Hungerkrisen vermeiden - Schäuble muss Spekulation mit Nahrungsmitteln stoppen/
Kampagnen- und Hilfsorganisationen rufen zur Unterzeichnung eines Appells auf
ID: 612735
fordert ein Bündnis aus Hilfs- und Kampagnenorganisationen jetzt ein
Einschreiten der Bundesregierung, um der maßlosen Spekulation mit
Nahrungsmitteln einen Riegel vorzuschieben. Oxfam Deutschland, die
Welthungerhilfe, Misereor, Attac, Campact, WEED und das
Südwind-Institut starten heute die Protestaktion "Mit Essen spielt
man nicht!". Sie richtet sich an Bundesfinanzminister Wolfgang
Schäuble, der dazu beitragen soll, die Geschäfte mit dem Hunger zu
stoppen.
"Die Spekulation mit Agrarrohstoffen an den Finanzmärkten ist
mitverantwortlich für extreme Preisschwankungen und -anstiege bei
Nahrungsmitteln und trägt so zu globalen Hungerkrisen bei", sagt
Marion Lieser, Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland. "Die Folgen
der zunehmenden Spekulation treffen vor allem die Ärmsten."
Familien in Entwicklungsländern geben oft mehr als die Hälfte
ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Als Folge der Preisexplosion
bei Nahrungsmitteln im zweiten Halbjahr 2010 sind nach Angaben der
Weltbank zusätzlich 44 Millionen Menschen verarmt und unterernährt.
Das Bündnis der sieben Organisationen fordert Bundesfinanzminister
Wolfgang Schäuble auf, sich bei der anstehenden EU-Finanzmarktreform
für eine stärkere Regulierung der Warentermingeschäfte einzusetzen.
Dazu gehört mehr Transparenz an den Rohstoffbörsen. Investmentfonds
sollten komplett von den Agrarrohstoffbörsen verbannt werden.
"Die Zeit drängt. Wenn die Getreidespeicher leer sind, dann müssen
verarmte Länder zu astronomischen Summen Nahrungsmittel auf den
Weltmärkten zukaufen. Weitere Millionen werden in den Hunger
getrieben", sagt Wolfgang Jamann, Generalsekretär der
Welthungerhilfe.
"Auf europäischer Ebene besteht jetzt die Chance, das Geschäft mit
dem Hunger zu stoppen. Das Recht auf Nahrung muss Vorrang haben vor
den kurzfristigen Gewinninteressen der Finanzmarktakteure", sagt
Jutta Sundermann, Mitglied des Attac Koordinierungskreises.
Bei der Protestaktion sammelt das Bündnis unter dem Motto "Mit
Essen spielt man nicht!" über seine Netzwerke online und offline
Unterschriften. Im Herbst 2012 sollen die gesammelten Unterschriften
in einer symbolischen Aktion an Bundesfinanzminister Schäuble
übergeben werden.
Links zum Aufruf:
Oxfam: www.oxfam.de/gegenspekulation
Welthungerhilfe:www.welthungerhilfe.de/pm-gegen-spekulation.html
Attac: www.attac.de/hungerstopp
Südwind: www.suedwind-institut.de/mitmachen/aktionen-kampagnen/mit
-essen-spielt-man-nicht
Misereor:
www.misereor.de/themen/hunger-bekaempfen/nahrungsmittelpreise.html
Pressekontakt:
Marita Wiggerthale, Oxfam Deutschland
Mobil 0162-1386321
E-Mail mwiggerthale@oxfam.de
(auch am Ostermontag erreichbar, vermittelt Gesprächspartner im
gesamten Bündnis)
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 09.04.2012 - 09:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 612735
Anzahl Zeichen: 3225
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Menschenrechte
Diese Pressemitteilung wurde bisher 282 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Hungerkrisen vermeiden - Schäuble muss Spekulation mit Nahrungsmitteln stoppen/
Kampagnen- und Hilfsorganisationen rufen zur Unterzeichnung eines Appells auf"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Oxfam Deutschland e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Heute stellt der Bundesfinanzminister die Eckwerte des Haushalts 2027 vor. Erneut drohen massive Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit. Auch Mittel für humanitäre Hilfe könnten weiter sinken. Statt Kürzungen brauche es Aufwüchse, fordern die Entwicklungsorganisation ONE und VENRO, der D
Gegen Gewinne ohne Gewissen: Breites Bündnis der Zivilgesellschaft fordert Lieferkettengesetz ...
Die Bundesregierung muss deutsche Unternehmen gesetzlich zur weltweiten Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards verpflichten. Das fordert ein breites Bündnis aus 64 zivilgesellschaftlichen Organisationen anlässlich des siebten Jahrestages der verheerenden Brandkatastrophe in der Tex
Humanitäre Hilfe wegen Klimaphänomen und Kriegen vor dem Kollaps ...
Die internationale Gemeinschaft ist auf weitere Krisen 2016 nicht ausreichend vorbereitet Der sich abzeichnende Mega-El-Niño setzt das durch zahlreiche Kriege ohnehin schon stark unter Druck stehende internationale System der humanitären Hilfe einer beispiellosen Belastungsprobe aus. Regierun
Weitere Mitteilungen von Oxfam Deutschland e.V.
20 Jahre Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland: Kinderrechte in Deutschland auch für Flüchtlinge und Migranten verwirklichen! ...
Auch 20 Jahre nach der deutschen Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention werden grundlegende Rechte von Kindern in Deutschland nach wie vor verletzt. Dies erklärte das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes zum Jahrestag der Ratifizierung der Konvention am 5. April 1992. Mit der Ra
Peru trotzt UN-Richtlinien zu unkontaktierten Völkern ...
Die Richtlinien verdeutlichen, dass das Land unkontaktierter Völker unantastbar sein sollte und dass "keine Rechte erteilt werden sollten, die die Ressourcen-Ausbeutung [durch nicht-Indigene] gewähren". Peru hat nun Erlaubnis erteilt, Camisea, das größte Gasprojekt des Landes, auf d
Äthiopiens Plantagenprogramm vernichtet lebenswichtigen Wasserlauf ...
Flussabwärts des umstrittenen Gibe III-Staudammes wird der Omo-Fluss nun in einen von vielen neuen Bewässerungskanälen umgeleitet. Die Kanäle sollen ein anspruchsvolles Plantagenprogramm von staatlichen und privaten Investoren bewässern. Die schädlichen Auswirkungen der Plantagen auf das UN
Nationale Stelle zur Verhütung von Folter veröffentlicht ersten gemeinsamen Jahresbericht ...
Die Nationale Stelle zur Verhütung von Folter hat am 30. März 2012 den ersten gemeinsamen Jahresbericht von Bundesstelle und Länderkommission vorgelegt. Der Leiter der Bundesstelle, Ltd. Regierungsdirektor a.D. Klaus Lange-Lehngut und der Vorsitzende der Länderkommission, Staatssekretär a.D




