Kommentar: Ein Fall für Experten

Kommentar: Ein Fall für Experten

ID: 407176

Kommentar: Ein Fall für Experten



(pressrelations) - 16. Mai 2011. Heute übergibt die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) ihren Bericht an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), und am Mittwoch soll das Bundeskabinett erstmals über Förderpläne beraten. Da bringen sich jetzt schon die "Truppen" in Stellung, um die reine Lehre zu verteidigen: Kein Geld der Steuerzahler in die Kassen der Automobilindustrie für die Entwicklung von Elektroautos, lautet die Forderung. Eigentlich wäre das ein Fall für eine saubere Abwägung von Argumenten. Aber es steht zu vermuten, dass die Experten wieder mal das Nachsehen und andere die Zuhörer haben werden.

Der Tiefgang der Diskussion der kommenden Tage wurde schon am Sonntag erkennbar, als eine große Sonntagszeitung das Thema Elektromobilität auf das Elektroauto verengte und auch gleich noch den Eindruck erweckte, als seien mit dem Begriff nur die Autos beschrieben, die ihren Strom aus Batterien an Bord beziehen. Das Auto mit Brennstoffzellen als Energiewandlern wurde als ein Fahrzeug der nächsten Generation dargestellt. Dabei ist das eine so falsch wie das andere; denn beides sind Elektroautos. Der Begriff lässt sich allerdings nicht auf die batterieelektrischen Brötchenholgeräte aus Japan reduzieren.

Definiert man den Begriff "Elektroauto", dann sind alle Fahrzeuge Elektroautos, deren Antrieb über Elektromotoren erfolgt und nicht direkt über einen Verbrennungsmotor. Mit dieser Definition geht auch das Fahrzeug mit Rangeextender als ein Elektroautos durch, weil es vier Fünftel seiner Zeit elektrisch betrieben wird und sein Strom generierender Verbrennungsmotor nicht mit dem Antrieb verbunden ist. Alle Antriebstechnologien brauchen Batterien als Zwischenspeicher, auch das Auto mit Brennstoffzelle.

Genauso falsch wie die Verengung des Begriffs Elektroauto ist die Fokussierung der Diskussion auf das Elektroauto. Die Nationale Plattform befasst sich eben nicht nur mit dem Elektroauto, sondern umfassend mit der Elektromobilität. Dazu zählen die Fragen nach der Herkunft des Stroms, dessen Speicherung in einem volkswirtschaftlich relevanten Volumen, die Leitungsnetze, die Produktion der Autos, deren Betrieb, deren Versorgung mit Energie, deren Entsorgung oder Recyling und ? nicht zu vergessen ? neue Fahrzeugkonzepte ebenso wie neue Formen der Mobiltät in unseren Städten.



So umfassend müssen wir gerade im Zeichen der angepeilten Energiewende die Elektromobilität betrachten. Die Aufgabe betrifft also bei weitem nicht nur die Automobilindustrie, sondern alle Bürger. Mobilität für alle, die es wollen in einer Gesellschaft, die sich das ökonomisch und ökologisch leisten kann: Das ist das Ziel. Das ist sogar eine politische Aufgabe, weil sie alle Bürger angeht.

Die Nationale Plattform Elektromobiltät trägt ihren monströsen Namen aus diesem Grund. Die Elektromobilität ist als Teil der Energiewende eine nationale Aufgabe. Deswegen sieht die Plattform ihre Aufgabe übergreifend. Das war schon beim Zwischenbericht deutlich geworden. Ihr Programm soll ? wie man hört ? insgesamt vier Milliarden Euro kosten. Die beteiligte Industrie ? gemeint ist also keineswegs nur die Automobilindustrie ? will den größten Teil der Kosten tragen. Für den Rest hatte die Bunderegierung bereits mit Gründung der Plattform 500 Millionen Euro zugesagt.

Das wird nicht reichen. Und genau das bringt die Vertreter der reinen Lehre auf den Plan, die keine Steuergelder für die Elektromobilität in die Hand zu nehmen. Das sei Sache der Automobilindustrie. Doch weder die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern noch die Reduktion von Emissionen sind kostenlos zu haben. Natürlich kann man es dem letzten in der Kette allein überlassen, die Kosten zu tragen. Der Autofahrer ist das ja gewohnt.

