Junge Chinesen sagen Gruppenreisen ade
ID: 542589
individuelle Reiseerfahrungen - Wirtschaftsboom und
Technik-Leidenschaft feuern die Reiselust an - ITB World Travel
Trends Report präsentiert die Besonderheiten der neuen Reisenden aus
dem Reich der Mitte
Chinesische Touristengruppen, die ihrem Tour Guide zu den
schönsten Sehenswürdigkeiten folgen, könnten bald der Vergangenheit
angehören. Junge, wohlhabende und technikorientierte Chinesen mit dem
Wunsch nach individuellen Reiseerlebnissen lösen die bisherigen
Reiseformen vieler Chinesen ab. Laut dem aktuellen ITB World Travel
Trends Report ist das Reiseverhalten der Chinesen in einem enormen
Wandel begriffen. Die internationale Reiseindustrie muss sich mit
speziellen Serviceleistungen auf die neuen chinesischen Touristen
einstellen, wenn sie den Anschluss an die stetig wachsende Zahl der
chinesischen Reisenden nicht verlieren möchte. Chinesisch sprechendes
Personal, landestypische Speisen oder die Ansprache über in China
beliebte Social Media Kanäle können ausschlaggebende Faktoren für den
Erfolg sein.
Der wirtschaftliche Aufschwung treibt die Reiselust der Chinesen
maßgeblich an. Gerade junge Berufstätige mit sehr guter Ausbildung
profitieren von dem Wirtschafts-Boom und leisten sich internationale
Reisen mit Erlebnis-Charakter. Statt möglichst preisgünstiger
Gruppentouren ist hohe Servicequalität gefragt, die Touristen aus dem
Reich der Mitte wollen individuelle Reiseerfahrungen sammeln.
Möglichst viele Sehenswürdigkeiten zu besuchen spielt zwar immer noch
eine wichtige Rolle auf Reisen, Faktoren wie Erholung und
Unterhaltung rücken allerdings auf der Wunschliste nach oben. Shoppen
gehört bei vielen Chinesen nach wie vor zu den
Lieblingsbeschäftigungen, wenn sie im Ausland unterwegs sind. Ein
Indiz dafür sind auch die durchschnittlichen Ausgaben pro Besuch, die
im zweistelligen Bereich gestiegen sind.
Um von chinesischen Reisenden wahrgenommen zu werden, muss sich
die Reiseindustrie auf die speziellen Wünsche und Bedürfnisse der
chinesischen Reisenden einstellen und den landestypischen Kulturen
und Gepflogenheiten Respekt zollen. Chinesisch sprechendes Personal
oder Audioguides in Museen sorgen dafür, dass sich Touristen
willkommen fühlen. Weitere Annehmlichkeiten wie beispielsweise
Wasserkocher auf dem Zimmer für Zwischenmahlzeiten oder chinesische
Speisen im Hotelrestaurant werden von vielen Reisenden als
Wertschätzung ihrer Kultur gewertet.
Baidu statt Facebook
Auch beim Online-Auftritt sollten touristische Anbieter die
Ansprüche und landestypischen Gewohnheiten von Chinesen
berücksichtigen. Statt einer reinen Übersetzung der eigenen Inhalte,
sind spezielle markt-relevante Inhalte und die Verlinkung zu
chinesischen Suchmaschinen wie Baidu wichtig. Websiten sollten in
China gehostet sein, um auf mögliche Zensureingriffe schnell
reagieren zu können. Zudem sollten sie keine Links zu in China
verbotenen Netzwerken wie Facebook oder YouTube enthalten.
Stattdessen nutzen Chinesen andere soziale Netzwerke, die
berücksichtigt werden müssen. Denn Rücksichtnahme auf ihre
kulturellen Besonderheiten wird von Chinesen mit Respekt
gleichgesetzt, während eine nicht auf ihre Bedürfnisse angepasste
Website von vielen chinesischen Reisenden gleichzusetzen ist mit
einer schlechten Reiseerfahrung.
Dr. Martin Buck, Direktor des KompetenzCenter Travel und Logistics
der Messe Berlin, kommentiert: "Die Kommunikation in sozialen
Netzwerken findet in China auf anderen Kanälen statt als in der
westlichen Welt. Tourismusverantwortliche müssen sich der
landestypischen Besonderheiten auch in der digitalen Welt bewusst
sein, um am Markt erfolgreich zu sein."
"Digital Natives" auch bei der Reiseplanung
Social Media Nutzung, Online-Buchung und mobile Technologien sind
gerade für die junge chinesische Generation der "Digital Natives" bei
der Reiseplanung und Buchung nicht mehr wegzudenken. Vor allem Nutzer
mit Auslandsreise-Plänen verwenden Online-Medien zur ausführlichen
Planung und Information über das Reiseziel. Nach dem Trip werden die
Erfahrungen und Erlebnisse mit der Community im Netz geteilt. 92
Prozent der chinesischen Online-Nutzer verwenden soziale Netzwerke -
das sind etwa doppelt so viele wie in Europa oder den USA. Doch
obwohl Online-Buchungen für Flüge, Touren oder Unterkünfte rasant
ansteigen, haben sie den klassischen Reisebüros noch nicht den Rang
abgelaufen, so die Ergebnisse des ITB World Travel Trends Reports.
Die Reiselust chinesischer Touristen ist aktuell ungebrochen,
Chinesen befinden sich auf dem besten Weg, bald zu den wichtigsten
touristischen Quellmärkten weltweit zu gehören. Die UNWTO (United
Nations World Tourism Organization) rechnet damit, dass dieses Jahr
66 Millionen Chinesen ins Ausland gereist sind. Das entspräche einer
Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch wenn die
Mehrzahl dieser sowohl Tages- als auch Übernachtungsreisen noch immer
in die ehemaligen Kolonien Hong Kong oder Macau führen, steigt die
Zahl der chinesischen Auslandsreisenden, die in andere asiatische
Länder und darüber hinaus reisen, rasant an. IPKs Asian Travel
Monitor geht bis Jahresende von rund 18 Millionen Auslandsreisen der
Chinesen mit Übernachtung aus. In Europa zählen Deutschland und
Frankreich zu den beliebtesten Ländern chinesischer Urlauber.
Über die ITB Berlin und den ITB Berlin Kongress
Die ITB Berlin 2012 findet von Mittwoch bis Sonntag, 7. bis 11.
März, statt. Von Mittwoch bis Freitag ist die ITB Berlin für
Fachbesucher geöffnet. Parallel zur Messe läuft der ITB Berlin
Kongress von Mittwoch bis Freitag, 7. bis 9. März 2012. Er ist
weltweit der größte Fachkongress der Branche. Studiosus ist Basic
Sponsor des ITB Berlin Kongresses 2012. Mehr Informationen sind zu
finden unter www.itb-kongress.de. Die ITB Berlin ist die führende
Messe der weltweiten Reiseindustrie. 2011 stellten 11.163 Unternehmen
aus 188 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen rund 170.000
Besuchern, darunter 110.791 Fachbesuchern vor.
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Datum: 19.12.2011 - 10:42 Uhr
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