Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern diskriminieren alte Menschen / Weltgesundheitstag 2012: Altern und Gesundheit
ID: 611118
Deutschland auf die schlechte medizinische Versorgung alter Menschen
in Entwicklungsländern aufmerksam. Das diesjährige Motto der
Weltgesundheitsorganisation WHO "Altern und Gesundheit", werde in der
Praxis bisher kaum umgesetzt, so der Geschäftsführer der
Organisation, Michael Bünte. "Bei steigender Lebenserwartung leiden
immer mehr alte Menschen in den Entwicklungsländern an chronischen
und sogenannten Zivilisationserkrankungen wie Diabetes, Krebs,
Schlaganfällen, Alzheimer oder Demenz", so Bünte. Nach Erkenntnissen
der WHO seien Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern vier Mal
häufiger dem Risiko ausgesetzt, aufgrund chronischer Erkrankungen zu
sterben oder eine Behinderung zu erleiden.
"Alte Menschen sind von angemessenen Gesundheitsleistungen aber
weitgehend ausgeschlossen. Das ist eine Form der
Altersdiskriminierung." Es fehle an Geld, Ausstattung und vor allem
an ausgebildetem Personal sowohl unter den Ärzten als auch in der
Pflege. Regelmäßig erhalte HelpAge von seinen Partnern Informationen,
darüber, wie alte Menschen in Gesundheitsposten und Hospitälern
abgewiesen würden, weil das Personal nicht ausreichend für ihre
Probleme sensibilisiert sei und Medikamente für altersspezifische
Erkrankungen fehlten.
Die Gesundheitsarbeit in den Entwicklungsländern habe sich in den
vergangenen Jahren stark auf ansteckende Erkrankungen wie Aids,
Tuberkulose oder Malaria sowie auf Mutter-Kind-Gesundheit
konzentriert. 60 Prozent aller Todesfälle weltweit geschähen aber
aufgrund von chronischen Erkrankungen. So fänden nach Angaben von
HelpAge 85 Prozent der Todesfälle aufgrund von Schlaganfall in den
Entwicklungsländern statt. 2,5 Millionen alte Frauen erblindeten
jährlich, weil sie keine angemessene Behandlung erhalten. 65 Prozent
der Menschen mit Alzheimer und zwei Drittel aller Menschen mit
Diabetes lebten in Entwicklungsländern: "Das ist aber viel zu wenig
bekannt."
In der Entwicklungszusammenarbeit müssten die europäischen Staaten
und die Bundesregierung diese Problematik deutlicher aufgreifen,
forderte der Geschäftsführer von HelpAge. In der internationalen
Politik versuchten Altenorganisationen wie HelpAge den Alten eine
Stimme zu geben. Es werde darauf ankommen, die Bedeutung und den Wert
der Älteren für die Gesellschaften herauszustellen. So würden
inzwischen mehr als die Hälfte der Aids-Waisen in Afrika von
Großeltern versorgt. "Eine gesunde Großmutter kann sich besser um
Aids-Waisen kümmern als eine kranke", so Bünte. Darüber hinaus müsse
aber auch deutlich gemacht werden, dass " alte Menschen an sich ein
Recht auf Gesundheit haben".
Fotos unter www.helpage.de.
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Pressekontakt:
HelpAge Deutschland - Michael Bünte/Geschäftsführung
Tel. 0541 / 580 540 4 oder 0178 / 730 16 43
Email : info@helpage.de, weitere Infos : www.helpage.de
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Datum: 04.04.2012 - 13:00 Uhr
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Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
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