Und noch ein Aspekt: Auch diese Diskussion wird sicher wieder davon ausgehen, dass Deutschland immer noch eine Insel ist. Aber fast jeder unserer Absatzmärkten verhält sich nationalistisch, allerdings genau in der anderen Richtung als jetzt für uns gefordert: Sie zahlen alle möglichen Zuschüsse ? an Unternehmen für die Entwicklung oder an die Käufer in Form von Schecks beim Kauf oder als Steuererleichterungen. Die Franzosen sind da mal wieder besonders aktiv. Die Niederländer, die Briten, die Amerikaner, die Chinesen und viele andere geben viel Geld dafür aus, die Elektromobilität voranzubringen.

Zum Start der Nationalen Plattform Elektromobilität hatte die Bundesregierung das Ziel verkündet, 2020 sollten in der Bundesrepublik eine Million Elektroautos auf unseren Straßen rollen. 2010 waren nicht einmal 1000 rein batterieelektrisch betriebene Elektroautos in Deutschland zugelassen. Setzt man die richtige, erweiterte Definition des Elektroautos voraus, müsten in den verbliebenen nicht einmal neun Jahren 1000 Mal mehr davon zugelassen sein als heute.

Selbst, wenn das erreicht werden könnte, führen dann zwei von hundert Personenwagen elektrisch. Das ist nicht mehr als ein Anfang, aber ein erster, wichtiger Schritt weg von der Abhängigkeit von nicht-deutschen Energiequellen und hin vielleicht auch hin zu einer größeren Akzeptanz der Elektromobilität als einer Form der zukünftigen Mobilität.


Kontakt:
Redaktion Auto-Medienportal.Net
Enzer Straße 83
31655 Stadthagen
workTel.: +49(0)5721 9383988
Fax: +49(0)5721 92175
E-Mail: newsroom@auto-medienportal.netUnternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Einführung der Software K3V 3.0 Strom bei der AÜW Wer weniger wegschmeißt, muss weniger anbauen
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 17.05.2011 - 10:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 407176
Anzahl Zeichen: 5664

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 288 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Kommentar: Ein Fall für Experten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Auto-Medienportal.Net (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Rekordjahr 2024: Vom unwiderstehlichen Reiz des Normalen ...
Positiv-Rekorde waren 2024 rar. Walther Wuttke, der Geschäftsführer des "Autoren-Union Mobilität", konnte für das Netzwerks von Fachjournalisten einen melden: Zum ersten Mal musste dessen Leadmedium "Auto-Medienportal" in einem Jahr 51,01 Millionen Abfragen nach Texten, Fotos

Wer zählt die Millionen, nennt die Milliarden? / "Deutscher Meister" der Reichweite - Ein Fachmedium für Spezialisten öffnet Medien die Tür in die die unendliche Weite des Internets ...
Gleich von vier Seiten kam es dieses Jahr für die "Autoren-Union Mobilität" heftig: Das internationale Analyseunternehmen "Meltwater", die deutsche "Landau Medien", die externe Software "Konsole H" attestieren den Medien des Fachjournalisten-Netzwerks überz

Keiner aus der Szene schafft eine größere Reichweite / Wir liefern jede Woche eine Million Texte, Fotos und Videos an unsere Leser und Redaktionen aus ...
Spannende Zeiten erfordern klare Ansagen. Das gilt auch für uns, das Netzwerk aus freien Fachjournalisten unter dem Dach der Autoren-Union Mobilität. "Meltwater" hat unser Echo in der Mobilitäts-Szene ein Jahr lang gemessen, und seit vier Monaten guckt uns "Landau" auf die Zah


Weitere Mitteilungen von Auto-Medienportal.Net


Gebäudemodernisierungsgesetz: Mehr Flexibilität darf nicht zu neuen Unsicherheiten führen ...
Mehr Flexibilität und eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz sind wichtige Voraussetzungen, um die Modernisierung des Gebäudebestands voranzubringen. Gleichzeitig sieht der VDI an mehreren Stellen des heute im Bundeskabinett verabschiedeten Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) Nachbesserungsb

