Neue OZ: Kommentar zu Palästina
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Es ist im Grunde nicht mehr als ein symbolischer Akt:
Palästinenser innerhalb und außerhalb Israels wollen mit dem "Tag des
Bodens" auf eine Ungerechtigkeit aufmerksam machen, die inzwischen
fast so selbstverständlich geworden ist, dass sie gerne in
Vergessenheit gerät. Israel schafft mit dem Siedlungsbau vollendete
Tatsachen auf einem Gebiet, das laut Zwei-Staaten-Lösung einmal einen
Staat Palästina bilden soll.
Die Organisatoren haben zu friedlichen Protesten aufgerufen. Dass
trotzdem Steine und Gewehrkugeln fliegen, verwundert nicht in einer
Gesellschaft, die seit Jahrzehnten nichts anderes kennt als die
Sprache der Gewalt. Der Friedensprozess im Nahen Osten stockt seit
Monaten. Daher ist es an der Zeit, ganz neue Ideen zuzulassen, wie
die des palästinensischen Philosophen Sari Nusseibeh, Präsident der
arabischen Al-Quds-Universität in Jerusalem: Er äußerte jüngst den
umstrittenen Gedanken, die Palästinenser sollten von den Bemühungen
ablassen, einen eigenen Staat zu errichten, auf welchem Gebiet auch?
Stattdessen sollte Israel ihnen die vollständigen Bürgerrechte
verleihen, damit sich die Lebenswirklichkeit der Palästinenser
verbessere.
Ja, es mag ungewöhnlich klingen, gilt doch die Zwei-Staaten-Lösung
seit Jahren als Nonplusultra. Doch skandalöse Zustände, und die
schafft der Siedlungsbau, fordern unerhörte Ideen. Die Beteiligten
sollten sich ihnen stellen.
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Datum: 30.03.2012 - 22:00 Uhr
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