Neue OZ: Kommentar zu Einkommen / Vorstandsvergütung
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Alles nur Neid: So lautet eine fast schon reflexhafte Reaktion,
wenn hohe Vorstandsgehälter ins Gerede kommen. Mehr als ein
Ablenkungsmanöver ist das nicht. Denn es gibt immer wieder gute
Gründe, allzu hohe Managerbezüge zu hinterfragen. Schlechte
Erfahrungen mahnen jedenfalls zur Vorsicht. So ist es noch gar nicht
lange her, da musste der Staat die Wirtschaft infolge der Bankenkrise
mit Milliardenbeträgen stützen, während viele Manager gleichzeitig
Millionenabfindungen kassierten.
Natürlich sollte sich Leistung lohnen. Auch gibt die
Vertragsfreiheit jedem Unternehmen das Recht, so hohe Gehälter zu
zahlen, wie es will. Allerdings kann es nicht sein, dass Firmen
einerseits auf Autonomie pochen, andererseits aber um Hilfen bitten,
wenn es ihnen schlecht geht. Auffallend ist auch die wachsende Kluft
zwischen Topgehältern und dem Einkommen von Durchschnittsverdienern.
Wenn der eine vierhundertmal mehr verdient als der andere, dann sind
die Maßstäbe verrückt. Auch die Rekordboni, die gegenwärtig an
Beschäftigte der Autoindustrie ausgeschüttet werden, ändern daran
nicht viel.
Am wichtigsten aber bleibt es, falsche Anreize zu vermeiden. Nicht
alles, was den Aktienkurs beflügelt, muss gut sein für ein
Unternehmen. Gewinnmaximierung darf immer nur eines von mehreren
Zielen sein, neben den langfristigen Perspektiven eines Unternehmens.
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Datum: 18.03.2012 - 22:00 Uhr
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