Polenz befürwortet Syrien-Kontaktgruppe/ Iran: Nicht mit Militärschlag drohen
ID: 568910
Ruprecht Polenz befürwortet eine internationale Kontaktgruppe zu
Syrien. "Der Vorschlag ist richtig", sagte der Vorsitzende des
Auswärtigen Ausschusses im PHOENIX-Interview. Eine Kontaktgruppe
biete drei Vorteile: Ein Kreis von Ländern kümmere sich immer wieder
um Syrien und stelle Öffentlichkeit her. Die syrische Opposition habe
die Möglichkeit, internationales Vertrauen zu genießen und zu
erwerben. Drittens erfahre die Weltöffentlichkeit von den Dingen, die
sich in Syrien abspielten, etwa indem man der Opposition mit
Satellitentelefonen, Handys und Kommunikationsmitteln helfe. "Denn
das ist das, was Assad am meisten fürchtet, dass die Welt weiter
genau hinschaut."
Zugleich betonte Polenz, dass die Möglichkeiten von außen
einzuwirken begrenzt seien. "Niemand will militärisch in Syrien
intervenieren." Syrien liege am Schnittpunkt aller Konfliktlinien im
Nahen Osten. Eine große Gefahr bestehe darin, dass die Situation, je
länger sie andauere, "umso mehr als religiöser Konflikt wahrgenommen
wird, mit unabsehbaren Folgen auch für Nachbarländer wie den Irak
oder auch den Libanon".
Mit Blick auf den Iran und die Sicherheitslage Israels betonte
Polenz, dass man nicht über militärische Optionen spekulieren solle.
"Ich finde es richtig, dass die Amerikaner sagen, wir können das
nicht ausschließen, um dem Iran ein deutliches Signal zu senden, dass
es ernst ist. Aber man sollte nicht damit drohen. Denn sonst wird man
irgendwann Gefangener seiner eigenen Rhetorik."
+++HINWEISE AN DIE REDAKTIONEN:+++
1) Das vollständige Interview gibt es auf dem
PHOENIX-YouTube-Kanal unter
http://www.youtube.com/watch?v=mWBelAB
3tIs&list=UUwyiPnNlT8UABRmGmU0T9jg&index=1&feature=plpp_video
2) Ruprecht Polenz ist heute Abend erneut Gast bei PHOENIX. Er
diskutiert ab 22.15 Uhr in der PHOENIX RUNDE über das Thema
"Von Ägypten bis Syrien - Scheitert der Arabische Frühling?"
Pressekontakt:
PHOENIX-Kommunikation
Pressestelle
Telefon: 0228 / 9584 190
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Datum: 07.02.2012 - 10:53 Uhr
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