Sommergrundlinien 2011
ID: 447461
Sommergrundlinien 2011
- Exportindustrie punktet im Wettbewerb
- Privater Konsum gewinnt an Fahrt
- Beschäftigungsaufbau setzt sich fort
- Löhne dürften kräftig steigen
- Trotz steigender Einnahmen aufgrund hoher Schulden keine Spielräume für Steuersenkungen
Exporte: Spezialisierung zahlt sich aus
Die deutsche Wirtschaft profitiert besonders von der Spezialisierung auf hochwertige Industriegüter, die von den wachstumsstarken Schwellenländern, insbesondere von China, kräftig nachgefragt werden. Die hohe Spezialisierung und technologische Kompetenz dürfte die Exportwirtschaft auch vor den Folgen eines etwaigen Anstiegs des Eurokurses schützen, da die Nachfrage nach hochwertigen Industriegütern auch bei einem Preisanstieg nur wenig sinkt. "Selbst bei einem anhaltend starken Euro kann weiterhin mit einer kräftigen Exportnachfrage gerechnet werden", erläuterte DIW-Kuratoriumsvorsitzender Bert Rürup die vielversprechenden Aussichten Deutschlands auf den Weltmärkten. "Zwar dürfte sich im weiteren Verlauf des Jahres die weltwirtschaftliche Entwicklung etwas abkühlen. Die deutschen Exporte werden davon aber nicht sehr stark betroffen sein."
Abeitsmarkt: Erholung setzt sich fort
Das erfreulich starke Wirtschaftswachstum verbessert auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter. Der spürbare Beschäftigungsaufbau setzt sich bis ins kommende Jahr fort, die Arbeitslosigkeit sinkt weiter. "Wir erwarten, dass die Arbeitslosenquote dieses Jahr im Schnitt bei sieben Prozent liegen wird und damit deutlich unter den fast acht Prozent im letzten Jahr", sagte DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. Auch nächstes Jahr wird sich die Situation am Arbeitsmarkt noch einmal verbessern. Die Löhne werden nach DIW-Erwartungen dieses und vor allem nächstes Jahr kräftig steigen. "Die Spielräume der Unternehmen sind angesichts der kräftigen Produktionssteigerungen beachtlich", erläuterte Junker. "Vor allem in den exportorientierten Branchen sollten die Gewinne weiter kräftig wachsen. Davon dürften auch die Beschäftigten profitieren." Das DIW erwartet für 2011 durchschnittliche Pro-Kopf-Lohnsteigerungen von knapp zweieinhalb Prozent, für nächstes Jahr von fast drei Prozent.
Öffentliche Finanzen: Einnahmen sprudeln dank guter Konjunktur
Die gute Konjunktur verbessert die Lage der Staatsfinanzen deutlich. So fallen die Ausgaben für Arbeitslosengeld, während gleichzeitig die Steuereinnahmen und Sozialbeiträge kräftig anziehen. Im Ergebnis wird sich in diesem Jahr das öffentliche Defizit nach Einschätzung des DIW auf 1,7 Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts fast halbieren und im nächsten Jahr unter die Ein-Prozent-Marke fallen. Pläne für Steuersenkungen lehnen die DIW-Experten gleichwohl ab: "Die Verbesserungen des Staatshaushalts sind fast nur der guten Konjunktur zu verdanken. Die Politik hat bisher durch Konsolidierungen nur sehr wenig beigetragen", erklärte Ferdinand Fichtner. "Jetzt die Steuern zu senken, ist angesichts der hohen öffentlichen Verschuldung, der Vorgaben der Schuldenbremse, aber auch angesichts zukünftiger Belastungen zum Beispiel für die Euro-Rettung oder die Energiewende, kaum zu verantworten."
Weltwirtschaft: nur leichte Abkühlung
Die Weltwirtschaft bleibt weiterhin auf Expansionskurs, kühlt sich aber etwas ab. "Die erste Jahreshälfte war zwar noch sehr kräftig, im weiteren Jahresverlauf wird die Weltwirtschaft aber eine ruhigere Gangart einschlagen", so Ferdinand Fichtner. Die Impulse der Konjunkturprogramme lassen nach und die Spielräume für weitere fiskalische Maßnahmen sind vielerorts weitgehend ausgeschöpft, die Geldpolitik vor allem in den Schwellenländern wird angesichts hoher Inflationsraten zunehmend restriktiv. Zusätzliche Risiken für die weltwirtschaftliche Entwicklung erwachsen aus der anhaltenden Schuldenkrise im Euroraum und der Möglichkeit eines US-Haushaltsnotstands.
