Interview von Hermann Gröhe in der Rheinischen Post
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Interview von Hermann Gröhe in der Rheinischen Post
CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe gab der "Rheinischen Post" (heutige Ausgabe) das folgende Interview. Die Fragen stellte Michael Bröcker.
Frage: Ist der Atomausstieg unumkehrbar?
Gröhe: Ja. Die Chance für einen gesellschaftlichen Konsens ist nur dann gegeben, wenn der Atomausstieg unumkehrbar ist. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der Bundesratssitzung im Juli wesentliche Weichenstellungen der Energiewende abgeschlossen haben werden. Der Ausstieg wird sich wohl über ein Jahrzehnt hinziehen. Dabei werden wir regelmäßig überprüfen müssen, ob der Weg konsequent beschritten wird, etwa beim beschleunigten Netzausbau oder dem Ausbau der erneuerbaren Energien.
Frage: Wie lange dauert es noch?
Gröhe: Die Vorstellungen der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen sind so nah wie noch nie beieinander. Greenpeace sagt 2015, die Energiewirtschaft hält 2020 bis 2022 für realistisch. Die CDU wird dafür sorgen, dass mit Vernunft vorgegangen wird. Maß und Mitte leiten uns beim Umstieg.
Frage: Noch einmal: bis wann?
Gröhe: Das Gesamtpaket ist entscheidend und wichtiger als zwölf Monate früher oder später. Ich halte einen Atomausstieg innerhalb eines Jahrzehnts für realistisch, wenn wir gleichzeitig die Fragen der Energieeffizienz, Speicherkapazität, des Netzausbaus und des Zubaus etwa von Gaskraftwerken stimmig beantworten. Eine Jahreszahl kann man aber erst im Gesamtkonzept nennen.
Frage: Wie soll die Ex-Kernenergiepartei CDU vom Atomausstieg profitieren?
Gröhe: Ich erinnere daran, dass bereits der frühere Umweltminister Klaus Töpfer bei der Übernahme seines Amtes 1987 eine Zukunft ohne Kernenergie verlangt hatte.
Frage: Im Herbst hörte sich das anders an.
Gröhe: Wir haben uns eine zu lange Diskussion über den Umfang der Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke geleistet, statt unser Hauptziel, Deutschland ins Zeitalter der erneuerbaren Energien zu bringen, deutlicher zu vermitteln. Das war ein Fehler, den wir jetzt korrigieren. Um es auf den Punkt zu bringen: Aussteigen wollen alle. Aber mit der CDU geschieht dies mit wirtschaftlicher Vernunft!
Frage: Und die SPD muss mitmachen?
Gröhe: Wir wollen einen gesellschaftlichen und politischen Konsens. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Wesentliche Umsetzungsschritte des Energiekonzepts sind nur mit Zustimmung der Länder zu erreichen. Je mehr wir an einem Strang ziehen, desto schneller gelingt der Umstieg.
Frage: Die SPD will neue Endlager?
Gröhe: Es ist wichtig, dass die ergebnisoffene Erforschung in Gorleben fortgeführt wird. Denkbar wäre aber auch sich auf ein Verfahren zur Ermittlung allgemeiner geologischer Eignungskriterien und möglicher alternativer Entsorgungsoptionen zu verständigen.
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Datum: 21.05.2011 - 12:01 Uhr
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