Menschen bewegen, Strukturen schaffen, globale Probleme angehen
ID: 554430
Wintermantel stellt Ziele ihrer Amtszeit in Berlin vor
Seit dem 1. Januar ist Professorin Margret Wintermantel neue
Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD).
Neuer Vizepräsident ist Professor Joybrato Mukherjee, der Präsident
der Justus-Liebig-Universität Gießen. Auf einer Pressekonferenz in
Berlin stellte Wintermantel heute ihre Ziele und zukünftigen
Schwerpunkte vor. Dazu gehören mehr internationale Studierende, ein
weiteres Wachstum der Auslandsmobilität deutscher Studenten,
zielorientierte Strategien für die Internationalisierung, Beiträge
zur Lösung globaler Probleme und die Unterstützung von
Demokratisierungsprozessen. Für 2012 hat sich der DAAD erstmals ein
Jahresthema gestellt: "Gesellschaft im Wandel - Wandel durch
Austausch".
Wintermantel will mit dem DAAD weiter daran arbeiten, die Zahl der
ausländischen Studierenden von jetzt 245.000 bis zum Ende des
Jahrzehnts auf 300.000 zu steigern. "Mit dem Ausländerstudium
gewinnen wir unsere Freunde und Partner von morgen. Und: Ohne mehr
internationale Studierende werden wir das hohe Niveau unseres
Wissenschaftssystems angesichts des demographischen Wandels nicht
halten können." Um die besten Studenten nach Deutschland zu ziehen,
müsse auch der Hochschulzugang offener und flexibler gestaltet werden
und mehr auf die persönliche Qualifikation abstellen.
Parallel will Wintermantel erreichen, dass jeder zweite deutsche
Hochschulabsolvent im Studium Auslandserfahrung sammelt. Der Anteil
liegt seit 2001 bei einem Drittel. Das ist im internationalen
Vergleich zwar hoch, aber angesichts der Globalisierung noch zu
wenig. Schlüsselfaktoren sind hier strukturierte Programme, bessere
Anerkennung und ausreichend Stipendienmittel. Der DAAD will sich in
besonderem Maße auch weiter für die EU-Hochschulprogramme engagieren,
für die er die Nationale Agentur in Deutschland ist. 2010/11 sind
alleine im ERASMUS-Programm 34.000 deutsche Studierende und Dozenten
ins Ausland gegangen. 2012 werden die entscheidenden Weichen für die
nächste Programmgeneration 2014 bis 2020 gestellt.
Wintermantel will, dass sich die deutschen Hochschulen noch
stärker als bisher international profilieren und entsprechende
Strukturen entwickeln. Das Programmspektrum des DAAD soll, so wünscht
es sich die neue Präsidentin, um ein neues Förderprogramm erweitert
werden, das den deutschen Hochschulen bei ihrer Internationalisierung
durch strategische Kooperationen mit herausragenden Partnern hilft.
"Bildung und Wissenschaft sind Schlüssel zur Entwicklung", davon
ist die neue DAAD-Präsidentin überzeugt. Der DAAD fördert seit vielen
Jahren die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern. Einen neuen Akzent
möchte Wintermantel auf die gemeinsame Entwicklung und Nutzung von
Wissen legen, das zur Lösung globaler Probleme wie Klimawandel,
Wasserknappheit, Epidemien, mangelnde Ernährung oder fehlende
Integration benötigt wird.
Stipendiaten, Alumni und Partnerhochschulen des DAAD engagieren
sich vielerorts für Demokratie und Menschenrechte. Zur Unterstützung
und Flankierung der Demokratisierung in der arabischen Welt hat der
DAAD vor wenigen Wochen neue Programme für Ägypten und Tunesien
ausgeschrieben. Dabei geht es auch um bessere Berufsperspektiven für
Hochschulabsolventen. Wintermantel will das schwierige, aber lohnende
Engagement in Krisenregionen weiter betreiben.
Mit dem Jahresthema "Gesellschaft im Wandel - Wandel durch
Austausch" will der DAAD geförderte Studierende und Wissenschaftler
zu gemeinsamer inhaltlicher Arbeit an sozialen Problemen anregen und
auch in der Öffentlichkeit deutlicher machen, wie akademischer
Austausch zu gesellschaftlichem Wandel beitragen kann.
Margret Wintermantel ist noch bis Ende April 2012 Präsidentin der
Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Sie studierte von 1966 bis 1970
Psychologie und Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität
Mainz. 1972 promovierte sie zunächst zum Dr. rer. nat. in der
Psychologie, bevor 1986 die Habilitation im Fach Psychologie an der
Universität Heidelberg folgte. Vor ihrer Wahl zur Präsidentin der HRK
im März 2006 war die Wissenschaftlerin bereits HRK-Vizepräsidentin
für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs sowie von 2000 bis
2006 Präsidentin der Universität des Saarlandes. Sie ist außerdem
Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Gremien.
Weitere Informationen und Fotos finden Sie unter der Pressemeldung
vom 16.1.2012 unter www.daad.de/presse.
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Datum: 16.01.2012 - 11:55 Uhr
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