0 30 / 1 85 29 - 31 79
E-Mail: pressestelle@bmelv.bund.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 10.05.2011 - 18:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 403004
Anzahl Zeichen: 4857
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 295 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Weniger Lebensmittel in den Müll: Strategien gegen die tägliche Verschwendung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Bundestag stimmt Gesetz für die Förderung der ersten Hektare zu Der Deutsche Bundestag hat heute das Gesetz zur Gewährung einer Umverteilungsprämie der Agrar-Direktzahlungen im Jahr 2014 beschlossen. Mit dem Gesetz wird ein wichtiger Teil der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik auf national
Einigung über die Finanzierung der Europäischen Fischereireform ...
Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Hans-Peter Friedrich, hat die politische Einigung über die zukünftige Ausgestaltung des Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) als Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Fischerei gewürdigt: "Mit der gestrigen Ei
Bundesminister Friedrich präsentiert Regionalfenster ...
Neue Regionalkennzeichnung sorgt für mehr Transparenz beim Einkauf Dr. Hans-Peter Friedrich, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, hat am Donnerstag auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin eine neue Regionalkennzeichnung für Lebensmittel vorgestellt. "Das Regional
Weitere Mitteilungen von Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)
Beim Waschen die Umwelt schützen: Bundesverbraucherministerium unterstützt Aktionstag 2011 ...
In Deutschland werden nach Schätzungen pro Jahr fürs Waschen etwa sechs Milliarden Kilowattstunden Energie und etwa 330 Millionen Kubikmeter Wasser benötigt. Jährlich werden bundesweit rund 600.000 Tonnen Waschmittel verbraucht und etwa 100 Milliarden Gedecke Geschirr gespült. Jeder einzelne
Energie der Zukunft aus Biomasse: Ministerin Aigner besucht Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ...
Bundesagrarministerium bereitet Positionspapier zur EEG-Novelle vor Ein schneller Ausstieg aus der Atomenergie und eine Reduzierung fossiler Brennstoffe ist ohne die verstärkte Nutzung nachwachsender Rohstoffe nicht denkbar. Biomasse ist die einzige erneuerbare Energiequelle, die fast überall
Beerfeltz bei VN-KonÂfeÂrenz für die am wenigÂsten entÂwickelÂten LänÂder in IstanÂbul ...
"Auch ärmste Entwicklungsländer der Welt stärker fordern" Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär im BundesÂministerium für wirtÂschaftÂliche ZusammenÂarbeit und EntÂwickÂlung (BMZ), hat bei der vierten VN-KonfeÂrenz für die am wenigÂsten entwickelten Länder (Least Devel
Gudrun Kopp eröffnet Action for Global Health ...
Die ParlaÂmenÂtaÂrische StaatsÂsekreÂtärin im BMZ, Gudrun Kopp, eröffnet heute in Berlin die diesjährige Action for Global Health (AfGH) Konferenz zu "Risiken und NebenÂwirkunÂgen der deutÂschen EntÂwicklungsÂzusammenÂarbeit im GeÂsundÂheitsÂsektor". Im Rahmen der eintägi




