Ägypten: Neue Machthaber regieren mit Mubaraks Methoden
ID: 525137
Ägypten: Neue Machthaber regieren mit Mubaraks Methoden
22. November 2011 - "Der Oberste Militärrat glaubt, dass Freiheit, Gese
22. November 2011 - "Der Oberste Militärrat glaubt, dass Freiheit, Gesetze, Gleichheit, Demokratie...die Grundlage für die Regierung sein muss, das Land in die Zukunft zu führen" - das versprach der Militärrat im Februar dieses Jahres in einer Grundsatzerklärung. Doch die Realität sieht anders aus - das dokumentiert ein heute veröffentlichter Bericht von Amnesty International: "Der Oberste Militärrat löst friedliche Proteste regelmäßig gewaltsam auf - wie auch an diesem Wochenende. Tausende Zivilisten wurden vor Militärgerichte gestellt und die Notstandsgesetze sind noch immer nicht aufgehoben. Die neuen Machthaber haben einfach die Tradition der Unterdrückung aus der Mubarak-Ära fortgesetzt. Genau gegen diese Tradition hatten sich die Demonstrierenden in Kairo so entschieden gewandt," sagt Henning Franzmeier, Ägypten-Experte bei Amnesty International.
12.000 Zivilisten wurde in den letzten Monaten vor Militärgerichten ein unfairer Prozess gemacht. Mindestens 13 von ihnen sind zum Tode verurteilt worden. Die angeblichen Vorwürfe gegen die Beschuldigten: rücksichtsloses Verhalten, Missachtung der Ausgangssperre, Sachbeschädigung oder Beleidigung der Armee. Kritiker des Militärrates, Demonstranten, Journalisten, Blogger oder Streikende werden verfolgt und schonungslos zum Schweigen gebracht. Der gewaltlose politische Häftling Maikel Nabil Sanad ist zum Symbol für diese Politik geworden. Ein Militärgericht verurteilte den Blogger im April zu drei Jahren Haft. Die Anklage: Kritik an der Armee und Verweigerung des Wehrdienstes. Seit August ist Maikel Nabil im Hungerstreik - notwendige Herzmedikamente verweigern ihm die Machthaber.
Auch Folter gehört zu den Methoden des Militärs: Betroffene berichteten Amnesty, dass sie in Armeegewahrsam misshandelt wurden. "Das ägyptische Militär darf die Sicherheit nicht als Vorwand nutzen, um altbekannte Praktiken, wie wir sie unter Mubarak erlebt haben, einfach fortzusetzen. Sie sind ihren Versprechen, die Menschenrechte im Land zu achten, in keiner Weise nachgekommen - ganz im Gegenteil: die Menschenrechtslage ist in einigen Fällen sogar schlechter als früher", so Henning Franzmeier.
Den 62-seitigen Bericht "In broken promises: Egypt's military rulers erode human rights" senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu. Bitte kontaktieren Sie die Pressestelle.
Amnesty International
Pressestelle
Greifswalder Str. 4
10405 Berlin
T: +49 (0)30 420248-306
F: +49 (0)30 420248-321
E: presse@amnesty.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 22.11.2011 - 14:46 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 525137
Anzahl Zeichen: 2887
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 298 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Ägypten: Neue Machthaber regieren mit Mubaraks Methoden"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Amnesty International (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- Der Amnesty-Jahresbericht zur Lage der Menschenrechte weltweit offenbart verschärfte Menschenrechtskrise - Politik der US-Regierung ist systematischer Angriff auf die Menschenrechte - Zivilbevölkerung in Iran ist doppelt bedroht - Forderung an deutsche Bundesregierung: Nicht zur Komplizin autor
Amnesty Report 2024/25: Staatengemeinschaft versagt in der globalen Menschenrechtskrise ...
- Der Amnesty-Jahresbericht zur Lage der Menschenrechte weltweit offenbart verbreitete Missachtung von Rechtsstaatlichkeit und zunehmend brutales Vorgehen gegen Kritiker*innen und unliebsame Personen - US-Präsident Trumps erste 100 Tage im Amt haben negative Entwicklungen der vergangenen Jahre wei
Amnesty-Jahresbericht 2023/24: Gewalt, Hass und Doppelstandards bedrohen in weiten Teilen der Welt die Menschenrechte ...
Ob in bewaffneten Konflikten oder bei der Unterdrückung unliebsamer Stimmen - eine weit verbreitete Missachtung der universellen Menschenrechte setzt die Zivilgesellschaft und die internationale Rechtsordnung unter Druck. Zu diesem Schluss kommt Amnesty International im neuen Jahresbericht zur Lage
Weitere Mitteilungen von Amnesty International
Ausbildungsstellen für Bayerische Polizei ...
inister Joachim Herrmann begrüßt Kabinettsentscheidung ? "Personelle Situation bei der Bayerischen Polizei weiter verbessert ? 225 zusätzliche Ausbildungsstellen im kommenden Jahr" Mit dem Entwurf des Nachtragshaushaltes 2012 konnten wieder Weichen für die Bayerische Polizei gestell
ZDF-Koproduktion 'Millennium' mit International Emmy Award ausgezeichnet ...
Die ZDF-Koproduktion "Millennium" ist in der Kategorie TV Movie/Mini-Series mit dem International Emmy Award ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung erfolgte am Montag, 21. November 2011, bei der 39. Emmy Awards Gala in New York. Die "Millennium"-Trilogie des schwedischen
Miele hat den besten Kundendienst ...
Gütersloh, 22. November 2011. ? Bereits zum 17. Mal haben Deutschlands Verbraucher den Miele-Kundendienst zum Besten der Branche gewählt. In der großangelegten Vergleichsstudie Kundenmonitor Deutschland 2011 gaben die Verbraucher unter anderem ihre konkreten Erfahrungen mit dem Service der Hausge
Vielfliegerprogramme von airberlin und British Airways kooperieren ...
Mitglieder können topbonus Meilen und Avios sammeln Jetzt können airberlin Passagiere auch auf Flügen mit dem Codeshare-Partner British Airways Avios sammeln. Avios ist die neue Währung von British Airways für Vielflieger. Außerdem können diese Meilen für Prämienflüge eingelöst werde
Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen im Kongo angegriffen ...
Kinshasa/Berlin, 22. November 2011. Die Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen verurteilt aufs Schärfste einen Angriff auf ihre Mitarbeiter in der Stadt Masisi im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Die Organisation hat einen Teil der Projekte in dem Gebiet in der Provinz Nord-Kivu ausgese




