Mehr Fragen als Antworten
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Tagung "Doping im Pferdesport"
(aid) - "Das Tierschutzgesetz verbietet die Anwendung von Dopingmitteln an einem Tier bei sportlichen Wettkämpfen." Dieser Satz im Tagungsflyer "Doping im Pferdesport" lässt wenig Raum zur Interpretation. Der Sachstand zu benanntem Problem ist jedoch in der Praxis offenbar längst nicht so eindeutig. Das hat die Fachtagung am 13. Dezember 2011 vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft und dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz deutlich gezeigt.
Um es vorweg zu nehmen, die Experten sahen etwa zu folgenden Fragen Klärungsbedarf: Welche pharmazeutischen Mittel gelten verbandsübergreifend als Dopingmittel für Pferde; bedarf es einer Positiv- oder Negativliste; was ist in welchem Fall eine erlaubte Medikation - mit welcher (individuellen) Karenzzeit? Und wieso haben die großen nationalen Pferdesportverbände aus Galopprennsport, Trabrennsport und die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) unterschiedliche Vorgaben? Wieso sind die Messunterschiede von Labor zu Labor teils gravierend und wie geht man damit um?
Ebenso wiesen die Referenten aus Tierärzteschaft, Reitsport, Rechtswissenschaft und Verbandswesen darauf hin, dass eine internationale Vereinbarung zwar notwendig, aber ohne Aussicht auf Erfolg erscheint. Insgesamt ergab sich damit zur Causa "Doping im Pferdesport" ein Bild mit wesentlichen ungeklärten Fragen und mit überraschend wenigen konkreten Lösungsansätzen. Dabei war mit dem in 2004 betroffenen Olympiareiter Ludger Beerbaum, dem Sportrechtler Professor Jens Adolphsen, Elke Deiniger vom Deutschen Tierschutzbund, Verbandsvertretern und bekannten Sachverständigen der Tierärzteschaft und des Laborwesens eine hochkarätige Expertenrunde anwesend und diskutierte die Perspektiven und den Status quo.
Sehr gewinnbringend war der Beitrag der Philosophieprofessorin Dagmar Borchers, die sich dem Wohl des Pferdes aus ethischer Sicht näherte und konstatierte, dass die Pferdebranche als recht geschlossene Gruppe auftrete, die die Außensicht einer kritischen Öffentlichkeit jedoch nicht ausblenden dürfe, wenn sie sich nicht selbst schaden wolle. Denn jeder weitere tierschutzrelevante "Fall", unabhängig davon ob Doping oder unerlaubte Medikation, schade nicht nur dem Pferd, sondern auch der Branche und der Akzeptanz für den Sport selbst. Darin stimmte das Podium überein und hielt neben einiger deutlicher Kritik am Selbstreinigungsprozess etwa durch die FN und einem gänzlich fehlenden behördlichen Vollzug seitens der Amtstierärzte fest, dass mit der Tagung wesentliche Schwachstellen aufgezeigt wurden, die einer weiteren dringenden Aufarbeitung bedürfen - auch von Seiten des Gesetzgebers. Zum Wohle der Tiere und sicher auch aller Beteiligter des Pferdesports.
Dagmar Barkmann, www.aid.de
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Datum: 21.12.2011 - 12:00 Uhr
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