Europäische Geldpolitik weiter vor Herausforderungen
Die Euroländer driften in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung zurzeit auseinander. Zwar wachsen Deutschland kräftig und Frankreich moderat; Spanien und Italien stagnieren jedoch unverändert und der Ausblick für Griechenland ist düster. "Die Europäische Zentralbank ist somit in einer sehr schwierigen Situation", erläuterte Ferdinand Fichtner. "Die derzeitige Geldpolitik ist allenfalls für die südeuropäischen Mitgliedsländer der Währungsunion angemessen, nicht aber für die übrigen Länder, in denen deutlich höhere Zinsen angebracht wären." Zudem habe die Glaubwürdigkeit der EZB während der Euro-Schuldenkrise gelitten. "Die EZB wäre gut beraten, sich wieder auf die Sicherung der Preisstabilität zu konzentrieren und sich aus der Rettung der südeuropäischen Krisenländer etwas mehr herauszuhalten", so Fichtner weiter.
Bei der Rettung Griechenlands sind nach Einschätzung der DIW-Konjunkturexperten weitere Kapitalspritzen nicht zielführend. "Griechenlands Schulden sind so hoch, dass das Land unter der Zinsbelastung zusammenbricht", gab Ferdinand Fichtner zu bedenken. "Auch ein weiterer Rettungsschirm kann da keine Abhilfe schaffen. Griechenland braucht einen Schuldenschnitt, nur dann hat es eine Chance auf eine selbstständige Erholung von der Krise. Auch das jetzt beschlossene Hilfsprogramm reicht nicht aus, um dem Land eine langfristige Perspektive zu geben", kritisierte Fichtner die letzte Woche getroffene Vereinbarung zwischen deutscher Bundesregierung und Finanzwirtschaft.
Pressestelle
Renate Bogdanovic
Sabine Fiedler
presse@diw.de
Mohrenstraße 58
10117 Berlin
Telefon: +49-30-897 89-249 oder -252
Telefax: +49-30-897 89-200
Presse-Handy außerhalb der Bürozeiten: +49-174-319-3131
www.diw.de
facebook.com/diw.de
twitter.com/DIW_Berlin
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 22.07.2011 - 08:11 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 447461
Anzahl Zeichen: 7002
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 170 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Sommergrundlinien 2011"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zunehmende Zahl Geflüchteter hinterlässt Spuren in öffentlichen Kassen - Finanzielle Belastungen sind verkraftbar, Prioritäten müssen aber richtig gesetzt werden - DIW-Finanzexpertin van Deuverden: "Haushaltspolitische Spielräume nutzen" Der öffentliche Gesamthaushalt in Deutsc
Je mehr Mitspracherecht Eltern haben, desto zufriedener sind sie mit den Kitas ...
Insgesamt ist die Zufriedenheit mit den Kindertageseinrichtungen hoch - Eltern von Kindern im Alter von drei Jahren und älter sind unzufriedener - gut verdienende Eltern würden auch höhere Gebühren zahlen In den vergangenen Jahren hat Deutschland massiv in den quantitativen Ausbau der Kinde
Frauenanteil in DAX-30-Vorständen: Entwicklung weiterhin verhalten ...
Update des DIW Managerinnen-Barometers: Frauenanteil ist in Vorständen in diesem Jahr von 7,4 auf 8,4 Prozent gestiegen und in Aufsichtsräten von 24,7 auf 26,5 Prozent - Fast die Hälfte der DAX-30-Unternehmen erfüllt die 2016 in Kraft tretende Frauenquote in Aufsichtsräten schon jetzt. Der F
Weitere Mitteilungen von Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin
Antimony Resources Corp. (CSE: ATMY) (OTCQB: ATMYF) (FWB: K8J0) gibt Analyseergebnisse für die Antimonlagerstätte Bald Hill bekannt, darunter Abschnitte mit 26,9 % Antimon (Sb) ...
Antimony Resources Corp. (CSE: ATMY) (OTCQB: ATMYF) (FWB: K8J0) (das „Unternehmen“ oder „Antimony Resources“ oder „ATMY“) freut sich bekannt zu geben, dass das Unternehmen weiterhin Analyseergebnisse für die jüngste Bohrphase auf Bald Hill erhält. Darin enthalten sind die Ergebnisse d
Tiger Gold bohrt 120-m-Step-out-Bohrloch bei Ceibal und durchteuft 226 m mit 0,6 g/t Au, einschließlich 10 m mit 3 g/t Au ...
