Windenergie in NRW ? Volle Kraft voraus mit Repowering und neuen Anlagen im Wald
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Windenergie in NRW ? Volle Kraft voraus mit Repowering und neuen Anlagen im Wald
Mehr als 460 Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik sowie 80 Aussteller ? der 3. Branchentag Windenergie in der Messe Essen erhielt enormen Zuwachs. Das zeigt, wie sehr die Themen Windenergie und Windindustrie auch in Nordrhein-Westfalen im Fokus des Interesses stehen. Veranstalter des Branchentags Windenergie NRW ist die Agentur Lorenz Kommunikation aus Grevenbroich in Zusammenarbeit mit der EnergieAgentur.NRW.
"Die Zukunft liegt in den Erneuerbaren Energien, und das größte Potenzial hat in NRW die Windenergie", sagte der nordrhein-westfälische Klimaschutzminister Johannes Remmel in seiner Eröffnungsrede. "Dazu haben wir den restriktiven Erlass der Vorgängerregierung vollständig überarbeitet. Aus dem Windkraft-Verhinderungs-Erlass soll wieder ein Windenergie-Ermöglichungs-Erlass werden. Damit wollen wir jetzt um so schneller wieder aufholen beim Ausbau dieser Zukunftstechnologie."
Entscheidend dafür sei ein konsequentes Repowering der Anlagen, so der Minister weiter. Bis zum Jahr 2020 soll der Wind-Anteil an der Stromversorgung in NRW von heute drei auf 15 Prozent gesteigert werden. "Das ist ein ehrgeiziges Ziel. Wir können mit dem derzeitigen Bestand diese Leistung erbringen, wenn wir sie mittels Repowering entsprechend ertüchtigen. Das wird sich 1:1 nicht machen lassen. Aber der Zubau wird sich in Grenzen halten", so erläuterte der Klimaschutzminister.
Dr. Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW und des Clusters EnergieRegion.NRW, zeigte sich ebenso zuversichtlich: "Mit dem neuen Windkrafterlass der Landesregierung erwarten wir einen deutlich erkennbaren Zubau der installierten Windleistung durch Repowering und durch neue Anlagen. Wir erhoffen uns damit auch, dass alle namhaften Hersteller und Zulieferer der Branche mit dem Marktzuwachs in NRW präsenter werden und bei dem dann erhofften guten Geschäftsumfeld auch Niederlassungen und Produktionsstätten im Land ansiedeln. Das bedeutet neue und nachhaltige Arbeitsplätze für das Windland NRW."
Über die bereits zahlreichen wichtigen Akteure im Bundesland informiert das Netzwerk Windkraft NRW, das in die Struktur des Energiewirtschaftsclusters EnergieRegion.NRW eingebunden ist. Es wurde bereits 2009 von der Landesregierung ins Leben gerufen. Mit dem Netzwerk steht der Branche eine Plattform zur Verfügung, auf der sich Fachleute und Experten themenbezogen und lösungsorientiert austauschen können.
Dazu gab es auch reichlich Gelegenheit auf dem diesjährigen Branchentag Windenergie NRW. In den Expertenvorträgen ging es unter anderem um die Gegenüberstellung von Windenergie Onshore und Offshore. Professor Andreas Reuter vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) betonte in seinem Vortrag, das Potenzial der Onshore-Windkrafterzeugung dürfe keinesfalls unterschätzt werden. "Windenergie an Land kann bis zu 65 Prozent des deutschen Strombedarfs decken, zeigt eine neue Studie. Doch zunächst müssen geltende Höhenbeschränkungen für Windkraftanlagen beseitigt werden, um die Effizienz der Anlagen voll auszuschöpfen", sagte der Experte. Zudem sei das Potenzial für die Offshore-Technik enorm. Es werde in Europa auf circa 200 GigaWatt bis zum Jahr 2030 geschätzt. "Entscheidend dafür ist die entsprechende Industrialisierung und Prozesskettenoptimierung. Wenn das vorangetrieben wird, dann besteht ein riesiges Marktschöpfungspotential für Deutschland", so gab der Fachmann zu bedenken.
Als ein weiteres zentrales Thema auf der Tagung erwies sich der Bereich Windkraft im Wald. Die Landesregierung will diese Strategie ebenfalls vorantreiben. Der bisherige Windkrafterlass ließ das nicht zu, doch das soll sich spätestens Mitte Juni mit dem neuen Erlass der Landesregierung ändern, das hatte Minister Remmel bereits zu Beginn des Branchentages angekündigt. Dr. Rolf Bungart, Leiter Projektentwicklung der OSTWIND-Gruppe, gab in seinem Fachvortrag einen guten Überblick über das Thema. "Ein Vorteil dieser Methode ist: Waldstandorte sind in der Regel siedlungsfern und weniger sichtbar. Die Nutzung dieser Standorte ermöglicht einen minimalen Flächenverbrauch durch Energiegewinnung quasi im zweiten Stock. Ein stabiler Ertrag sichert damit auch die Wirtschaftlichkeit der Wälder", so fasste es Dr. Bungart zusammen.
Internet: http://www.windkraft.nrw.de
Weitere Informationen:
Netzwerkmanager Windkraft im Cluster EnergieRegion.NRW:
Stephanus Lintker; EnergieAgentur.NRW, Roßstraße 92, 40476 Düsseldorf
Tel: (0211) 86 64 20, lintker@energieagentur.nrw.de
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Datum: 26.05.2011 - 02:00 Uhr
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