Hungersnot am Horn von Afrika

Hungersnot am Horn von Afrika

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Hungersnot am Horn von Afrika



(pressrelations) - Berlin, 17. August 2011

Die schwerste Hungersnot seit 60 Jahren forderte in den vergangenen Wochen am Horn von Afrika bereits über 30.000 Tote. 600.000 Kinder benötigen dringend Hilfe. Auch in dem kleinen Land Dschibuti sind über 120.000 Menschen akut auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Die Johanniter, die bereits seit vielen Jahren in Dschibuti tätig sind, haben ihre Programme zur Versorgung unterernährter Kinder ausgeweitet. Neben den bereits unterstützten Einrichtungen in den Slums von Dschibuti-Stadt, versorgen die Johanniter gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt weitere Menschen im Distrikt Tadjourah sowie den Slums in Balbala mit Nahrungsmitteln, Medikamenten, Hygienematerial und Kochgeschirr. 1000 unterernährte Kinder und schwangere Mütter können so zusätzlich versorgt werden.

Für die Koordination der Projekte vor Ort reiste am Sonntag Dr. Hubert Strobel nach Dschibuti. Der erfahrene Entwicklungshelfer wird hier vor allem die bereits laufenden Nothilfeprojekte überwachen und Maßnahmen zur langfristigen Hilfe einleiten. "Aufgrund der geographischen Verhältnisse sind nur drei Prozent der Fläche Dschibutis landwirtschaftlich nutzbar. Langfristig müssen deshalb Wege gefunden werden, um das Land wirtschaftlich zu stabilisieren und dadurch genügend Nahrungsmittel für die Bevölkerung zur Verfügung stellen zu können", erklärt Dr. Strobel.

Hilfe in Kenia läuft an

Gemeinsam mit AWO International leiten die Johanniter momentan ein Projekt im Nordwesten Kenias ein, bei dem 5000 Menschen versorgt werden. In Turkana werden die Johanniter in den nächsten Tagen in verschiedenen Gemeinden Nahrungsmittel wie Bohnen, Mais, und Öl verteilen. Außerdem werden medizinische Camps eingerichtet, um die größtenteils nomadische Bevölkerung auch medizinisch zu versorgen.

Die Provinz Turkana ist eine der am schwersten betroffenen Provinzen in Kenia. 90 Prozent der Bevölkerung sind hier akut auf Hilfe angewiesen, 38 Prozent benötigen aufgrund von Unterernährung neben Nahrungsmitteln auch medizinische Hilfe.



Im Interview berichtet Magdalena Kilwing, Länderbüroleiterin in Kenia, über die derzeitige Situation in Kenia.

"Die Menschen kämpfen ums Überleben"

Frau Kilwing, welches Bild konnten Sie sich von der Lage vor Ort machen?

Die Menschen sind in großer Not und kämpfen ums Überleben. Die internationalen Hilfsmaßnahmen erreichen noch längst nicht alle Betroffenen und allein in der Turkana-Region sind 80 Prozent der Bevölkerung auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen. Hinzu kommt, dass die bedürftigen Gruppen untereinander um die letzten verbleibenden Weideflächen kämpfen. Dass sich die ärmsten der Armen jetzt noch gegenseitig bekämpfen, ist wirklich erschütternd.

Welche Hilfe wird am dringendsten benötigt?

Das größte Leid tragen natürlich die Kinder. Eigentlich sollten bereits alle Kinder unter fünf Jahren regelmäßig mit Nahrungsmitteln versorgt werden, aber von diesem Ziel ist man immer noch weit entfernt. Bisher erreicht die Hilfe nur die Kinder unter drei Jahren. Die Kinder in den betroffenen Gebieten brauchen dringend Zusatznahrung, mit der sie wieder zu Kräften kommen.

Wie lange werden die Menschen auf Hilfe angewiesen sein?

Wir rechnen nicht damit, dass sich die Situation in den nächsten Monaten entspannen wird. Daher stellen wir uns darauf ein, mindestens bis Ende des Jahres Nahrungsmittelhilfen zu leisten. Das hängt natürlich auch von unseren finanziellen Mitteln ab. Wir hoffen, dass uns viele Menschen mit einer Spende unterstützen, denn die Menschen hier kämpfen wirklich ums Überleben.

Helfen Sie uns, möglichst viele unterernährte Kinder zu versorgen. Jede Spende hilft! Onlinespende


Die Johanniter
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