Börsen-Zeitung: Zeit zum Fusionieren, Kommentar von Bernd Wittkowski zum Halbjahresabschluss der DZ Bank
ID: 469726
Wertberichtigungen auf griechische Staatsanleihen - der
Halbjahresabschluss der DZ Bank ist in Zeiten wie diesen aller Ehren
wert. Der Vorstand des genossenschaftlichen Zentralinstituts warnt
Kapitalgeber, Beschäftigte und Öffentlichkeit dennoch davor, die
unterm Strich erfreuliche Entwicklung für das Gesamtjahr
fortzuschreiben. Vielmehr werde per Dezember-Ultimo ein geringeres
Ergebnis als 2010 erwartet. Diese Vorsicht ist vernünftig.
Schließlich können die volatilen Märkte von einem Tag auf den anderen
leicht zu Bewertungseffekten in dreistelliger Millionenhöhe führen -
im Zeichen der Staatsschuldenkrise aus heutiger Sicht eher in die
falsche Richtung. Vor diesem Hintergrund war es richtig, dass die DZ
Bank offenbar jede Chance genutzt hat, ihr Exposure in den fünf
besonders von der Krise betroffenen Euro-Staaten deutlich
zurückzufahren.
Ob eine Politik "Raus aus dem Risiko" aber auf Dauer ausreicht für
ein Unternehmen, dessen Geschäftszweck als Bank nun mal das Eingehen
von Risiken ist? Sicher, die DZ Bank ist operativ gut unterwegs, wie
etwa der Sprung im Zinsüberschuss eindrucksvoll zeigt. Es fehlt auch
nicht an strategischen Initiativen im Verbund mit den Volks- und
Raiffeisenbanken. Dennoch werden DZ Bank-Chef Wolfgang Kirsch und
sein Kollege Werner Böhnke von der Düsseldorfer WGZ Bank sich eher
früher als später noch einmal mit dem Thema "Großer Wurf" befassen
müssen. Nicht trotz, sondern wegen der Krise! Die Sorgenkinder DG Hyp
bzw. WL Bank schleppen noch enorme Portfolien europäischer
Staatsanleihen mit sich herum - Altlasten, die sich mit vereinten
Kräften leichter tragen ließen. Auch die Regulatorik, etwa der
Eigenkapitalabzug für Beteiligungen, spricht dafür, die Struktur mit
zwei Zentralbanken zu überdenken.
Gewiss wäre ein Zusammenschluss im vorherrschenden Umfeld eine
besondere Herausforderung. Und natürlich haben beide Seiten nach
mehreren Fehlversuchen Manschetten, beim nächsten Fusionsanlauf
erneut zu scheitern, was auch das Lebenswerk der Beteiligten
gleichermaßen prägen würde wie das Gelingen - nur mit umgekehrten
Vorzeichen. Nichtstun als dritte Möglichkeit könnte indes auch teuer
werden, für die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ebenso wie für die
Reputation der Verantwortlichen. Denn je länger die Krise andauert,
desto größer wird der Handlungsdruck, und umso intensiver drängt sich
damit für die Vorstände wie für die Eigentümer die Frage auf, wie
lange man sich den Luxus leisten darf, die mit einer Fusion auf der
Zentralbankenebene verbundenen Chancen liegen zu lassen.
(Börsen-Zeitung, 30.8.2011)
Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion
Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.08.2011 - 19:25 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 469726
Anzahl Zeichen: 3065
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 214 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Börsen-Zeitung: Zeit zum Fusionieren, Kommentar von Bernd Wittkowski zum Halbjahresabschluss der DZ Bank"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Börsen-Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die internationale Anleihefamilie ist vor wenigen Tagen um ein neues Mitglied erweitert worden. Nach den Green Bonds gibt es nun einen weiteren Bond mit Farbanstrich: Blue Bonds. Die Pionierrolle übernahm die Inselrepublik Seychellen, die einen zehnjährigen Bond zu einer Rendite von 6,5 Pro
Börsen-Zeitung: Die Hoffnung stirbt zuletzt, Kommentar zum Brexit von Andreas Hippin ...
Die britische Regierung hat derzeit ein großes Interesse daran, einen Deal mit der EU in greifbare Nähe rücken zu lassen. Spindoktoren haben Urlaubssperre. Positive Äußerungen aus London erhöhen den Druck auf die Gegenseite, Zugeständnisse zu machen, so das Kalkül. Zudem will Premiermin
Börsen-Zeitung: Trick or Treat?, Kommentar zur chinesischen Konjunktur von Norbert Hellmann ...
Passend zum Halloween-Fest laufen aus China gruselige Konjunkturdaten ein. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor, der die Stimmungslage bei den großen Zugpferden im Verarbeitenden Gewerbe abbildet, fällt wesentlich stärker als erwartet auf 50,2 Punkte und damit auf den
Weitere Mitteilungen von Börsen-Zeitung
Rheinische Post: Opel kündigt erstmals Mitarbeitern ...
Der Autobauer Opel kündigt 78 Mitarbeitern des Bochumer Opel-Werkes. "Es handelt sich um betriebsbedingte Änderungskündigungen, die wirksam werden, wenn die Mitarbeiter die von uns angebotenen Ersatz-Arbeitsplätze in Rüsselsheim nicht annehmen", sagte Opel-Chef Karl-Friedrich Stra
DGAP-News: Impera Total Return AG gibt Halbjahresergebnis 2011 bekannt ...
DGAP-News: Impera Total Return AG / Schlagwort(e): Halbjahresergebnis Impera Total Return AG gibt Halbjahresergebnis 2011 bekannt 29.08.2011 / 18:05 --------------------------------------------------------------------- P R E S S E I N F O R M A T I O N - Impera Total Return AG gibt Hal
Dentalhersteller Dr. Walser Dental nominiert für den "Oskar" des Mittelstandes ...
Der Hersteller für zahnärztliche Instrumente, vertreten durch Senator h.c. Gerhard R. Daiger, musste nach Aufforderung umfangreiche Unterlagen vorlegen, die neben wirtschaftlichen, innovativen und mittelständisch orientierten Gesichtspunkten auch soziale, ökologische und ehrenamtliche Kriterien
DSM Computer feiert 30jähriges Firmenjubiläum ...
"Kontinuität und Stabilität in einem dynamischen Marktumfeld", das ist das Erfolgsrezept der DSM Computer GmbH, die nunmehr seit 30 Jahren Industriecomputer und jetzt auch hochwertige Displaysysteme entwickelt und fertigt. Axel Schäfer, Geschäftsführer der DSM Computer GmbH, blickt s




