Schiffsfonds Krise – Pleitewelle reißt nicht ab
Die Hiobsbotschaften für tausende Anleger geschlossener Schiffsfondsbeteiligungen reißen nicht ab. Mussten sich bereits viele Schiffsfondsanleger mit Ausschüttungsstopps oder Nachschusszahlungen abfinden, werden sie nun immer öfter mit einer scheins nicht abreißen wollenden Insolvenzwelle der weit unter den Erwartungen gebliebenen Fondsschiffe konfrontiert. Jüngstes Beispiel: Die vergangene Woche bekannt gewordene Insolvenzanmeldung des GHF Schiffsfonds MS Wesertor.
GHF Schiffsfonds in der Krise
Der seitens GHF aufgelegte MS Wesertor ist jedoch nicht der einzige notleidende Schiffsfonds des in Leer beheimateten Emissionshauses. Nach den bereits Insolvenz angemeldeten Mehrzweckfrachtern GHF MS Fockeburg, GHF MS Jümmetor und GHF MS Emstor droht den GHF Fondsschiffen GHF MS Hilde K, GHF MS Herrentor und GHF MS Haneburg in Kürze ein ähnliches Schicksal. Während der Termin der auf Druck der finanzierenden Banken zustande gekommenen Versteigerung des GHF Fondsschiffes Hilde K bereits fest steht, laufen für die GHF Fondsschiffe GHF MS Haneburg und GHF MS Herrentor derzeit noch Sanierungsverhandlungen zwischen den finanzierenden Banken und dem Emissionshaus GHF. Bei – nicht auszuschließendem – Scheitern der Gespräche werden auch die ihr Geld in die GHF Fondsschiffe MS Haneburg und MS Herrentor investierten Schiffsfondsanleger mit hohen Verlusten rechnen müssen.
GHF Schiffe exemplarisch für Schiffsfonds-Krise
Die o.g. Beispiele der in Notlage geratenen GHF-Schiffsfonds ist exemplarisch für die sich derzeit unter den geschlossenen Schiffsfondsbeteiligungen ausbreitenden Krise. Weit unter den Prognosen gebliebene Charterraten, fehlende Kapazitätsauslastung sowie hohe Instandhaltungskosten sind nur eine der Gründe, die immer mehr geschlossene Schiffsfonds in unruhiges Fahrwasser manövriert haben. Nachdem die die Liquidität der Schiffsfonds derzeit noch sichernden Gläubigerbanken immer öfters nicht mehr gewillt sind, auf die zwangsläufig ausbleibenden Zins- und Tilgungsleistungen zu verzichten, ist einem aktuellen Börse Online Bericht zufolge auch in naher Zukunft mit weiteren Notverkäufen und Schiffsinsolvenzen zu rechnen.
Schiffsfonds Krise: Insolvenzen und Notverkäufe von Fondsschiffen keine Seltenheit
Wie Börse Online weiter berichtet, muss Expertenkreisen zufolge ein großer Teil der ca. 2500 Fondsschiffe als notleidend eingestuft werden. Wie dem Bericht weiter zu entnehmen ist, habe es nach Expertenmeinung in der Vergangenheit bereits 60 Insolvenzanmeldungen von Fondsschiffen gegeben – Tendenz weiter steigend.
Letzter Ausweg: Schiffsfondsanleger sollen nachschießen
Verlierer dieses Abwärtssogs auf dem Markt geschlossener Schiffsfonds sind – wie so oft – zehntausende Schiffsfondsanleger. Um den drohenden Untergang der Schiffsfonds abwenden zu können, greifen etliche Geschäftsführungen zum vermeintlich letzten Mittel und fordern die Schiffsfondsanleger auf, neues Kapital in die Not leidenden Schiffe nachzuschießen. So wurden unlängst die Anleger des seitens des Emissionshauses Lloyd Fonds aufgelegten LF-Flottenfonds IV aufgefordert, mittels frischem Kapital eine Liquiditätslücke in einer Größenordnung von ca. 12,6 Millionen Euro auszugleichen. Eine wirkliche Alternative hierzu stellt sich den Schiffsfondsanlegern in der Regel nicht: Stimmen sie – wie das Beispiel des LF-Flottenfonds IV deutlich zeigt – der geplanten Kapitalerhöhung nicht zu, droht zwangsläufig die Insolvenz des Fondsschiffes, hier die des LF Containerfrachters MS Manhattan.
Atlantic Flottenfonds: Notverkauf oder Insolvenz
Eine andere Variante, die Liquiditätslücke in den Schiffsfonds zu schließen, besteht darin, den Notverkauf der Fondsschiffe mittels Gesellschafterbeschluss in die Wege zu leiten. Dass die Schiffsfonds-Anleger auch solchen Falle wenig Entscheidungsspielraum haben, macht das Beispiel des Atlantic Flottenfonds deutlich: Hier wurden die in 4 baugleiche Chemikalien- und Produktentanker mit Doppelhülle - die MT CHEMTRANS ALSTER , die MT CHEMTRANS OSTE, die MT CHEMTRANS WESER sowie die MT CHEMTRANS EMS investierenden Schiffsfonds Anleger seitens der Atlantic Flottenfonds Geschäftsführung unlängst aufgefordert, einem Notverkauf der Fondsschiffe die Zustimmung zu erteilen. Sollte selbige nicht erfolgen, müssen die Atlantic Flottenfonds Anleger nicht nur mit der Insolvenz der Fondsschiffe, sondern auch mit einem hohen Verlust bis zu einem Totalverlust des in den Atlantic Flottenfonds investierten Geldes rechnen.
Viele Schiffs- und Flottenfonds über Banken vertrieben
Trotz der nicht abreißen wollenden Krise sind Anleger geschlossener Schiffsfondsbeteiligungen nicht schutzlos gestellt.
In vielen Fällen wurden Schiffs- und Flottenfonds über Banken, meist die Hausbank, vertrieben. Dabei wurden die Schiffsfondsbeteiligungen als besonders sichere Anlage empfohlen. Auf Risiken wie Totalverlust wurde regelmäßig nicht hingewiesen. Auch wurde die Höhe der weichen Kosten in den Beratungsgesprächen in der Regel nicht bzw. nicht ausreichend offengelegt. Aufgrund der kickback-Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH) bestehen deshalb in diesen Fällen gute Chancen für die Schiffsfonds-Anleger Schadensersatzansprüche geltend zu machen.
Fazit: Bei Vertrieb über Bank gute Erfolgsaussichten für geschädigte Schiffsfondsanleger
Geschädigte Schiffsfonds-Anleger, die von Bankberatern beraten wurden, haben in aller Regel gute Erfolgsaussichten hinsichtlich der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen. Diese richten sich darauf, so gestellt zu werden, als hätte man das Geschäft nie abgeschlossen. Das bedeutet, der Schiffsfonds-Anleger bekommt das von ihm geleistete Geld zurück und dieser gibt im Gegenzug die Beteiligung an die beratende Bank zurück.
Aufgrund dieser guten Erfolgsaussichten für Anleger geschlossener SchiffsFonds, die die Beteiligung über eine Bank gekauft haben bzw. von einer Bank beraten worden sind, wird selbigen geraten, deren Ansprüche durch einen auf Bank- und Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwalt überprüfen zu lassen.
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Datum: 08.03.2012 - 10:21 Uhr
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