Banken und IFRS / Deloitte-Studie zu IFRS bei Banken: Institute warten ab, sind aber vorbereitet

Banken und IFRS / Deloitte-Studie zu IFRS bei Banken: Institute warten ab, sind aber vorbereitet

ID: 609726
(ots) - Rund 60 führende Geldhäuser haben sich
an der zweiten Global IFRS Banking Survey "A changing Landscape" von
Deloitte beteiligt und sind der Ansicht, dass die Branche die
Voraussetzungen zur Adaption von IFRS 9 Finanzinstrumente erfüllen
wird. Doch ist die Meinung geteilt, ob das neue
Rechnungslegungsregelwerk tatsächlich mehr wichtige und notwendige
Information liefern kann. Laut der Mehrheit der Befragten wird IFRS 9
nicht zu einer besseren Darstellung der Vermögenslage oder der
Ertragsentwicklung führen. Dafür erwarten diese eine deutlich erhöhte
Ergebnisvolatilität. Generell rechnet ein Drittel mit einer weiteren
Verschiebung des verbindlichen Erstanwendungstermins. Zu den
maßgeblichsten Änderungen der IFRS-Themen zählt das Impairment -
deutlich über die Hälfte der Banken will bis spätestens Ende des
Jahres mit der Implementierung von IFRS 9 beginnen.

"Die Branche befindet sich im Wandel mit zahlreichen
Herausforderungen für die einzelnen Player. Eine davon ist der
Wechsel von IAS 39 zu IFRS 9, wobei die Regelungen im
Entstehungsprozess begriffen und noch viele Fragen offen sind",
kommentiert Dr. Michael Göttgens, Partner und Leiter Financial
Services bei Deloitte.

Impairment im Fokus

Laut Einschätzung der Teilnehmer werden die Einführung von Basel
III und der IFRS-9-Regelungen den größten Einfluss auf die Branche
haben. Entsprechend ist das Thema Bilanzierung/Rechnungslegung
inzwischen in die Vorstandsetagen vorgedrungen. Dabei beschäftigt vor
allem die Abbildung von Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte
die Betroffenen. Nach dem aktuellen Impairment-Modell sollen
Vermögenswerte prinzipiell einer von drei Kategorien zugeordnet
werden. Über die Hälfte der Befragten hält dies für realistisch. Bei
Unternehmensanleihen sowie bei Krediten für kleine und mittlere


Unternehmen werden im Vergleich zu anderen Vermögensklassen die
stärksten Änderungen bei der Risikovorsorge bedingt durch die neuen
Wertminderungsvorschriften erwartet.

Änderungen beim Pricing erwartet

Umstritten ist, ob das Impairment-Modell das Pricing beeinflusst -
eine im Vergleich zur letzten Befragung steigende Zahl geht aber
davon aus. Zudem erwartet über die Hälfte, dass sich aus der
Umsetzung von IFRS 9 erhöhte Kapitalanforderungen ableiten, was für
mehr als zwei Drittel unmittelbar von den neuen
Wertminderungsvorschriften abhängt.

Verschiebung der Erstanwendung

Etwa ein Drittel der Befragten rechnet mit einer weiteren
Verschiebung der verbindlichen Erstanwendung über den bislang
gültigen Termin, den 1. Januar 2015, hinaus. Gründe sind die
Verzögerungen bei den Phasen Impairment und Macro Hedging. Auch das
Thema Konvergenz spielt eine Rolle. Hier bevorzugen 46 Prozent eine
konvergierende Lösung zwischen den Vorgaben des IASB (International
Accounting Standards Board) und dem FASB (Financial Accounting
Standards Board). Ebenfalls etwa die Hälfte will Vergleichszahlen für
IFRS 9 auf beschränkter Basis angeben.

Fair-Value-Bilanzierung und Hedge Accounting

Nicht zuletzt aufgrund der unterschiedlichen Business-Modelle ist
die Meinung, ob IFRS 9 zu einer vermehrten Fair-Value-Bilanzierung
führt, geteilt - die Hälfte stimmt dem zu. In puncto Macro Hedge
Accounting glauben 40 Prozent nicht an eine verpflichtende Anwendung
zum 1. Januar 2015. Mit Blick auf Europa überwiegt die Meinung, dass
die EU mit der Adaption bis zur Fertigstellung eines entsprechenden
Macro Hedge Accounting Modells warten sollte, bevor sie IFRS 9 als
Ganzes übernimmt.

IFRS 10 und IFRS 12

Viele Befragte zeigen sich trotz hoher Relevanz von IFRS 10
(Consolidated Financial Statements) und IFRS 12 (Disclosure of
Interests in other Entities) zögerlich bei deren Implementierung: Nur
43 Prozent haben damit begonnen; etwa 40 Prozent sehen keine
prinzipielle Veränderung des Konsolidierungskreises und 28 Prozent
konstatieren eine Erweiterung. Überdies rechnen die Teilnehmer im
Schnitt mit etwa 192 konsolidierten, nicht-strukturierten Einheiten
pro Institut, die in den Anwendungsbereich von IFRS 12 fallen.

"Elementar für die Unternehmen ist die Zeit- und Budgetfrage: Zwei
Drittel wollen nicht auf eventuelle Verzögerungen beim
EU-Endorsement-Prozess warten, knapp 90 Prozent rechnen mit einem
Implementierungszeitraum von mindestens zwei Jahren. Dabei warten
viele Herausforderungen auf die Verantwortlichen - das Budget für die
Implementierung von IFRS 9 liegt durchschnittlich bei 17,5 Millionen
Euro", ergänzt Dr. Michael Göttgens.

Den kompletten Report finden Sie unter http://ots.de/qRca8 zum
Download.

Ende

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