Semantic Web-Anwendungen halten Einzug in Bibliotheken
Mehr als 160 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der SWIB11 – Semantic Web in Bibliotheken in Hamburg. Das Interesse an Semantic Web- und Linked Data-Anwendungen ist groß!
Linked Open Data bezeichnet die Bereitstellung von frei nutzbaren Daten (Open Data) im World Wide Web. Dargestellt werden die miteinander verknüpften Daten in der so genannten Linked Open Data (LOD)-Cloud. Während die LOD-Cloud als Ganzes 2010 um 300% gewachsen ist, nahm die Menge an bibliothekarisch relevanten Daten um beinahe 1000% zu. Für viele Bibliotheken stellt sich nun die Frage, wie sie Semantic-Web-Technologien und Linked Open Data (LOD) für sich nutzen können. Prof. Klaus Tochtermann, Direktor der ZBW, skizzierte für Bibliotheken und Informationsdienstleister zwei Richtungen, um vom Semantic Web zu profitieren: Einerseits geht es darum, Bibliotheks-Inhalte mit Daten aus der LOD-Cloud sinnvoll anzureichern, andererseits besteht die Möglichkeit, die eigenen Daten in die LOD-Cloud zu bringen, um sie für andere Einrichtungen zur Nachnutzung bzw. zur Schaffung neuer Services zur Verfügung zu stellen.
Den Fokus am ersten Konferenztag bildeten somit Linked-Data-Infrastrukturen. Der zweite Tag war der Wissenschaftskommunikation im Web of Data und den Herausforderungen, die sich für Bibliotheken daraus ergeben, gewidmet. Im Vorfeld der beiden Konferenztage fanden zudem anwendungsorientierte Workshops statt, die Neueinsteigern eine Einführung in Linked Open Data boten und einzelne Fragestellungen praxisorientiert behandelten.
Die SWIB11 brachte damit zwei Communities zusammen, die einander sehr gut ergänzen: Die Semantic Web Community und die Bibliothekswelt. Während erstere das technologische Know-how mitbringt, können Bibliotheken qualitativ hochwertigen Content einbringen, der durch Fachkräfte aufbereitet wurde. Damit tragen Bibliotheken dazu bei, die Vertrauenswürdigkeit der Daten in der LOD-Cloud zu erhöhen. Dr. Silke Schomburg, Leiterin des hbz, betonte an dieser Stelle, dass durch die vergangenen SWIB-Konferenzen bereits viel in Bewegung gekommen ist und der Großteil der wissenschaftlichen Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen ihre Metadaten in der LOD-Cloud freigegeben hat.
Viel in Bewegung war auch bei der SWIB11 zu erkennen. In seiner Keynote „How linking changes the role of library data“ berichtete Tom Baker (Dublin Core) über die jüngsten Initiativen zur Ablösung des in die Jahre gekommenen Bibliotheksstandards MARC und zum Aufbau einer Digital Public Library of America, die an die Arbeiten des World Wide Web Consortiums (W3C) anschließen. Am zweiten Konferenztag gaben Herbert van de Sompel (Los Alamos Laboratory), David Shotton (Oxford University) und Björn Brembs (FU Berlin) einen Überblick über das System des wissenschaftlichen Publizierens und stellten innovative Ansätze einer web- und datenbasierten Wissenschaftskommunikation vor.
Weitere Informationen zur SWIB11 inklusive der Vortragsfolien sowie demnächst auch der Videomitschnitte der Vorträge finden Sie unter http://swib.org/swib11/.
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Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft ist das weltweit größte Informationszentrum für wirtschaftswissenschaftliche Literatur mit einem überregionalen Auftrag – online wie offline. Heute beherbergt die Einrichtung rund 4 Millionen Bände und 32.000 laufend gehaltene Periodika und Zeitschriften. Daneben stellt die ZBW die wohl am schnellsten wachsende Sammlung von Open-Access-Dokumenten im Internet zur Verfügung: EconStor, der digitale Publikationsserver, verfügt heute über 25.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Mit EconBiz, der Suchmaschine für internationale wirtschaftswissenschaftliche Fachinformationen, können Studierende oder Wissenschaftler/innen in über 8 Millionen Datensätzen recherchieren. Die ZBW gibt die beiden wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics heraus und betreibt zusammen mit dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) das Peer-Review-Journal Economics, das nach dem Prinzip des Open Access konzipiert ist. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und seit 2007 Stiftung des öffentlichen Rechts.
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Seit über 35 Jahren ist das Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) ein Dienstleistungs- und Entwicklungspartner für Bibliotheken. Das hbz bietet ein vielfältiges Spektrum von bibliothekarischen Angeboten. Dazu gehört die hbz-Verbunddatenbank, in der die kooperativ erstellten Nachweise von derzeit 16 Millionen Titeln und 36 Millionen Bestandsdaten der Verbundbibliotheken in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz enthalten sind. Mit der Digitalen Bibliothek (DigiBib) stellt das hbz ein maßgeschneidertes Internet-Portal für Bibliotheken und andere Wissensanbieter zur Verfügung. Es ermöglicht Anwendern den Zugriff auf die hbz-Verbunddatenbank und ihre Partnerdatenbanken sowie auf internationale Informationsquellen aus allen Fachgebieten. Die in die DigiBib integrierte Online-Fernleihe ermöglicht den schnellen und mühelosen Zugang zu bundesweit verfügbaren Beständen aus wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken. Das hbz gehört zum Geschäftsbereich des „Ministeriums für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie“ des Landes Nordrhein-Westfalen.
DR. ANNA MARIA KÖCK
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Datum: 12.12.2011 - 11:44 Uhr
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