NRW-Pflegeministerin Steffens: "Pflege in den Quartieren neu aufstellen" / Private Pflegeanbieter sehen Kommunen in der Pflicht
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Pflege schnell Antworten finden." Landespflegeministerin Barbara
Steffens hat alle Akteure in der Pflege aufgerufen, stärker die
Entwicklung von Quartiersstrukturen für Altere in den Blick zu
nehmen. Auf der Fachtagung der NRW-Landesgruppe des Bundesverbandes
privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) in Köln sprach sich die
Ministerin am Morgen dafür aus, die Wohnquartiere neu aufzustellen
und auch stationäre Einrichtungen verstärkt in die Nachbarschaft zu
öffnen.
"Wir werden immer mehr Menschen mit Pflege- und
Unterstützungsbedarfen haben und immer weniger, die diese Arbeit
leisten können", fasste Steffens die demografischen Herausforderungen
zusammen und stellte klar, dass es sich dabei nicht um ein Phänomen
der fernen Zukunft handelt. "2032 werde ich selbst 70 sein. Wir reden
über die Pflegestrukturen, die uns alle betreffen", sagte die
Ministerin vor rund 180 Fachbesuchern der Tagung.
Steffens verwies auch auf die Chancen von Prävention durch eine
erweiterte medizinische und pflegerische Versorgung im Alter. Auch
durch barrierefreie Wohnangebote könnten Heimeinzüge oftmals deutlich
verzögert werden. Dafür forderte Steffens "barrierefreie Quartiere
mit Versorgungssicherheit", um älteren Menschen dort ein langes
selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Solche strategischen Allianzen auf lokaler Ebene hält auch der
renommierte Pflegeplaner Prof. Dr. Gerhard Naegele für notwendig. In
seinem Vortrag forderte der Direktor des Instituts für Gerontologie
an der TU Dortmund gemeinsame Entwicklungskonzepte von
Pflegeanbietern, lokalem Handwerk und der Finanzierungsinstitute.
Es gehe "nicht nur um Bauen und Architektur", sondern um eine
stärkere Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse älterer
Menschen, betonte Naegele. Angesichts der wachsenden
Individualisierung des Alterns müssten Träger und Anbieter noch
stärker auf diese Bedarfslagen eingehen.
"Hier sehe ich eine wichtige kommunale Steuerungsverantwortung.
Pflegeplanung muss heute mehr sein als Pflegebettenplanung", sagte
Naegele vor allem an die Adresse der zahlreichen kommunalen
Vertreter. Sie müssten ihre vielerorts gute Planung auch auf die
Bereiche Wohnen und komplementäre Dienstleistungen ausweiten. Dazu
sei eine seriöse Pflegebedarfsplanung notwendig, die regionale
Besonderheiten berücksichtige, aber nicht zu einer
Wettbewerbsverhinderung werde.
Auf der Grundlage einer "kommunalen Letztverantwortung für die
Daseinsvorsorge" forderte Prof. Naegele mehr kommunalpolitisches
Engagement bei der Gestaltung der zukünftigen Pflegestrukturen.
"Die Instrumente dazu haben die Kommunen längst", ist der
bpa-Landesvorsitzende in NRW Christof Beckmann überzeugt. Den Städten
und Gemeinden wurde zwar durch das Bundessozialgericht bereits vor
Jahren das Instrument einer verbindlichen Bedarfssteuerung genommen.
"Umso wichtiger ist deshalb, dass die Kommunen im Rahmen einer
Bedarfsplanung die notwendigen Hilfen für eine Weiterentwicklung der
pflegerischen Versorgungsangebote bereitstellen", so Beckmann.
Die bpa-Fachtagung NRW beschäftigt sich heute in Köln mit der
Ausgestaltung der zukünftigen pflegerischen Versorgungsstrukturen. Zu
Gast sind rund 180 Fachteilnehmer aus der Branche sowie von Kassen,
Behörden und Kommunen. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer
Dienste e.V. vertritt allein in NRW weit über 900 stationäre
Pflegeeinrichtungen und ambulante Dienste.
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Nobert Grote, Leiter der Landesgeschäftsstelle, Tel.: 0211 /311393-0
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Datum: 14.10.2011 - 15:32 Uhr
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