Neue Grünbrücken für Tiere ? Weniger Zusammenstöße auf Deutschlands Straßen

Neue Grünbrücken für Tiere ? Weniger Zusammenstöße auf Deutschlands Straßen

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Neue Grünbrücken für Tiere ? Weniger Zusammenstöße auf Deutschlands Straßen



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NABU begrüßt Bundesprogramm Wiedervernetzung der Bundesregierung

Berlin ? Der NABU begrüßt das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 mehr als 90 Grünbrücken zu bauen. "Der NABU unterstützt den heutigen Beschluss der Bundesregierung und erwartet die zügige Umsetzung des neuen Bundesprogrammes Wiedervernetzung in den kommenden Jahren", betont NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Aus der Sicht von Wildtieren gleichen manche Regionen Deutschlands heute einem Flickenteppich isolierter Gefängnisse, in dem arttypisches Wanderverhalten nicht mehr möglich ist. Zudem kommen auf Deutschlands Straßen jährlich mehrere Hunderttausend Wildtiere bei Kollisionen ums Leben ? oft auch mit fatalen Folgen für die beteiligten Autofahrer. "Die Fehler im Straßenbau der Vergangenheit müssen nun umgehend beseitigt werden", fordert Tschimpke.

Mit mehr als 600.000 Kilometern hat Deutschland eines der dichtesten Straßennetze der Welt. Davon zerschneiden rund 230.000 Kilometer die offene Landschaft. Alleine in Berlin verenden dadurch jedes Jahr etwa 130 Rehe auf den Straßen durch Zusammenstöße mit Autofahrern. "Mit Querungshilfen wird das Problem der Zerschneidung von Lebensräumen zwar nicht vollständig gelöst. Sie stellen aber eine unverzichtbare Hilfe für den Ortswechsel vieler Arten dar", erläutert Magnus Wessel, Naturschutzexperte des NABU.

So ist das Bundesprogramm ein wichtiger und erfolgversprechender Schritt: Mit dem Fachwissen der Umweltverbände und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) ist auf wissenschaftlicher Grundlage ein Konzept entstanden, das mit ersten Finanzierungsmöglichkeiten im Haushalt 2012 umgesetzt werden kann. Die ersten Vorhaben, teilweise bereits mit konkreten Planungen der Länder, stoßen auf eine breite Unterstützung der Gesellschaft. "Die Wiedervernetzung muss jetzt zügig vorangehen. Die Bundesländer sind ab jetzt in der Pflicht aktiv zu werden und die vom Bundestag bereitgestellten Gelder einzufordern", betont NABU-Präsident Tschimpke. Deutschland sei lange genug Schlusslicht gewesen, viele Nachbarländer wie die Niederlande, die Schweiz, Österreich oder auch Luxemburg hätten bereits seit Jahren erfolgreiche Maßnahmen für die Wiedervernetzung ergriffen.



Die Standortvorschläge des NABU und die aktuellen Planungen der Bundesregierung unter: http://www.nabu.de/themen/artenschutz/nationalerartenschutz/wildtierkorridore/14468.html


Für Rückfragen:
Magnus Wessel, NABU-Referent für Natur- und Artenschutz,
Tel.: 030-2849841618, Mobil: 0172-9422694, E-Mail: Magnus.Wessel@NABU.de


Hintergrund:

Der NABU fordert in seinem Bundeswildwegeplan bis zum Jahr 2020 jeweils drei durchgängige Wildwege von Nord nach Süd und West nach Ost wieder zu öffnen. In einem ersten Schritt müssen dafür 125 Grünbrücken und andere Querungsbauwerke an den identifizierten Konfliktstellen errichtet werden. Auch der ADAC hat die Errichtung von mehr Grünbrücken gefordert. Die Bundesregierung hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag 2009 verpflichtet, ein Bundesprogramm zur Vernetzung von Lebensräumen aufzulegen. Die ersten 14 Bauwerke konnten im Rahmen des Konjunkturprogramms II bereits begonnen werden. Weitere 94 Standorte sind nun im Bundesprogramm Wiedervernetzung vorgesehen.

Forderungspapier von NABU, BUND und Deutschem Jagdschutzverband (DJV):
http://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/artenschutz/positionspapier_wildtierkorridoreneu.pdfUnternehmensinformation / Kurzprofil:
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Datum: 29.02.2012 - 14:30 Uhr
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