Deutsche Sozialwirtschaft weiterhin konjunkturunabhängig / Fachkräftemangel stellt Branche vor Herausforderung
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Herausforderungen" zeigt, dass sich in diesem Sektor die Nachfrage in
den letzten drei Jahren kaum verändert hat. Dafür wurden über 900
Führungskräfte von Sozialdienstleistern in Deutschland angeschrieben.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Branche konjunkturunabhängig ist,
obwohl sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf die Zuschüsse
durch Städte, Länder und sonstige Geber ausgewirkt haben:
Zuschusskürzungen betrafen 2011 vier von fünf Unternehmen.
Ausgeblieben ist hingegen die Kreditklemme, denn Banken vertrauen
weiterhin in die Stabilität der Sozialwirtschaft. Als Herausforderung
sehen die befragten Unternehmen jedoch die Anwerbung von Fachkräften.
Für die Zukunft planen sie, ihr Angebot weiter zu spezialisieren, um
so ihre Marktstellung zu stärken.
"Die Bereitschaft der Banken, solide Projekte und Organisationen
zu fördern, verhinderte die befürchtete Kreditklemme. Überdies
stellten sie auch keine höheren Eigenkapitalanforderungen an die
Unternehmen - das Vertrauen in diese Branche ist weiterhin auf hohem
Niveau", erklärt Ralph Höll, Partner Sozialwirtschaft bei Deloitte.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
In den vergangenen Jahren schwankte das Bruttoinlandsprodukt,
dessen Rückgang folgte der Konjunkturaufschwung. Die Nachfrage nach
Sozialleistungen hat sich in dieser Zeit kaum verändert: 71 Prozent
der Befragten verzeichneten keine signifikanten Nachfragerückgänge.
Der Versorgungscharakter vieler Sozialdienstleistungen koppelt
zwar die Leistungsnachfrage von der allgemeinen wirtschaftlichen
Entwicklung ab. Allerdings gingen aufgrund der steigenden
Verschuldung und der Verschlechterung der Haushaltslage öffentlicher
Kostenträger die Entgelte, Vergütungen und Zuschüsse zurück oder
stiegen nur gering. Eine der wesentlichen Herausforderungen für die
Sozialwirtschaft in den nächsten Jahren ist, die Diskrepanz zwischen
stagnierenden Einnahmen bei gleichzeitig steigenden Kosten zu
bewältigen. Für die Zukunft rechnen daher auch in diesem Jahr mehr
als Hälfte der befragten Unternehmen (54%) mit einer Verschlechterung
der wirtschaftlichen Lage.
Herausforderung: Fachkräftemangel
Rund die Hälfte der Unternehmen hat Schwierigkeiten, geeignete
Fachkräfte anzuwerben - hier hat die Sozialwirtschaft noch
Verbesserungspotenzial. Attraktive Arbeitsplätze zu schaffen, die zu
einem längeren Verbleib von Fachkräften in diesen Berufen führen, ist
daher wichtig. Denn über die Hälfte gab an, dass sie ansonsten ihr
Angebot nicht mehr aufrechterhalten können - 16 Prozent befürchten
sogar, dann ihre Einrichtungen schließen zu müssen.
Konkurrenz verschärft sich
Die Mehrheit der Befragten (76%) plant, ihr Angebot zu
spezialisieren, um sich stärker von den Konkurrenten abzuheben.
Außerdem wird erwartet, dass viele Wettbewerber aufgrund schlechter
Liquidität und Bonität vom Markt verschwinden. Die verbleibenden
Unternehmen sehen so eine Chance auf höhere Umsätze und bessere
Ergebnisse, da die Nachfrage nicht sinken wird. Inwieweit diese
betriebswirtschaftlich motivierten Erwartungen sozial- und
gemeinschaftsverträglich umgesetzt werden können, bleibt abzuwarten.
"Die Branche ist vor allem an Themen interessiert, die die
wirtschaftliche Stabilität ihrer Unternehmen sichern, wie
wirtschaftliche Erfolgsfaktoren, Unternehmenssteuerung bei knappen
Ressourcen oder Risikomanagementsysteme", kommentiert Ralph Höll.
Die komplette Studie finden Sie unter http://ots.de/TBTs0.
Ende
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Datum: 19.03.2012 - 10:00 Uhr
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