Erinnerung an den Holocaust: IBB Dortmund organisiert mehr Gedenkstättenfahrten nach Auschwitz
Stiftung aus Nordrhein-Westfalen fördert Studienfahrten für Schülerinnen und Schüler
Fahrt zum Symbolort der Nazi-Verbrechen erfordert viel Einfühlungsvermögen
Jede Fahrt zu dieser außergewöhnlich eindrucksvollen Gedenkstätte, die zum Symbol für die systematische Massenvernichtung an den Juden in Europa geworden ist, ist einzigartig. "Für uns ist keine Fahrt wie die andere", sagt Burkard Grahn. Eine intensive Vorbereitung mit den Lehrkräften und eine einfühlsame Begleitung der Jugendlichen erfordern besonderes Fingerspitzengefühl.
Fast 70 Jahre danach noch Begegnung mit Zeitzeugen des Nationalsozialismus
"Vor 25 Jahren hatten viele Jugendliche noch Zeitzeugen in ihren Familien, die über die Verbrechen und die Opfer des Holocaust aus eigener Anschauung berichten konnten", weiß Grahn. Heute ist es notwendig solche Zeitzeugen des Nationalsozialismus von außerhalb für Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern zu gewinnen. Und tatsächlich gelingt es bis heute für jede Reisegruppe des IBB ein Gespräch mit einem Zeitzeugen zu ermöglichen. Auch die Zusammensetzung der Klassen ändert sich: Für Jugendliche mit Migrationshintergrund ist die intensive Auseinandersetzung mit diesem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte nicht unbedingt selbstverständlich. Am historischen Ort zeigen sich dann alle Jugendlichen gleichermaßen berührt und bewegt.
Angebote maßgeschneidert auf die Anforderungen des Lehrplans
Das IBB entwickelt die Studienfahrten in enger Zusammenarbeit mit den Lehrkräften abgestimmt auf die Anforderungen der Lehrpläne z.B. der Fächer Politik, Geschichte, Religion oder Deutsch: Die besondere Situation von Kindern im KZ, die Geschichte der Judenverfolgung, das Erziehungssystem der Nazis oder die Literatur der Zeit können am historischen Ort Auschwitz auf sehr anschauliche Art und Weise erarbeitet werden. Mit eigenen Augen zu sehen, was andere nur aus dem Schulbuch kennen, hinterlässt immer einen tiefen Eindruck bei den Jugendlichen. Die Größe des Lagers zu erfassen, die verbliebenen Gebäude zu betreten, den spezifischen Geruch dieses Ortes zu riechen und selbst durch das Tor zu gehen, über dem die zynische Aufschrift steht "Arbeit macht frei" - eröffnet den Schülern einen unmittelbaren Zugang zu diesem inzwischen 67 Jahre zurückliegen¬den Kapitel der Geschichte. Trauer, Mitleid, Wut oder Verzweiflung sind Gefühle, die verarbeitet werden müssen. Die Programme nehmen auf diese Notwendigkeit Rücksicht. Vor der Rückreise gestalten die Teilnehmenden eine kleine Gedenkfeier zum Andenken an die Opfer und zum Ausdruck ihrer Hoffnungen für eine friedliche gemeinsame Zukunft.
Besuche in Berlin oder Krakau runden Fahrtenprogramm ab
Kompetent begleitete Besuche des Jüdischen Museums oder des Hauses der Wannsee-Konferenz in Berlin, eine Beschäftigung mit der Stadtgeschichte von O?wi?cim/Auschwitz, eine Fahrt nach Krakau und Lerneinheiten zur jüdischen Geschichte und Kultur in Polen kann das IBB als ergänzende Programmbausteine organisieren.
2012 sind noch Termine frei für interessierte Schulen
Im Januar 2012 waren bereits vier Gruppen mit insgesamt mehr als 100 Teilnehmenden mit dem IBB in Auschwitz. Die Nachfrage an den maßgeschneiderten Programmen ist groß. Weitere Anfragen werden gern bearbeitet, denn so mancher Termin ist noch frei verfügbar. Mit Hilfe der Zuschüsse der Stiftung Erinnern ermöglichen können viertägige Studienreisen je nach Gruppengröße mit Eigenbeiträgen der Schüler von rund 100 Euro verwirklicht werden.
Nähere Informationen unter www.ibb-d.de und unter der Rufnummer 0231-952096-0.
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Datum: 27.01.2012 - 12:40 Uhr
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