Warnstreiks im öffentlichen Dienst - Unnötige Eskalation

Warnstreiks im öffentlichen Dienst - Unnötige Eskalation

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Warnstreiks im öffentlichen Dienst - Unnötige Eskalation



(pressrelations) -
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat in einzelnen Bundesländern mit ersten Warnstreiks begonnen, die bis Freitag auf das ganze Bundesgebiet ausgeweitet werden sollen. ver.di fordert in der aktuellen Tarifrunde 6,5 Prozent mehr Lohn und behauptet, der öffentliche Dienst sei in der Lohnentwicklung abgehängt worden. Ein Blick auf die Bruttolohnentwicklung seit dem Jahr 2000 zeigt indes ein anderes Bild: Der öffentliche Dienst hat sich im Gleichschritt mit der Gesamtwirtschaft entwickelt.

Je Stunde gerechnet stiegen die Bruttolöhne in Deutschland seit dem Jahr 2000 um 19,8 und im öffentlichen Dienst um 20,0 Prozent. Dies geht aus den Zahlen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung hervor. Dass schon nach der ersten Runde zu Warnstreiks aufgerufen wird, scheint mit ver.dis Angst zusammenzuhängen, nach den Fluglotsen weitere Berufsgruppen zu verlieren. Getrieben durch die wachsende Gewerkschaftskonkurrenz haben die Konflikte im öffentlichen Dienst seit 2006 ohnehin zugenommen. In den Jahren 2006, 2009 und 2010 gingen zwischen 47 und 88 Prozent der streikbedingt ausgefallenen Arbeitstage auf das Konto des öffentlichen Dienstes. Nimmt man die anderen Organisationsbereiche von ver.di hinzu (Telekomstreik 2007), ist die Großgewerkschaft seit 2006 für rund 50 Prozent aller Ausfälle verantwortlich.

Öffentlicher Dienst streikt immer häufiger

Öffentlicher Dienst Insgesamt Streiks im öffentlichen Dienst in Prozent aller Streiks
2000 3.057 10.776 28
2001 0 26.833 0
2002 768 310.149 0
2003 1.893 163.281 1
2004 595 50.673 1
2005 2.904 18.633 16
2006 347.551 428.739 81
2007 100 286.368 0
2008 10.971 150.728 7
2009 58.579 66.454 88
2010 12.670 27.027 47
2008 bis 2010: einschließlich Warnstreiks
Ursprungsdaten: Bundesagentur für Arbeit




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Dr. Hagen Lesch
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Datum: 05.03.2012 - 16:45 Uhr
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