Banken drehen wieder ein großes Rad
ID: 459093
Banken drehen wieder ein großes Rad
Die Vielzahl der gegenseitigen Kredit- und Anleihegeschäfte im Bankensektor macht insbesondere die Insolvenz einer Großbank zum unkalkulierbaren Risiko. Wie die Debatte um die Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 gezeigt hat, können systemrelevante Banken im Krisenfall ihre Rettung vom Staat erzwingen. Um dieser Geiselhaft zu entkommen, wollen Aufsicht und Politik das fremdfinanzierte Wachstum der Banken begrenzen. Die DIW-Experten Dorothea Schäfer und Sascha Binder haben für Deutschland, Großbritannien und die USA untersucht, ob dies bisher gelungen ist. Dabei zeigt sich: In den Jahren vor der Finanzkrise haben die Bankbilanzen in allen drei Ländern sehr viel schneller zugelegt als das Bruttoinlandsprodukt. Im Wesentlichen wurde das exzessive Bilanzwachstum durch Fremdkapital finanziert. Die Maßnahmen im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise haben das fremdkapitalgetriebene Wachstum der Banken nur kurzfristig gebändigt. "Inzwischen sind die Banken größer als vor der Krise", sagt Schäfer.
Auch die neuen Eigenkapitalvorschriften (Basel III) sind nach Meinung der Expertin nicht in der Lage, das fremdfinanzierte Bilanzwachstum einzudämmen: Die Verschärfung der Vorschriften zur Eigenkapitalunterlegung beziehen sich nur auf einen vergleichsweise kleinen Teil der Bilanzsumme, die risikogewichteten Aktiva. Die neu eingeführte Mindest-Leverage Ratio - das heißt des Verhältnisses zwischen Eigenkapital und gesamter Bilanzsumme - erlaubt weiterhin einen vergleichsweise großen Hebel. Bei vielen Banken liegt die Leverage Ratio heute noch höher. Für diese Banken stellt die Marke von drei Prozent keine Wachstumsbeschränkung dar. Bei anhaltendem übermäßigem und fremdfinanziertem Bilanzwachstum nimmt auch die Gefahr zu, dass das neue Restrukturierungsgesetz nicht in der Lage ist, das too-big-to-fail- Problem einzudämmen und den daraus resultierenden "Moral Hazard? zu beseitigen. "Mit der Größe und dem Vernetzungsgrad einer Bank steigt die Wahrscheinlichkeit eines Dominoeffektes, umso größer ist die Scheu, das neue Gesetz auch tatsächlich anzuwenden ", so die Expertin. " Basel III muss die Eigenkapitalquote in Bezug auf die Bilanzsumme mindestens doppelt so hoch ansetzen. Nur so kann das Wachstum der Bankbilanzen wirksam beschränkt werden."
Pressestelle
Renate Bogdanovic
Sabine Fiedler
presse@diw.de
Mohrenstraße 58
10117 Berlin
Telefon: +49-30-897 89-249 oder -252
Telefax: +49-30-897 89-200
Presse-Handy außerhalb der Bürozeiten: +49-174-319-3131
www.diw.de
facebook.com/diw.de
twitter.com/DIW_Berlin
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 10.08.2011 - 09:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 459093
Anzahl Zeichen: 3523
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 362 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Banken drehen wieder ein großes Rad"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zunehmende Zahl Geflüchteter hinterlässt Spuren in öffentlichen Kassen - Finanzielle Belastungen sind verkraftbar, Prioritäten müssen aber richtig gesetzt werden - DIW-Finanzexpertin van Deuverden: "Haushaltspolitische Spielräume nutzen" Der öffentliche Gesamthaushalt in Deutsc
Je mehr Mitspracherecht Eltern haben, desto zufriedener sind sie mit den Kitas ...
Insgesamt ist die Zufriedenheit mit den Kindertageseinrichtungen hoch - Eltern von Kindern im Alter von drei Jahren und älter sind unzufriedener - gut verdienende Eltern würden auch höhere Gebühren zahlen In den vergangenen Jahren hat Deutschland massiv in den quantitativen Ausbau der Kinde
Frauenanteil in DAX-30-Vorständen: Entwicklung weiterhin verhalten ...
Update des DIW Managerinnen-Barometers: Frauenanteil ist in Vorständen in diesem Jahr von 7,4 auf 8,4 Prozent gestiegen und in Aufsichtsräten von 24,7 auf 26,5 Prozent - Fast die Hälfte der DAX-30-Unternehmen erfüllt die 2016 in Kraft tretende Frauenquote in Aufsichtsräten schon jetzt. Der F
Weitere Mitteilungen von Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin
Aufwind für Hauskäufe, Neubau, Preise ...
LBS-I im ersten Halbjahr 2011 mit 15.600 verkauften Objekten - Größtes Plus bei Eigenheimen - Baugenehmigungen bis Mai um über 30 Prozent gewachsen BERLIN ? Positive Wirtschaftsdaten sowie noch günstige, langsam steigende Immobilienpreise und niedrige Zinsen beflügeln nach Auskunft der LBS
Deutsche Großunternehmen forschen oft intensiver als die internationale Konkurrenz ...
DIW-Studie zeigt: Nicht die Forschungsintensität der Unternehmen, sondern ihr niedriger Anteil in besonders forschungs- und wissensintensiven Sektoren ist das Problem Wenn es um die Forschungsintensität geht, schneidet Deutschland im internationalen Vergleich meist nicht gut ab. Das, so stellte
Rahmenkredit gute Alternative zum Dispokredit: Volkswagen Bank weit vorn ...
Sofortkredite.net informiert: Der Rahmenkredit der Volkswagen Bank, der ComfortCredit Online, ist derzeit eines der besten Angebote. Einziges Manko ist allerdings, dass es die günstigen Konditionen nur im Rahmen der aktuellen Zinsaktionen ab 5.000 Euro gibt. Eines der besten überregionalen Angebot
GOIP Global informiert Aktionäre ...
NEW YORK, NY - 9. August 2011 - GOIP Global, Inc. (PINKSHEET: GOIG) gab heute bekannt, dass das Spin-Off (Ausgliederung) der GOCOM Corporation (ehemals GO800 LLC) zum Stichtag 29.Juli 2011 abgeschlossen wurde. Im Rahmen der Ausgliederung erhalten die Aktionäre der GOIP Stammaktien eine Dividende i




