Badische Neueste Nachrichten: Eine Zeitbombe
ID: 601901
Altersarmut kein Bagatell-Problem, das man auf die leichte Schulter
nehmen sollte. Sie macht sich deshalb für eine Zusatzrente stark.
Arbeitgeberpräsident Hundt und die Liberalen hingegen wollen davon
nichts wissen. Sie warnen vor zu hohen Kosten für die Unternehmen,
den Staat und die Beitragszahler. Leider werden bei dem Thema so
viele Nebelkerzen gezündet, dass nicht auf Anhieb klar wird, wer nun
wirklich recht hat. Natürlich stemmt sich der Arbeitgeberpräsident
gegen Zusatzbelastungen jeder Art. Freundlicherweise macht er sich
auch gleich zum Fürsprecher der Arbeitnehmer mit dem Hinweis, eine
Zuschussrente müssten diese über höhere Sozialabgaben mittragen. Was
die Liberalen anbetrifft, so wollen sie sich als verantwortungsvolle
Sparpolitiker profilieren. Bei all den Argumenten wird nur eines
übersehen: Altersarmut ist nicht nur ein Problem unter anderen,
sondern eine gefährliche Zeitbombe. Unzählige Reformen haben die
Durchschnittsrente immer weiter abgesenkt. Um dem die Härte zu
nehmen, hat schon Rot-Grün mit der Riester-Rente gegengesteuert. Der
kleine Schönheitsfehler dabei: Nur Staat und Arbeitnehmer müssen
dafür aufkommen. Außerdem kann "Riester" in den meisten Fällen nicht
die Einkommenslücke schließen, die sich bei Rentenantritt auftut. Der
größte Treibsatz für die Altersarmut sind jedoch die
Arbeitsmarkt-Reformen von Rot-Grün. Sie haben die gewachsenen
Tarifstrukturen systematisch ausgehöhlt mit dem Ergebnis, dass
inzwischen fast zehn Millionen Menschen im Niedriglohnsektor
beschäftigt sind. Was sie momentan zu billigen Arbeitskräften macht,
wird sich im Alter bitter rächen, da sie während ihres langen
Arbeitslebens nicht genug vorsorgen konnten. Wer diese drohende
Entwicklung klein redet, ist entweder kurzsichtig oder er nimmt
sehenden Auges in Kauf, dass der Sozialstaat schweren Schaden nimmt.
Auch wenn Frau von der Leyens Pläne gegen Altersarmut noch nicht ganz
ausgereift sein mögen, sie hat jedenfalls begriffen, um was es geht.
Pressekontakt:
Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
redaktion.leitung@bnn.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 22.03.2012 - 21:04 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 601901
Anzahl Zeichen: 2398
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Karlsruhe
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 259 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Badische Neueste Nachrichten: Eine Zeitbombe"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Badische Neueste Nachrichten (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Auf der Zielgeraden der Legislaturperiode haben Union und FDP noch ein Gesetz durch den Bundesrat bekommen, das die Rechte der Verbraucher nachhaltig stärkt. Mit abschreckend hohen Bußgeldern und neuen Obergrenzen für Gebühren will es unlauterer Telefonwerbung, übereifrigen Inkassobüro
Weitere Mitteilungen von Badische Neueste Nachrichten
Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Debatte um ein NPD-Verbot Zögern und Zaudern HUBERTUS GÄRTNER ...
Als die schreckliche Mordserie der Zwickauer Rechtsterroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Tschäpe nach zehn Jahren und mindestens ebenso vielen Ermittlungspannen endlich aufgeklärt war, da herrschte überall in Deutschland Betroffenheit und peinliches Entsetzen. Politiker, Publiziste
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Terrormorde in Frankreich Schrillere Töne PETER HEUSCH, PARIS ...
Der Serienmörder von Toulouse hat Frankreich zehn Tage lang in Angst und Schrecken versetzt. Aber er hat die Republik nicht, wie von ihm behauptet, auf die Knie gezwungen. Zu panischen Überreaktionen ist es nicht gekommen, auch weil Staatschef Sarkozy Würde bewies. Als Garant der Werte und de
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Vorratsdatenspeicherung Leutheusser in der Bredouille KNUT PRIES, BRÜSSEL ...
Rechtlich ist der Fall klar: Deutschland hat die EU-Regeln in Sachen Datenspeicherung nicht umgesetzt. Dabei ist die Richtlinie ordnungsgemäß, das heißt unter deutscher Mitwirkung im EU-Parlament und Ministerrat, verabschiedet worden. Berlin ist zur Umsetzung verpflichtet. Die EU-Kommission ih
FZ: "Eine vernünftige Basis" Kommentar der "Fuldaer Zeitung" (Freitag, 23. März 2012) zur Reform des Transplantationsgesetzes/Organspende ...
Solche Debatten haben leider Seltenheitswert im Bundestag: Quer über Parteigrenzen hinweg diskutierten gestern Parlamentarier engagiert und ernsthaft über ein Thema, das jeden betreffen kann, auch wenn man es noch so gerne verdrängen möchte: die Organspende. Ähnlich wie bei der Debatte über




