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Gut besuchte Infoveranstaltung zu "Epilepsie und Arbeit" im CJD Jugenddorf Offenburg: "Brücken bauen" für epilepsiekranke Menschen

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In einer gemeinsamen Veranstaltung von CJD Jugenddorf Offenburg, Epilepsiezentrum Kork und Agentur für Arbeit Offenburg wurde in diesen Tagen das Thema "Epilepsie und Arbeit" beleuchtet. Zahlreiche Betroffene, Angehörige sowie Fach- und Lehrkräfte erhielten im Jugenddorf wichtige Informationen zu den medizinischen Aspekten der Krankheit. In weiteren Kurzvorträgen standen die beruflichen Perspektiven für erkrankte Menschen sowie die Unterstützung durch die Agentur für Arbeit im Mittelpunkt:



Referententeam der Informationsveranstaltung (Bild: wort.laut) Referententeam der Informationsveranstaltung (Bild: wort.laut)

(firmenpresse) - In einer gemeinsamen Veranstaltung von CJD Jugenddorf Offenburg, Epilepsiezentrum Kork und Agentur für Arbeit Offenburg wurde in diesen Tagen das Thema "Epilepsie und Arbeit" beleuchtet. Zahlreiche Betroffene, Angehörige sowie Fach- und Lehrkräfte erhielten im Jugenddorf wichtige Informationen zu den medizinischen Aspekten der Krankheit. In weiteren Kurzvorträgen standen die beruflichen Perspektiven für erkrankte Menschen sowie die Unterstützung durch die Agentur für Arbeit im Mittelpunkt.

Epilepsie könne durchaus als "Volkskrankheit" bezeichnet werden, betonte Prof. Dr. Bernhard Steinhoff, Ärztlicher Direktor und Chefarzt im Epilepsiezentrum Kork. So erleiden 5 bis 10% aller Menschen in ihrem Leben mindestens einen epileptischen Anfall. Rund 600.000 Menschen sind alleine in Deutschland an Epilepsie erkrankt.

Da hierüber allgemein große Unsicherheit herrsche und vielfach Ressentiments bestünden, forderte Steinhoff "mehr Realitätssinn" für das Thema Epilepsie. So gehe es zum einen darum, zu lernen, mit der Erkrankung richtig umzugehen. Zum anderen müssen adäquate Arbeitsbedingungen geschaffen werden, um den Betroffenen die Integration in Beruf und Gesellschaft zu erleichtern.

Bernhard Steinhoff erläuterte die Vielfalt des Krankheitsspektrums, das von einer weitgehenden Symptom- und Anfallsfreiheit bis hin zu schwer beherrschbaren regelmäßigen und schweren Anfällen reiche. Daher müsse vorrangig die Schwere der Erkrankung ermittelt werden, um die beruflichen Aussichten des erkrankten Menschen zu beurteilen. Wesentliche Rollen für den Berufsweg spielen auch die Art des Berufes, dessen Gefährdungspotenzial sowie die berufliche Ausgangssituation des Betroffenen.

Sonja Kunz, Psychologin im Berufsbildungswerk des CJD Jugenddorfes Offenburg, berichtete über das von 2007 bis 2010 durchgeführte Modellprojekt Epilepsie, einer gemeinsamen Initiative von CJD Jugenddorf Offenburg, Berufsbildungswerk Waiblingen und Epilepsiezentrum Kork.



Ausgangssituation für das Projekt sei es gewesen, dass die erkrankten Menschen zwar "medizinisch besten betreut" sind, aber auf dem Weg in den Beruf oftmals scheitern: " Epilepsiekranke Menschen sind dreimal so häufig ohne Arbeit wie der Bevölkerungsdurchschnitt. Und das, obwohl epilepsiebedingte Probleme am Arbeitsplatz zwar komplex, aber selten unlösbar sind", so Sonja Kunz. Dabei seien gerade Jugendliche mit zusätzlichen Einschränkungen, wie etwa einer Lernbehinderung, stärker benachteiligt.

Während der Projektlaufzeit haben die Partner in Offenburg und Waiblingen rund 100 jungen Menschen eine Berufsausbildung ermöglicht. Dabei wurde jeder Einzelfall individuell betrachtet. Bewusst wurde auch das Ausbildungsspektrum ausgeweitet: "Selbst eher untypische Berufsbilder, wie beispielsweise das des Zimmerers, haben wir nicht von vorneherein ausgeschlossen", unterstrich Sonja Kunz.

Da der letzte Schritt, der Übergang von der Ausbildung in den Beruf, durch die dreijährige Projektdauer noch nicht vollzogen werden konnte, sei man nun froh über das Nachfolgeprojekt "Brücken bauen". Bis 2012 werden die Menschen nun unterstützt, in der Arbeitswelt dauerhaft Fuß zu fassen.

Dieter Kolbe (Agentur für Arbeit Offenburg) wies darauf hin, dass sich nur wenige Menschen mit Epilepsie als alleiniger Erkrankung an das von ihm geleitete Rehateam wenden würden: "Die Mehrzahl unserer Fälle weisen Begleitbehinderungen auf."

Für diesen Personenkreis bietet die Agentur intensive Unterstützung durch speziell ausgebildete Reha-Berater. Schwerpunkte seien die Ausbildungs- und Arbeitsvermittlung, "so normal wie möglich", wie Kolbe hervorhob. Bei den finanziellen Hilfen müssen stets "Wirkung und Wirtschaftlichkeit" abgewogen werden. Betroffene und Unternehmen erhalten unter anderem Ausbildungs- oder Eingliederungszuschüsse oder Übernahme von Maßnahmekosten.

Im Anschluss an die Vortragsreihe konnten sich die Teilnehmer der Infoveranstaltung im persönlichen Gespräch an die Referenten wenden.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

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Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Im CJD Jugenddorf Offenburg nehmen jährlich 600 junge Menschen aus dem Ortenaukreis, aus Baden-Württemberg und aus dem ganzen Bundesgebiet an unterschiedlichen Bildungsmaßnahmen teil, mit dem Ziel einer erfolgreichen beruflichen und sozialen Integration. Sie bereiten sich auf eine Ausbildung und auf den (Wieder-) Einstieg in den Beruf vor oder lernen in anerkannten Ausbildungsberufen aus Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistung.



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Datum: 07.10.2011 - 09:12 Uhr
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