Neue OZ: Kommentar zu Bundesregierung / Integration
ID: 564934
Nein, der fünfte Integrationsgipfel war kein Kaffeekränzchen, wie
manche Kritiker vor der Begegnung im Kanzleramt befürchtet hatten.
Und überflüssig war das Treffen ebenfalls nicht. Denn
Integrationsgipfel sind allein schon nötig wegen der alternden,
schrumpfenden Bevölkerung in Deutschland. Und auch, weil immerhin 16
Millionen Menschen in Deutschland ausländische Wurzeln haben.
Der fünfte Integrationsgipfel war konkreter als die vier
vorherigen Treffen. So verabschiedeten die Teilnehmer einen
Nationalen Aktionsplan. Auf nicht weniger als 450 Seiten listet das
Papier für Themen wie Spracherwerb, Bildung oder Sport genaue Ziele
und Zeitrahmen auf. Damit ist die Bundesregierung auf dem richtigen
Weg. Denn die Phase der symbolischen Zusammenkünfte und
Modellprojekte sollte mittlerweile längst vorbei sein. Jetzt muss es
viel weiter gehen, um in der Arbeit für Migranten Fortschritte zu
erzielen. Ein höherer Anteil von Beschäftigten im öffentlichen
Dienst, die Anerkennung von beruflichen Abschlüssen und ständige
Sprachangebote: Das sind greifbare Beispiele.
Wie erfolgreich das Vorgehen der Bundesregierung ist, zeigt sich
erst am Ende der Wahlperiode. Dann wird die schwarz-gelbe Koalition
an Ergebnissen gemessen werden und nicht an schönen Reden und Plänen.
Und nach wie vor gilt, was längst bekannt ist: Integration ist keine
Einbahnstraße, sondern gelingt nur, wenn Migranten selbst mitwirken.
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Datum: 31.01.2012 - 22:00 Uhr
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