Mobilfunk: Vielfalt der Geräte und Standards hemmt Mobile Marketing
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Werbewirtschaft kann Potentiale noch nicht ausschöpfen – Handy wird sich in den nächsten Jahren zur persönlichen Informationszentrale entwickeln
Die unglaubliche Vielfalt der mobilen Geräte mit ihren unterschiedlichen Standards mache es allerdings den Werbern schwer. „Ein und dasselbe Angebot sieht auf unterschiedlichen Mobiltelefonen unterschiedlich aus. Das bedeutet für die Dienstleister, dass mobile Portale individuell ausgeliefert werden müssen", zitiert Horizont den Arvato Mobile-Geschäftsführer Ralf Priemer. Viele Unternehmen böten gar kein mobiles Pendant ihres Internet-Auftritts an. In diesen Fällen sieht der Nutzer nur einen unvollständigen Ausschnitt auf seinem Handy.
„Wegen des kleinen Bildschirms macht es auf den meisten Handys derzeit noch keinen Sinn, auf herkömmliche, nicht für das Handy optimierte Webseiten zu surfen – die Abbildungen der HTML-Seiten sind zu klein, zu unübersichtlich und schwer zu navigieren. Neuerungen wie der mobile Safari-Browser des iPhones zeigen die Richtung, in die sich das mobile Internet entwickeln könnte – hin zu größeren Handyscreens und flexibleren Browsern“, sagt Jens Klemann von der Bad Homburger Unternehmensberatung Strateco http://www.strateco.de.
Bei Betriebssystemen, Bedienungsmenüs, Bildschirmgrößen, Einrichtungsroutinen für Software, Internetzugangstechnologien, Browsertypen und Mobile TV-Standards gehe nach seiner Erfahrung jeder Hersteller seinen eignen Weg, um einen konkurrenzlosen Standard zu setzen. „Im Ergebnis springt genau das Gegenteil heraus. So müssen Spezialisten für die Erstellung von WAP-Seiten Informationen für rund 4.000 Handymodelle in ihren Datenbanken speichern“, erklärt Klemann, Co-Autor der Studie „Mobile Marketing“ http://www.absatzwirtschaft.de/mobile-marketing, die in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift „absatzwirtschaft“ erstellt wurde.
Hindernisse bei der Verbreitung von mobilen Angeboten sieht Omar Khorshed, Vorstandschef der Düsseldorfer acoreus AG http://www.acoreus.de, vor allem auf Seiten der Mobilfunkunternehmen. Sie hätten zu lange versucht, Angebote zu etablieren, die an den Kundenbedürfnissen vorbeigehen. Daher fordert er, die Netze zu öffnen, um einen Ideenwettbewerb mit neuen mobilen Angeboten einzuleiten. Zudem sollten verstärkt lokale Dienste angeboten werden. Kunden würden sich am meisten für ortsbezogene Services interessieren. „Aufgrund der fehlenden technischen Reichweite gibt es allerdings noch keine nennenswerte praktische Reichweite für Location Based Services. Es mangelt an Handys, die mit GPS aufwarten“, so der TK-Experte Klemann im Gespräch mit NeueNachricht http://www.ne-na.de.
Für den Nahbereich könnte sich nach seinen Prognosen auch Bluetooth etablieren. „Es ist das derzeit bedeutendste Interaktionsmedium für die mobile Kommunikation am Point of Sale. Etwa 50 Prozent aller Geräte im Markt können an dieser Form der kabellosen Datenübertragung teilnehmen, Tendenz steigend. Effektiv genutzt wird die Funktion nur von zehn Prozent. Das liegt in erster Linie an den Schwierigkeiten bei der Handhabung. Zunächst muss der Handynutzer wissen, wie er Bluetooth einschaltet. Gelingt die Aktivierung, verbraucht man zuviel Strom. Um das Gerät mit einem anderen zu verbinden, ist eine ebenfalls recht komplizierte ‚Koppelungsprozedur’ Erforderlich“, moniert Klemann.
In den nächsten fünf bis zehn Jahren werden nach Aussagen von Voice Days-Sprecher Bernhard Steimel http://www.voicedays.de diese Kinderkrankheiten beseitigt und das Handy entwickelt sich zur wichtigsten persönlichen Informationszentrale. Dabei werde die Spracherkennung als Steuerungsinstrument seine Stärken ausspielen: „So hat das IBM-Haifa Research Laboratory die Software Pensieve http://de.youtube.com/watch?v=BOVdsvMzV1E vorgestellt, die mit mobilen Endgeräten erfasste Bild-, Ton- und Textdaten intelligent auswertet. Mit der neuen Technologie soll es möglich sein, seine persönliche Informationsflut in den Griff zu bekommen und sich besser an Namen, Personen, Gespräche und andere wichtige Daten zu erinnern. Das System verwendet nach Angaben von IBM assoziative Erinnerungstechniken, um Verbindungen zwischen verwandten Informationen herzustellen“, erläutert Steimel.
Pensieve verfüge über Fähigkeiten, den Kontext, in dem die Informationen aufgenommen wurden, zu verstehen und in die Analyse mit einzubeziehen. Dadurch könne die Software die auf ein Ereignis bezogenen Daten miteinander verknüpfen und fungiere als „persönlicher Gedächtnisassistent". „So können Fotos einer Person, ihrer Visitenkarte sowie eine Sprachnotiz mit dem Handy erfasst, dank integriertem GPS-Empfänger mit einer Ortsangabe verknüpft und mit einem Zeitstempel versehen werden. Am PC werden die Informationen dann mittels Zeichen- und Spracherkennung ausgewertet - und mit dem eigenen Adressbuch und Kalender abgeglichen. Die Software kann die Daten so miteinander verknüpfen, dass sie auf unterschiedliche Weise abrufbar sind, nach Zeit, Ort oder Person. So können Kontakte beispielsweise einer bestimmten Konferenz zugeordnet werden“, schreibt der Onlinedienst Golem http://www.golem.de.
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