Gebäudemodernisierungsgesetz: DVGW begrüßt Verabschiedung im Bundeskabinett / Wärmekostenstudie des DVGW vergleicht Gesamtkosten verschiedener Heizungslösungen ...
Der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. bewertet den heute im Bundeskabinett verabschiedeten Gesetzesentwurf der Bundesregierung zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) als wichtigen Fortschritt für die Wärmewende. "Die Entscheidung war überfällig. Das Kabinett sorgt mit

ScanHaus Marlow eröffnet fünf neue Musterhäuser ...
ScanHaus Marlow baut seine Präsenz aus und eröffnet im Mai 2026 gleich fünf neue Musterhäuser in Deutschland. Mit dieser Erweiterung stärkt das Unternehmen seine Position als einer der führenden Anbieter im Bereich moderner Fertighäuser und schafft zusätzliche Möglichkeiten für Bauinteress

Guy Ritchie präsentiert IN THE GREY bei Special Screening in Berlin ...
Volles Haus und volle Ladung Ritchie - im Berliner Zoo Palast wurde am gestrigen Abend nicht lange gefackelt, sondern stilvoll abgeliefert. Zahlreiche Fans sowie bekannte Content Creator wie Dannero, Melo Nsuka, Nerdzika, Jonas Wuttke und Jakob Grün folgten der Einladung von LEONINE Studios zum Spe

GModG: Fossiler Rückschritt statt versprochener Modernisierung ...
Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW) kritisiert den Kabinettsbeschluss für ein Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) als Schritt zurück. Statt den Übergang zu klimaneutraler Wärme verbindlich zu regeln, öffnet der Gesetzentwurf fossile Investitionspfade erneut und verschiebt zent

Europas Wasserversorgung unter Druck: Lösungen aus der Praxis / Swecos neue Analyse zeigt, wie Wasserrisiken die langfristige Widerstandsfähigkeit in Deutschland und ganz Europa auf die Probe stelle ...
Nicht nur in Deutschland stehen die Wasserversorgungssysteme unter zunehmendem Druck - ganz Europa ist betroffen, da Überschwemmungen, Wasserknappheit und eine sinkende Wasserqualität immer häufiger gleichzeitig auftreten. Swecos neue Studie zeigt, dass die Auswirkungen dieser Faktoren zusammen m

eprimo und klarsolar bieten preiswerten Einstieg in die Photovoltaik ...
- Exklusiver Vorteil für eprimo Kundinnen und Kunden - Fünf Gratis-Module beim Kauf einer PV-Anlage über klarsolar Neu-Isenburg, 13. Mai 2026. Mehr Unabhängigkeit zum kleinen Preis: eprimo baut sein Engagement im Bereich erneuerbare Energien weiter aus und bietet ab sofort einen zusätzliche

Fachtagung Abwärme BW & Bundesabwärmetagung 2026 ...
Die Bundesabwärmetagung 2026 (BAT26) findet erstmalig in Kooperation mit der Fachtagung Abwärme BW statt. Die Kooperation macht die Tagung zu einem Fachevent der Superlative, das in dieser Form und in diesem Umfang zum ersten Mal in Deutschland stattfinden wird. Die gemeinsame Tagung bringt Akteur

Neuer Gesetzentwurf zum Heizungswechsel ...
Der neue Entwurf zum Gebäudeenergiegesetz (GEG) liegt vor und sendet ein klares Signal an alle Immobilieneigentümer: Die Ära der fossilen Brennstoffe neigt sich dem Ende zu. Wer heute noch auf eine neue Gasheizung setzt, entscheidet sich für die langfristig teuerste Lösung. Experten raten daher

Dienstwagen zuhause laden: ENERANDO zeigt, wie Unternehmen eine praktikable und skalierbare Lösung aufsetzen ...
Die Elektrifizierung des Fuhrparks ist in vielen Unternehmen längst gelebte Praxis – vom Vertrieb über das Management bis hin zum Service. E-Dienstwagen sind heute fester Bestandteil moderner Mobilitätskonzepte. In der Umsetzung zeigt sich jedoch schnell: Die eigentliche Herausforderung liegt o


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z