Alternative Unternehmensfinanzierung mit Mezzanine-Kapital – Jetzt erst recht!
Standard-Mezzanine-Programme platzen; Banken verweigern dringend benötigte Finanzierungen – Alternative Unternehmensfinanzierungen, insbesondere über die Ausgabe von eigenem Mezzanine-Kapital werden als Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung immer attraktiver.

(firmenpresse) - War vor Jahren für die meisten kleinen und mittelständischen Unternehmen die klassische Bankfinanzierung oft die einzige Möglichkeit zusätzliches Investitionskapital zu generieren, so sind alternative Finanzierungswege für viele solcher Unternehmen mittlerweile zum Alltag geworden. So wird zum einen, neben diversen Fördermittelprogrammen, die zum Teil regional oder auch branchenabhängig sind, vermehrt auf Factoring oder Leasing zurückgegriffen, welches durch seine bilanzverkürzende Wirkung die Eigenkapitalquote erhöht und damit den Weg zur ergänzenden Eigenkapital- oder auch Fremdkapitalaufnahme ebnet. Zum anderen wurden - gerade in den letzten Jahren - von vielen Unternehmen ergänzend Mezzanine-Finanzierungen eingesetzt.
Mezzanine-Kapital kann als Fremdkapital, aber auch als Eigenkapital ausgewiesen werden
Der Begriff "Mezzanine" stammt dabei aus dem Italienischen und bezeichnet in der Architektur das Zwischengeschoss inmitten zweier Hauptstockwerke. In der Unternehmensfinanzierung steht die Bezeichnung Mezzanine-Kapital für Finanzierungsformen, die - wie der architektonische Ursprung bereits erahnen lässt - bilanziell eine Stellung zwischen dem Eigen- und dem Fremdkapital einnehmen. Mezzanine-Kapital ist also ein Sammelbegriff für alle sog. hybriden (=gemischten) Finanzierungsinstrumente, die zwischen dem reinen Eigenkapital und dem reinen Fremdkapital einzuordnen sind.
Die Ausgestaltung mezzaniner Finanzierungsinstrumente kann sowohl fremdkapitalnah erfolgen ("Debt Mezzanine"), z.B. in Form eines Nachrangdarlehens mit festem oder variablem Zinssatz, als auch eigenkapitalnah ausgeprägt sein ("Equity Mezzanine"), etwa in Form von (atypisch) stillen Beteiligungen, Genussrechten oder wertpapierverbrieften Genusscheinen. Hinzu kommen Mischformen wie Wandel- und Optionsanleihen, die sowohl Eigenkapital- als auch Fremdkapitalanteile aufweisen. Während Debt Mezzanine zwar wirtschaftlich Eigenkapital, bilanziell aber Fremdkapital darstellt, handelt es sich bei Equity Mezzanine auch bilanziell um Eigenkapital bzw. Eigenkapitalersatz, das die Eigenkapitalquote stärkt, bei entsprechender Ausgestaltung steuerlich aber dennoch wie Fremdkapital behandelt wird.
Lage bei einigen Mezzanine-Programmen hat sich dramatisch verschlechtert
Neben vielen Eigenemissionen, d.h. dem Angebot von eigenem Mezzanine-Kapital am Beteiligungsmarkt direkt durch die Unternehmen, bieten gerade verschiedene Kreditinstitute, Beteiligungsgesellschaften oder eigens gegründete Mezzanine-Fonds Unternehmen unter bestimmten Kriterien Beteiligungskapital etwa in Form von Nachrangdarlehen oder Genussrechten an. Voraussetzung ist bei den meisten dieser standardisierten Mezzanine-Programme, neben einem positiven Rating, eine hohe und stabile Umsatz- und Ertragssituation sowie oft ein bestimmter Brachenfokus. Erster Mezzanine-Programm-Anbieter war im Jahre 2004 die Capital Efficiency Group (Schweiz) mit ihrem auf nachrangigem Kapital beruhenden Programm PREPS. Diesem folgten dann weitere Programme, wie z.B. EquiNotes, SME Growth oder H.E.A.T. (HSBC Trinkhaus). Finanzierungen erfolgten hier i. d. R. in Höhe des bestehenden Eigenkapitals des jeweiligen Unternehmens bzw. bis zu einem Dreifachen dessen.
