Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen / Lebensmittel
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Es klingt paradox: Der Milchmarkt wächst, und Deutschlands größter
Erzeuger baut Personal ab. Die Stellenkürzungen in Georgsmarienhütte
und an anderen Standorten des Deutschen Milchkontors (DKM) könnten
sogar nur ein Anfang sein, fürchtet die Gewerkschaft. Dieser Abbau
ist die bedauerliche, aber vorhersehbare Folge aus der Gründung des
neuen Milchriesen. Als im vergangenen Jahr die Genossenschaften
Nordmilch und Humana Milchunion verschmolzen, knüpften die
Milchbauern aus dem Norden daran die Erwartung, dass der neue Verband
überdurchschnittliche Milchpreise zahlt.
Dieses Versprechen hält der DKM offensichtlich. Mit dem aktuellen
Entgelt liegt der Verband deutlich über dem Schnitt der vergangenen
Jahre. Dieses Geschäft hat allerdings sprichwörtlich seinen Preis.
Der DKM muss jetzt radikal Kosten senken, um die Erwartungen der
Bauern zu erfüllen. Das macht die Konzernspitze offensichtlich durch
Stellenabbau und Standortschließungen. Ärgerlich ist das für die
Arbeitnehmer, die ihre Jobs verlieren, und für Verbraucher, deren
Milch jetzt Hunderte Kilometer zurücklegen muss, bevor sie im Glas
landet. Aber zumindest die Milchbauern hätten diese Folgen bei der
Fusion erkennen können. Es war eine Fusion auf dem Rücken der
Beschäftigten.
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Datum: 13.03.2012 - 22:00 Uhr
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