Milliardengrab Meer
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Milliardengrab Meer
Hamburg - Die EU-Kommission hat heute in Brüssel ihren Vorschlag für den neuen Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) vorgestellt. Dieser Fonds umfasst 6,5 Milliarden Euro und regelt für den Zeitraum 2014 bis 2020 wie und in welchem Umfang Europas Steuergelder in die EU-Fischerei fließen. Der WWF befürchtet, dass auch in Zukunft öffentliche Gelder die Überfischung finanzieren könnten. "Die EU muss jetzt klar festlegen, dass die Milliarden aus den Fonds keine Umweltschäden verursachen", fordert Karoline Schacht, Fischereiexpertin des WWF. "Bisher wurde viel Geld versenkt, ohne den Fischbeständen Erholung zu verschaffen."
Das bisherige Finanzierungsinstrument, der Europäische Fischereifonds (EFF), ist an seinem zentralen Auftrag gescheitert, die Fangkapazität in der EU abzubauen und an die vorhandenen Ressourcen anzupassen. "Zwischen 2000 und 2007 zahlten die Steuerzahler der EU rund 900 Millionen Euro, um die Fangkapazität zu verringern, um am Ende eine Fischereiflotte zu haben, die die gleiche Kapazität hat wie vorher", bilanziert WWF-Expertin Schacht. Nur die Anzahl der Schiffe zu reduzieren, zeige kaum Wirkung, denn der technologische Fortschritt gleiche solche Reduktionsmaßnahmen wieder aus.
Der WWF begrüßt am neuen EMFF-Vorschlag, dass zum ersten Mal keine neuen Strukturhilfen für die Fischerei mehr vorgesehen sind. "Endlich wird das absurde Subventionssystem verbessert", so Schacht. "Bislang wurden öffentliche Gelder investiert, um Schiffe zu bauen, zu unterhalten und dann wieder abzuwracken."
Gleichzeitig kritisiert der WWF, dass es weiterhin Zuschüsse für Modernisierungen an Bord geben soll. Diese steigern nachweislich die Möglichkeiten eines Schiffes, Fisch zu fangen ? und damit seine Kapazität. "Warum sollen die Bürger der EU mit ihrem Steuergeld eine unprofitable Flotte über Wasser halten, die zudem die empfindlichen Fischbestände übernutzt und die Überfischung vorantreibt?" so Fischereiexpertin Schacht.
Auch die Pläne für eine Förderung von Fischzuchten sieht der WWF kritisch. Es dürfe keinen Freifahrtschein für einen finanziell geförderten Ausbau der Aquakultur in der EU geben, so lange für diesen Sektor keine generellen Umweltkriterien festgelegt sind. Stattdessen sollten aus Sicht der Umweltschützer z.B. umweltschonendes Fischereigerät, passive Fangtechniken oder Pilotprojekte zur Beifangvermeidung gefördert werden.
Kontakt
Britta König
Pressestelle
WWF Deutschland
Tel.: 040 / 530 200-118
Karoline Schacht
EU-Fischerei-Expertin
WWF Deutschland
Tel.: 040 / 530 200-327
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Datum: 02.12.2011 - 17:45 Uhr
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