Arzneimittelmüll verschmutzt Grundwasser
ID: 572725
Arzneimittelverblisterer e.V. (BPAV) sieht in der Vermeidung von
Arzneimittelmüll einen aktiven Beitrag zum Gewässerschutz. Immer mehr
Arzneimittelabfälle belasten in Deutschland das Grundwasser. Dies
zeigt eine Untersuchung des Umweltbundesamtes auf Geheiß der
Europäischen Kommission. Die Bundesbehörde hat dazu einen
Maßnahmenplan erarbeitet.
Die Studie des Umweltbundesamtes hat unter den insgesamt 156
nachgewiesenen Wirkstoffen 24 Arzneimittel identifiziert, die als
besonders schädlich einzustufen sind. Darunter auch das
weitverbreitete Schmerzmittel Diclofenac. "Es sind Stoffe mit hoher
Priorität, die das Potential haben, Umweltorganismen zu schädigen",
heißt es in einem Papier der Behörde. Mehrere Hundert Tonnen
Arzneimittel gelangen jährlich allein in Deutschland über das
Abwasser in den Umweltkreislauf. Der Großteil davon aufgrund von
unsachgemäßer Entsorgung. Das Umweltbundesamt prognostiziert,
aufgrund des demographisch bedingten Anstiegs des
Medikamentenverbrauchs, eine Zunahme der Arzneimittelrückstände um 20
Prozent bis 2040.
"Neben der verantwortungsbewussten Entsorgung, muss jetzt primär
darauf geachtet werden, Arzneimittelabfall generell zu vermeiden. Das
schont die Umwelt, spart Ressourcen und entlastet gleichzeitig die
Krankenkassen", so der BPAV-Vorsitzende Hans-Werner Holdermann. So
wirkt die professionelle, industrielle Verblisterung der Entstehung
von Arzneimittelmüll konsequent entgegen. "Bei der Verblisterung
werden Wochen- oder maximal Zweiwochenblister mit tablettengenauer
Dosierung abgegeben und keine 100er-Packung, wo am Ende nur fünf
Tabletten genommen werden und der Rest weggeschmissen wird. Gerade
bei Diclofenac, einem der umweltgefährdenden Stoffe, ist die
Verblisterung schon heute usus", beschreibt Holdermann die Situation.
Außerdem werden insbesondere ältere Patienten entlastet, die mit den
herkömmlichen Verpackungen überfordert sind. Die Vorteile liegen auf
der Hand: Müllvermeidung und damit Gewässerschutz, Therapietreue und
Arzneimittelsicherheit - all das bietet die patientenindividuelle
Arzneimittelverblisterung.
Der BPAV wurde 2009 gegründet ihm gehören Unternehmen an, die nach
deutschem Recht (§ 13 AMG) patientenindividuelle pharmazeutische
Blister herstellen dürfen. Der Verband hat neun Blisterzentren und
sieben fördernde Partner als Mitglieder.
Pressekontakt:
Ansprechpartner:
Udo Sonnenberg, BPAV Geschäftsstelle, Tel. 030 - 847 122 68-15,
Email: presse@blisterverband.de
www.blisterverband.de/aktuelles-1412.html
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Datum: 13.02.2012 - 09:50 Uhr
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