Tier- und Umweltschutz keine Frage der Stallgröße: KTBL-Fachgespräch über Standorte für Tierhaltungsanlagen
ID: 565566
Tier- und Umweltschutz keine Frage der Stallgröße: KTBL-Fachgespräch über Standorte für Tierhaltungsanlagen
(aid) - Große Tierhaltungsanlagen stehen im Ruf weder artgerecht zu sein, noch ausreichend Umweltauflagen zu erfüllen. Derzeit planen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine Bundesratsinitiative zur Begrenzung großer Tierhaltungsanlagen. Im Fokus stehen dabei das Landwirte-Privileg für das Bauen im Außenbereich, das Bundesimmissionsschutzgesetz und die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft. Um für alle Beteiligten einen gemeinsamen Bewertungsrahmen zu finden, der den Bau von Ställen wieder konfliktfrei ermöglicht, hat das Kuratorium für Technik und Bauen in der Landwirtschaft (KTBL) auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin ein Fachgespräch durchgeführt. Demnach ist aus fachanwaltlicher Sicht die Änderung des Baugesetzbuches mit dem Einschränken des Bau-Privilegs keine Lösung für den Tierschutz oder die Akzeptanz vor Ort. Auch NEULAND e. V., Fachverband zur Förderung einer tiergerechten und umweltschonenden Nutztierhaltung, möchte den Fokus mehr auf Haltungsverfahren und Haltungssysteme legen als auf eine Größenbegrenzung. Möglich sei die Bindung des Landwirte-Privilegs in viehdichten Regionen an den regionalen Viehbesatz, ergänzte die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Der Deutsche Landkreistag hingegen sieht stärkere kommunale Steuerungsinstrumente zur Abwägung zwischen den Interessen des Landwirtes, Gewerbe- und Wohngebieten sowie der Naherholungsfunktion als notwendig an. Die EG-Richtlinie 96/61 regelt die Vermeidung von Immissionen bei Intensivhaltungsverfahren. Das Umweltbundesamt übersetzt diese Richtlinien in Merkblätter der Besten verfügbaren Technik (BVT). Aber, so erläuterte Prof. Dr. Thomas Jungbluth, Präsident des KTBL, die Vorschriften gelten nur für Anlagen, die nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz genehmigungspflichtig sind. Demgegenüber hat das KTBL schon 2006 im "Nationalen Bewertungsrahmen für die Tierhaltung" bereits 139 Haltungsverfahren aus der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft bemessen. Nach Ewald Grimm, Leiter Standortentwicklung im KTBL, ist das ein Instrument, was Planern und Kommunen genau beschreibt, welche Auswirkungen ein einzelnes Haltungssystem auf seine Umwelt hat. Dieser Bewertungsrahmen kann als Entscheidungsgrundlage für die Kommunen dienen. Das Fachgespräch zeigte, dass bei fortschreitender Entwicklung der Stallbautechnik Tier- und Umweltschutz nicht eine Frage der Stallgröße ist. Um bei großen Tierhaltungsanlagen die notwendige Akzeptanz zu schaffen, ist aber auf jeden Fall die Beteiligung aller Betroffenen wie Tierhalter, Nachbarn, Gemeinden oder Bürgerinitiativen erforderlich.
Roland Krieg, www.aid.de
Weitere Informationen:
www.ktbl.de, Nationaler Bewertungsrahmen Tierhaltungsverfahren
Passend zum Thema beschäftigt sich auch der Tagungsband "Globalisierte Landwirtschaft und regionale Baukultur - Wie passt das zusammen...?" mit Fragen des landwirtschaftlichen Bauens unter veränderten Wettbewerbsbedingungen.
aid-Broschüre "Globalisierte Landwirtschaft und regionale Baukultur - Wie passt das zusammen...?" 64 Seiten, Bestell-Nr.: 61-3397, Preis: 12,00 EUR, zzgl. einer Versandkostenpauschale von 3,00 EUR gegen Rechnung
aid infodienst e. V., Vertrieb, Postfach 1627, 53006 Bonn
Telefon: 0180 3 849900*, Telefax: 0228 84 99-200
*Kosten: 9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Anrufe aus dem Mobilfunknetz maximal 42 Cent pro Minute. Aus dem Ausland können die Kosten abweichen.
E-Mail: Bestellung@aid.de, Internet: http://www.aid-medienshop.de
Leseprobe unter http://www.aid-medienshop.de
aid infodienst
Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.
Heilsbachstraße 16
53123 Bonn
Tel. 0228 8499-0
Internet: http://www.aid.de, E-Mail: aid@aid.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 01.02.2012 - 14:31 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 565566
Anzahl Zeichen: 4331
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 540 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Tier- und Umweltschutz keine Frage der Stallgröße: KTBL-Fachgespräch über Standorte für Tierhaltungsanlagen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
aid (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
(aid) - Fast jeder dritte Europäer konsumiert Energydrinks - rund 12 Prozent sogar mindestens vier- bis fünfmal in der Woche. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hervor, für die mehr als 52.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in 16 EU-Mitg
SchmExperten in der Lernküche in Bild und Ton: aid-Kurz-Video auf YouTube ...
(aid) - Die "SchmExperten in der Lernküche" des aid infodienst erobern bereits seit Januar die Lernküchen der 6. bis 8. Klassen aller Schulformen. Um noch mehr Lehrerinnen und Lehrer für das praxisorientierte Unterrichtsmaterial zu begeistern, hat der aid ein Kurz-Video produziert, da
Freude am Gärtnern - trotz Pollenallergie: Neuer aid-Hörfunkbeitrag ...
(aid) - Der Winter war lang genug, endlich wird es Frühling: Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, also ab ins Freie und die Natur genießen. Für viele Menschen mag das allerdings wie Hohn klingen, denn Pollenallergien, umgangssprachlich als Heuschnupfen bezeichnet, machen Betroffenen den Au
Weitere Mitteilungen von aid
Trink Wasser: Note 'sehr gut' für deutsches Trinkwasser ...
(aid) - In Deutschland hat das Trinkwasser eine sehr gute Qualität. Das hat ein aktueller Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit und des Umweltbundesamts bestätigt. Die Auswertung basiert auf den Daten der Bundesländer aus den Jahren 2008 bis 2010. Knapp 2.400 größere Wasserwerke eins
Alles rund ums Lebensmittel Nummer 1: Das neue aid-Heft 'Wasser' ...
(aid) - Trinkwasser, Mineralwasser, Quellwasser, Tafelwasser, Heilwasser - schon die lange Liste der bei uns verfügbaren Wasserarten zeigt die zentrale Bedeutung des Elementes für den Menschen. Und auch wenn sie sich auf den ersten Blick stark ähneln, so gibt es große Unterschiede bei den Wass
Neuer FAO-Generaldirektor zur Welternährung: Regional angepasste Landwirtschaft gefordert ...
(aid) - Kurz nach Amtsantritt als neuer Generaldirektor der Welternährungsorganisation (FAO) war José Graziano da Silva gleich gefordert: Die Agrarministerrunde auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin war einer seiner ersten öffentlichen Auftritte. Doch schon zu Jahresbeginn zeich
Klima und Pflanzenschutz: Studie zu Klimawirkung von Pflanzenschutzmitteln ...
(aid) - Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der deutschen Landwirtschaft wirkt sich nicht negativ auf unser Klima aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die Klimaeffekte des Pflanzenschutzes in Deutschland untersucht hat. Die Forschergruppe um Professor Harald von Witzke von der Humbo




