Tag der Organspende: Initiative Kritische Aufklärung über Organtransplantation KAO e.V. gegen Einf

Tag der Organspende: Initiative Kritische Aufklärung über Organtransplantation KAO e.V. gegen Einführung der Widerspruchslösung und Erklärungspflicht

ID: 422492

Tag der Organspende: Initiative Kritische Aufklärung über Organtransplantation KAO e.V. gegen Einführung der Widerspruchsregelung und Erklärungspflicht zur Organspende



(pressrelations) - Bremen (01.06.11). Zum diesjährigen "Tag der Organspende" am 4. Juni bekräftigt die Initiative "Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V." (KAO) aus Bremen ihre Forderung an alle Institutionen und die Gesellschaft nach Ablehnung der Widerspruchsregelung oder einer Erklärungspflicht zur Organspende. "Der einseitigen Werbung für Organspende muss eine ehrliche und umfassende Information entgegengestellt werden. Denn nur bei ehrlicher, umfassender Aufklärung sind Menschen in der Lage, eine tragfähige Entscheidung darüber zu treffen, ob sie Organe geben wollen oder nicht", betont die 1. Vorsitzende von KAO, Renate Focke.

"Die Menschen müssen wissen, dass zum Zweck der Organentnahme der Todeszeitpunkt vorverlegt wird. Organe werden im sogenannten Hirntod bei schlagendem Herzen unter Aufrechterhaltung aller übrigen Körperfunktionen, also bei lebendigem Leib, herausgeschnitten. Bei der Organentnahme benötigen diese "Toten" muskelentspannende und schmerzstillende Medikamente. Eine Narkose bei einer Organentnahme ist nicht vorgeschrieben, wird aber zunehmend von Ärzten gefordert bzw. stillschweigend oftmals bereits gegeben", erklärt Renate Focke zur Praxis der Organentnahme. "Zu einer ehrlichen Aufklärung gehört auch die Information, dass Organspender auf eine Sterbebegleitung durch Angehörige verzichten müssen, dass ihr Sterben ? wenn die Diagnose richtig ist - auf dem Operationstisch verlängert wird, um dann nach der Organentnahme beendet zu werden."

Die Mitglieder von KAO erwarten von der Transplantationsmedizin, endlich einzugestehen, dass der Hirntod keine wissenschaftliche, sondern eine juristische Definition ist, um straffrei lebensfrische Organe entnehmen zu können. Im Jahr 2008 stellte das "President?s Council on Bioethics" (USA) eindeutig klar: "Der Hirntod ist naturwissenschaftlich nicht dem Tod gleichzusetzen." Der britische Kardiologe David W. Evans fasst die Kritik am Hirntodkonzept und der auch in Wales geforderten Widerspruchlösung in seinem Schreiben an das Parlament in Wales zusammen: "Ein Schritt in Richtung Widerspruchslösung, ohne zuvor sicherzustellen, dass alle möglicherweise Betroffenen umfassend und ehrlich darüber informiert werden, was mit ihnen geschieht, wenn sie eines Tages als Organspender verwendet werden - und dass sie dies alles verstanden haben - dieser Schritt ist aus meiner Sicht eine Ausweitung der schon jetzt vorherrschenden Irreführung von altruistischen, aber schutzlosen Menschen bei der zunehmend intensiveren Suche nach Organen - auf Kosten der beruflichen Glaubwürdigkeit und der altmodischen Vorstellung von fairem Umgang miteinander." (Welsh Affairs Committee, February 2011).



Die Mitglieder von KAO fordern die Bundesregierung und die im Bundestag vertretenen Parteien auf, die enge Zustimmungslösung einzuführen, also Organentnahmen nur bei einer persönlichen Einwilligungserklärung nach umfassender Information gesetzlich zu erlauben. Weiterhin erwarten sie von allen Kliniken sowie den Ärzten und den Pflegenden, Patienten im Hirnversagen die gleiche Zuwendung zu geben wie anderen Sterbenden, und von den Vertretern der Kirchen, keine Nützlichkeitserwägungen zu unterstützen.

Auf ihrer Webseite unter http://www.initiative-kao.de bietet KAO ausführliche kritische Hintergrundinformationen und Angehörigenberichte zum Thema Organspende, Organentnahme und Hirntod an, um Interessierte auch über die andere Seite der Transplantationsmedizin zu informieren.

Über den Verein 'Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. - KAO'

Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. (KAO) ist eine Initiative, gegründet von Eltern, die ihre verunglückten Kinder zur Organspende freigegeben haben, ohne die Hintergründe zu diesem Zeitpunkt genau genug zu kennen. Erst nachdem unsere Kinder beerdigt waren, haben wir begriffen, wozu wir ja gesagt hatten. Wir haben begriffen, dass lebende Organe nicht von Menschen entnommen werden können, die so tot sind, wie wir es uns vorgestellt hatten. Wir haben unsere Entscheidung daher bitter bereut. Durch unsere Zustimmung waren unsere Kinder in ihrem Sterbeprozess, indem sie unserer besonderen Liebe bedurften, ungeschützt alleingelassen und einer Organentnahme überantwortet, die uns hinterher wie das Ausschlachten eines Autowracks erschien.

In dieser Situation haben wir uns entschlossen, durch Aufklärung dazu beizutragen, dass andere Eltern unter ähnlichen Umständen davor bewahrt werden, unvorbereitet wie wir mit der Frage der Organspende konfrontiert zu werden.


Pressekontakt:
Renate Focke, 2. Vorsitzende KAO
Ricarda-Huch-Str. 13
28215 Bremen
Deutschland

Tel: 0421-6734305
Email: renate.focke.kao@kabelmail.deUnternehmensinformation / Kurzprofil:
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Datum: 09.06.2011 - 21:30 Uhr
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