Aufgrund negativer Marktveränderungen, insbesondere aufgrund von insolvenzbedingten Ausfällen einiger Zielunternehmen sowie der zurückhaltenden Stimmung, vorrangig hervorgerufen durch die Subprime-Krise, verliefen einige der angebotenen Mezzanine-Programme gerade in letzter Zeit aber eher schleppend oder wurden gar gänzlich eingestellt. So wurde seitens der Buchanan Capital Group die direkte Mezzanine-Vergabe im Mai diesen Jahres eingestellt, das Programm SME Growth der Conpair AG konnte aufgrund des Ausfalls eines Investors nicht platziert werden und selbst HSBC Trinkhaus musste sein Programm H.E.A.T., welches zuvor mit PREPS gekoppelt wurde, absagen.
Viele Unternehmen stehen daher vor einer schwierigen Lage, da zum Teil zugesagte bzw. sicher geglaubte Mittel nun nicht zur Auszahlung gelangen und ganze Finanzierungsstrategien aufgrund (vermeintlich) fehlender Alternativen ins Wanken geraten.
Unternehmen bieten als Alternative eigenes Mezzanine-Kapital an
Neben standardisierten Mezzanine-Programmen bietet sich einer Vielzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen - zum Teil als Baustein einer eigenen alternativen und bankenunabhängigen Finanzierungsstrategie - aber die Möglichkeit, über den Beteiligungs- bzw. Kapitalmarkt eigenes Mezzanine-Kapital im Zuge einer Eigenemission einem breiten Investorenkreis anzubieten und hierüber ausreichend Investitionskapital zu generieren.
Hierbei spielt sowohl der Finanzierungsanlass als auch der Umfang bzw. der Kapitalbedarf eine eher untergeordnete Rolle. Entscheidend sind die richtige Herangehensweise bzw. Konzeption, das richtige (Beteiligungs-) Produkt, ein ausreichendes Verständnis für den Beteiligungs-Markt sowie Eigenengagement. Eine Mezzanine-Finanzierung ist dabei bereits ab einem Kapitalbedarf von ca. 50.000,- € bis 100.000,- € möglich; Begrenzungen nach oben bestehen dabei offiziell nicht.
In Abhängigkeit vom Finanzierungsumfang werden bei Bedarf neben den allgemeinen breiten Anlegerkreisen - insbesondere bei sogenannten Small-Capital-Aktionen - unternehmensnahe Personen und geschäftliche Kontakte aber auch größere Investoren und Investorengruppen angesprochen und als Investoren gewonnen. Die Investorenansprache und -gewinnung erfolgt entweder direkt durch das Unternehmen selbst oder die Einschaltung qualifizierter Finanzdienstleister. Wichtig hierbei ist, neben der Schaffung der notwendigen rechtlichen und tatsächlichen Voraussetzungen, eine auf den jeweiligen Bedarf und die Situation des Unternehmens angepasste professionelle Marketingstrategie und Finanzmarktkommunikation.
Durch das dem Unternehmen zufließende stimmrechtslose Mezzanine-Kapital erhält dieses bei entsprechender Ausgestaltung nicht nur bilanzielles Eigenkapital, was die Gewährung weiterer Mittel, wie Darlehen oder auch Fördermittel erleichtert, sondern es bleibt vor allem in all seinen Entscheidungen unabhängig von äußeren Einflüssen und Meinungen. Mezzanine-Kapital ist dabei zwar sicher kein Allheilmittel in jeder unternehmerischen Situation, bietet aber bei vielen Unternehmen eine sinnvolle - und leider oft die einzige - Alternative oder Ergänzung zu bestehenden Finanzierungsformen.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Datum: 11.09.2008 - 11:17 Uhr
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Freigabedatum: 11.09.2008
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