Verstärkte politische Kontrolle der Medien in Europa und Eurasien verzeichnet
ID: 612334
In der 2012er Auflage des IREX Media Sustainability Index (MSI)
für Europa und Eurasien werden die Schwierigkeiten und
Errungenschaften der Mediensektoren in 21 Entwicklungsländern von
Kroatien bis Kasachstan erfasst. Die Erkenntnisse lokaler
Medienexperten deuten auf eine generelle Stabilität im Mediensektor
hin. Die zunehmende Nutzung digitaler und sozialer Medien lässt auf
eine grössere Meinungsfreiheit hoffen. Grund zur Sorge geben Experten
jedoch die aus verschiedenen Ländern gemeldeten Rückschritte, zum
Teil aufgrund verstärkter politischer Kontrolle der Medien. Der
vollständige Bericht ist auf http://www.irex.org/msi abrufbar.
(Logo: http://photos.prnewswire.com/prnh/20120405/DC82493LOGO)
Kroatien erzielte die höchste Gesamtpunktzahl. In Zentralasien
konnte Kirgistan aufgrund der stabilisierten politischen Situation
erneut die Spitze erklimmen. Bei den Ländern des Kaukasus konnte
Armenien seine Führung trotz leichter Punkteinbussen behaupten.
Georgien machte verlorenen Boden gut und lieferte in Sachen
"Nachrichtenpluralität" verbesserte Ergebnisse ab.
Die niedrigeren Punktzahlen von Albanien, Bulgarien und
Mazedonien sind auf die politisch beeinflussten Redaktionsrichtlinien
respektierter Medienhäuser zurückzuführen. Diese haben derzeit unter
einer Desinvestitionswelle westeuropäischer Medienkonglomerate zu
leiden. Aufgekauft von wohlhabenden lokalen Industriemagnaten
begannen diese Medien, politische Interessen zu vertreten.
Trotz der von Putin dominierten russischen Medienlandschaft
wurden unabhängigen und staatlichen Medienhäusern nach den
Wahlprotesten der Opposition grössere Freiräume eingeräumt. "Nach dem
10. Dezember kam Bewegung in die Sache. Sogar TV-Sender der
Bundesregierung zeigten plötzlich Gesichter, die nicht offiziell
genehmigt wurden", so MSI-Experte Boris Timoshenko der Stiftung zur
Verteidigung von Glasnost. Obwohl zahlreiche Hindernisse fortbestehen
und erst in der Zeit nach der Wahl Klarheit über die Beziehung
zwischen Regime und Medien herrschen wird, äusserten Medienexperten
mit Blick auf die Zukunft verhaltenen Optimismus.
Weissrussland, Turkmenistan und Usbekistan landeten auch in
diesem Jahr auf den hinteren Plätzen. Meinungsfreiheit und sonstige
Menschenrechte sind in diesen Ländern strengen Kontrollen der
Regierung unterworfen.
Mit einer einzigartigen Methodik gibt der MSI Aufschluss über die
journalistische Qualität, Managementpraktiken im Medienbereich, die
Nachrichtenpluralität, Pressefreiheit sowie unterstützende
Institutionen. Journalisten, Fürsprecher aus dem Mediensektor,
Akademiker und verwandte Berufsgruppen bewerten dabei die Medien
ihres Landes. "Vom Korrespondenten im ländlichen Tadschikistan bis
zum Blogger in Baku oder Marketing-Analysten in Tirana", erklärte
Leon Morse, leitender Redakteur des MSI, "MSI-Experten werden gezielt
ausgesucht, um einen vielschichtigen Einblick in den Mediensektor zu
bieten."
Die Behörde der Vereinigten Staaten für internationale
Entwicklung (U.S. Agency for International Development) finanziert
die drei von IREX publizierten MSI-Regionalausgaben für Europa und
Eurasien, Afrika sowie den Nahen Osten. Diese zuverlässige Auswertung
der globalen Lage der Medienbranche bietet Spendenträgern,
Fürsprechern aus dem Mediensektor, lokalen Arbeitskräften und
Lernenden eine umfassende Datensammlung, die seit über einem
Jahrzehnt geführt wird.
Jennifer Nevin, Kommunikationsdirektorin, IREX, +1-202-942-9114,
newsroom@irex.org, http://www.irex.org
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Datum: 05.04.2012 - 21:57 Uhr
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