Mobilfunkwelt trifft Medienwelt:
ID: 50265
Expertengespräch über neue Geschäftsmodelle für die TK- und Medienbranche
Die Zukunftschancen neuer Geschäftsmodelle für Mobilfunkanbieter, die über kein eigenes Zugangsnetz verfügen – so genannte Mobile Virtual Network Operators (MVNOs) liegen hoch. Einer der ersten MVNO ist Tchibo im Verbund mit O2. Mit diesem Geschäftsmodell ist das Unternehmen bereits seit 2004 aktiv im Markt, später folgten u.a. Aldi-Talk, Simyo, Blau oder BILD-Mobil. „Jedoch ist der Mobilfunkmarkt in Deutschland mittlerweile im Großen und Ganzen saturiert und braucht stärkere Vertriebskanäle und Angebote, die auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet sind“, sagt Andreas Dippelhofer, Mitglied der Geschäftsführung der acoreus AG und verantwortlich für den Bereich Vertrieb.
Parallel zu dem Wandel im Mobilfunkmarkt weiten die Telekommunikationsunternehmen ihre Angebote aus und integrieren zunehmend Fernseh- und Videoangebote in ihre bestehende Produktwelt. Bestes Beispiel: die Deutsche Telekom, die bis Ende 2007 150.000 IPTV-Pakete verkaufte. Ebenso treiben TV-Sender eine Ausweitung des bisherigen TV-Angebots auf Telefonie- und Breitband-Internet-Dienste voran. Durch die Angebote von Broadcast-Inhalten und Video wird das Internet stärkster Konkurrent zum klassischen TV-Angebot über Kabel, Satellit und terrestrischem Empfang. In Zukunft wird der Fokus immer stärker auf die Inhalte gerichtet sein. Denn mit Content kann über neue Absatzwege mehr Umsatzpotenzial generiert werden und Content lässt sich gut für die Kundenbindung einsetzen, in die bestehenden Produktwelten integrieren und zudem werden Inhalte interaktiv. Um mit den neuen Medien jedoch einen Massenmarkt zu erreichen, muss die Nutzung einfach und kundenfreundlich sein. Komplizierte Registrierungs- und Abrechnungsmodelle wirken dabei eher abschreckend. Die wesentlichsten Herausforderungen bestehen in der Vereinfachung des Kauf- und Registrierungsprozesses und in der wirtschaftlichen Abrechnung für eine hohe Zahl von Transaktionen von eher kleinen Beträgen, die oftmals auch für unterschiedliche Dienstleister fällig werden. Service und Abrechnung müssen auf das Geschäftsmodell angepasst werden. „Die Abrechnung selbst ist keine Innovation, erläutert Andreas Dippelhofer. Aber eingebettet in das Geschäftsmodell bestimme sie den wirtschaftlichen Erfolg.
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Datum: 02.06.2008 - 14:43 Uhr
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