Tiger Gold Corp. (TSXV: TIGR) (FWB: D150) (OTCQB: TGRGF) („Tiger“ oder das „Unternehmen“) freut sich, die Bohrergebnisse des ersten Bohrlochs seines laufenden, 5.000 m umfassenden Diamantbohrprogramms im Zielgebiet Ceibal auf seinem Goldprojekt QuinchÃa im produktiven Goldgürtel Mid-Cauca
Wellgistics Health gibt Pilotprojekt zur MSO-Kooperation mit Kare PharmTech bekannt, das auf den 14 Mrd. $ schweren US-Markt für CCM- und RPM-Dienstleistungen abzielt ...
Highlights: -          Laut Branchenberichten von Drittanbietern hat der US-amerikanische RPM-Markt derzeit allein ein Volumen von 14 Mrd. $ und wird bis 2030 voraussichtlich etwa 29 Mrd. $ erreichen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 12,6 % entspricht, da G
Equinox Gold und Orla Mining schließen sich zusammen und bilden Nordamerikas neuen führenden Goldproduzenten: Auf Wachstum und Beständigkeit ausgelegt ...
Equinox Gold Corp. (TSX: EQX, NYSE American: EQX) („Equinox“) – https://www.commodity-tv.com/ondemand/companies/profil/equinox-gold-corp/ – und Orla Mining Ltd. (TSX: OLA, NYSE American: ORLA) („Orla“ und zusammen mit Equinox die „Unternehmen“) freuen sich bekannt zu geben, dass die
Forge Resources grenzt Porphyrziele im Projekt Alotta mit neuer geophysikalischer Inversion ein ...
Forge Resources Corp. (CSE: FRG) (OTCQB: FRGGF) (FWB: 5YZ) („FRG“ oder das „Unternehmen“) freut sich, die Ergebnisse und erste Auswertungen von neu überarbeiteten geophysikalischen Daten aus dem Projekt Alotta bekannt zu geben, das sich im Goldgürtel Dawson Range im Yukon befindet (Abbild
Zodiac Gold: Volltreffer in Liberia– 16-Kilometer-Goldsystem nimmt Gestalt an ...
Ein 16 Kilometer langer Goldkorridor, eine 100-prozentige Trefferquote bei den ersten Bohrungen auf Ben Ben und hochgradige Abschnitte direkt unter der Grasnarbe: Was Zodiac Gold (TSXV: ZAU; OTCQB: ZAUIF; FSE: K19) derzeit auf seinem Todi Gold Project in Liberia zutage fördert, hat das Potenzial fÃ
Gold X2 durchschneidet im Rahmen des Infill-Bohrprogramms des Moss-Goldprojekts bei QES ab 47,0 m eine 60,7 m mächtige Zone mit 1,51 g/t Au ...
Gold X2 Mining Inc. (TSXV: AUXX / OTCQB: GSHRF / FWB: DF8) („Gold X2“ oder das „Unternehmen“) – https://www.rohstoff-tv.com/mediathek/unternehmen/profile/gold-x2-mining-inc/ – freut sich, die Untersuchungsergebnisse seines Infill-Bohrprogramms bekannt zu geben, das auf die flache QES-Zon
Geschäftsentwicklung 2025: TelemaxX mit starkem Jahresergebnis ...
br /> Umsatz von 41,8 Mio. €, Ergebnis vor Steuern (EBT) in 2025 bei 1,7 Mio. €. Erfolgreiche Transformation mit Fokus auf Hosting- und Cloud-Lösungen sowie Effizienzsteigerung Die TelemaxX Telekommunikation GmbH hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Gewinn vor Steuern (EBT) von 1,7 Millione
Canamera beginnt im Projekt São Sepé in Brasilien mit der Exploration in drei ermittelten Seltenerdmetall-Zielzonen von hoher Priorität ...
Canamera Energy Metals Corp. (CSE: EMET | OTCQB: EMETF | FWB: 4LF0) („Canamera“ oder das „Unternehmen“) freut sich, über den aktuellen Stand seiner Aktivitäten im Seltenerdmetallprojekt („REE“) São Sepé („São Sepé“ oder das „Projekt“) im brasilianischen Bundesstaat Rio Gran
Power Metallic arbeitet mit Ideon Technologies zusammen, um mithilfe der Myonentomographie das Tiefenexplorationspotenzial der Lion Zone in Nisk zu erschließen ...
Power Metallic Mines Inc. (das „Unternehmen“ oder „Power Metallic“) (TSX-V: PNPN, OTCBB: PNPNF, Frankfurt: IVV1) freut sich, die Zusammenarbeit mit dem in Vancouver ansässigen Unternehmen Ideon Technologies („Ideon“) bei einer bildgebenden Bohrloch-Myonentomographie in der Entdeckun




