Prognose zur EEG-Umlage: Ausnahmen für Industrie heben Kostensenkungen auf
Laut der Mittelfristprognose der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) könne die EEG-Umlage 2013 zwischen 3,66 und 4,74 Cent pro Kilowattstunde betragen. Verantwortlich für den Anstieg der Umlage gegenüber aktuell 3,53 Cent ist neben der neu eingeführten und von den ÜNB vorzuhaltenden Liquiditätsreserve nicht zuletzt die Absenkung der Bemessungsgrenze für sogenannte "privilegierte Letztverbraucher"; also für industrielle Großverbraucher, die nur eine deutlich reduzierte EEG-Umlage von im niedrigsten Fall 0,05 Cent pro Kilowattstunde entrichten. So wird 2013 der Mindeststromverbrauch, ab dem ein Unternehmen als privilegiert gilt, von 100 Gigawattstunden auf 10 Gigawattstunden pro Jahr abgesenkt.
Die Konsequenz: Bereits für 2013 wird ein deutlicher Anstieg zwischen 13 und 17 Terawattstunden des privilegierten Letztverbrauchs angenommen. Die Herausforderungen der Energiewende werden auf immer weniger Schultern verteilt, Haushalte und mittelständische Betriebe tragen zunehmend auch den Anteil der Großindustrie.
Vor diesem Hintergrund taugt die Mittelfristprognose der ÜNB gerade nicht für jene Horrorszenarien, wie sie nun von manchen konservativen Kräften vorschnell ausgemalt werden. Denn Strom aus Erneuerbaren Energien wird Jahr für Jahr immer günstiger. So sinkt beispielsweise die durchschnittliche Vergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen bis 2016 um mehr als die Hälfte. Im Trendszenario gehen die ÜNB für 2016 von 12,61 Cent je erzeugter Kilowattstunde für Aufdachanlagen mit weniger als 1 MW Nennleistung aus, für Freiflächenanlagen sinkt die durchschnittliche Vergütung sogar auf 9,59 Cent.
Auch insgesamt haben die ÜNB die zu erwartenden Vergütungszahlungen gegenüber der Mittelfristprognose 2010 gesenkt: Im letzten Jahr waren sie noch von 18,766 Mrd. Euro für 2013 und 20,754 Mrd. Euro für 2015 ausgegangen. In der aktuellen Prognose werden die Zahlen aufgrund niedrigerer Ausbauannahmen deutlich nach unten korrigiert - um 1,6 Mrd. Euro auf 17,103 Mrd. Euro für 2013 sowie um 2,7 Mrd. Euro auf 18,035 Mrd. Euro für 2015. Auch diese Zahlen zeigen: Die Kosten für die Allgemeinheit sinken. Da aber die Bundesregierung ohne Not die Solidargemeinschaft der EEG-Umlagenzahler schwächt, können Haushaltskunden und andere "nicht privilegierte Verbraucher" nicht von dieser positiven Entwicklung profitieren.
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Datum: 17.11.2011 - 08:55 Uhr
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